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007) MÄNNE – Se Wärrie Wörst Off!

Beim Nachdenken (etwas, was ich weniger machen sollte, aber mein Hirn kennt keinen Offline-Modus), beim Nachdenken über das Thema der nächsten BlockpostTM kam ich also auf die grandiose Idee, in alten Texten zu kramen. Kann ja mal ganz interessant sein, die früh(er)en Machwerke eines gewissen Kleinkünstlers einer nicht unkritischen Neubetrachtung zu unterziehen. Und weil ich mir Mühe gebe, mit mir etwas freundlicher umzugehen, habe ich bewusst nicht Neubewertung geschrieben.

kleines sich-auf-die eigene-Schulter-klopfen.

Auch die Schreibweise „früh(er)en“ ist nicht ohne Hintergedanken in die BlockpostTM gerutscht.
Hätte ich nur „frühen“ geschrieben, man wäre wohl der irrigen Annahme erlegen, es handele sich bei den neu zu betrachtenden Machwerken um die geistigen (dieser Zusatz ist hier wichtig) Ergüsse eines von Hormonen überwältigten Teen-
Doch weit gefehlt. Denn er… Mist, es ist zu spät so zu tun, als ginge es nicht um mich und meine Texte, oder?


Liegt hier der Schlüssel zu seinem anhaltendem Single-Dasein?
Ist die Schreibweise mit Bindestrich überhaupt korrekt?
Was macht das Hirn schon wieder für Gedankensprünge zurück zum THEMA!


Ein Brief, den ich meinte, geschrieben aber nie abgeschickt zu haben, dieser Brief sollte das Thema dieser BlockpostTM werden. Ich habe ihn nicht gefunden, noch nicht. Vielleicht später…?

Aber wie das manchmal so ist im Leben, ich habe halt andere „Schätze“ gefunden. Oh Boy… it’s sooo embarrassing.

Nicht ein einziger der von mir ausgegrabenen Texte stammt von einer Version meines Ichs, die sich mit „Bin doch noch so jung!“ rausreden könnte. Nein, der älteste (mir bekannte) Text aus… meiner Feder wurde im reifen Alter von 21 Jahren verfasst. Leute, ich hab‘ da schon einmal wählen dürfen!
An Helmut Kohls letztem Wahlsieg bin ich aber trotzdem nicht schuld, ehrlich!

Aus… Gründen wird dieser Text hier aber nicht zitiert. Nur so viel, im Nachhinein wundert mich überhaupt nicht, dass die Dame, der dieser Text gewidmet war, irgendwann das Weite suchte.

Schmachtsongs, dachte ich mir leider nicht, kann ich also nicht in unpeinlich. Bin ich etwa deshalb auf die Idee gekommen, es mit Trennungsgedöns zu versuchen? Super Idee. Richtig klasse.

„Sometimes I remember those days
when we were together
There was beauty everywhere
even the clouds were shining bright”

It’s all over

Ich glaub’, ich muss kotzen.


Irgendetwas (oder irgendjemand?) sagte mir aber, ich solle mal mit dem larmoyanten Kram wenigstens etwas sparsamer sein und mich an Texten mit „Anspruch“ versuchen.
Der „Anspruch“ erreichte aber offensichtlich nicht die Stufe, sprachlichen Witz und Eleganz gepaart mit inhaltlichem Einfallsreichtum unter Beweis stellen zu wollen. Oder zu können. Bereit für die nächste Kostprobe? Na dann, Augen auf und durch…

“The people out there don’t know why
the others are passing by…”

Bloody Roads

Junge! Weil der Text einfach mal kacke ist?! Deshalb passing se bei…

Erstens: Eine Fremdsprache sollte man mehr als rudimentär beherrschen, wenn man sie für Songtexte zu missbrauchen gedenkt.

Zweitens: Geht’s noch ‘n bisschen dicker?! „Marching to the promised land…“, „bloody roads“? Antikriegssong, Augenleiern, Kotzattacke…

Klar, ne volle Breitseite von selbst die Dümmsten mit Over-The-Top-Cliché Righteousness-Pathos erschlagenden “Bildern“ würde ich sicherheitshalber auch lieber auf Englisch liefern. In der Hoffnung, die Leute hören nicht so genau zu oder haben die Höflichkeit, wenigstens so zu tun.

Zu Demonstrationszwecken wollte ich eigentlich eine Liveversion hierhin packen, aber es ist auch ohne Kenntnis des Textes nicht gerade schmeichelhaft für Autor und Sänger (!) der hier zu Euerm Glück nicht angebotenen Aufnahme. Die beteiligten Musiker werden es mir auch danken, wenn ich sie hier nicht namentlich erwähne.


Zu den Fähigkeiten, diesem Unsinn neben Gesang auch noch „Spiel“ am E-Piano aufzubürden, äußert sich mit geradezu prophetischer Genauigkeit das „Zertifikat über die Teilnahme am Unterricht“ der Musikschule, die sich wirklich alle Mühe mit dem Klavierunterricht gab.


Das Theater hat mich dann in Form eines Liederabends halbwegs vom Irrweg des Textens auf Englisch auf den Pfad der Tugend Deutscher Dichtkunst geleitet. Ja, ich weiß, Kleinkunst…

Zu diesem Liederabend habe ich jedenfalls das erste Mal ein auf Deutsch betextetes, eigenkompodingstes Lied beigesteuert. Das Lied gab dem Liederabend auch seinen Titel und auch wenn ein paar Leute den Text nicht verstanden hatten (whaaaaat?!), so war zumindest keine der an der Produktion beteiligten Personen dagegen, das Lied in das Programm, und das Programm nach dem Lied zu benenn-, kurz: Nicht allein meine Schuld!

Neee, das Programm hieß nicht „Nicht meine Schuld!“, sondern „aus…gebrannt“. Und weil ich zu faul bin, den Text abzutippen (weiß der Geier, wo das handschriftliche Original ist), hier das Lied zum Anhören. Vorsicht, ich versuchte zu singen! Und die Aufnahme ist von… 2007. Oh je…

ausgebrannt

Wenn Ihr jetzt denkt, ich sei lernfähig… Was glaubt Ihr denn, wieso ich die BlockpostTM verschicke?

Ich hatte mehrere Rückfälle in noch extremeres Gejammer und auch schlecht geschriebenes Englisch. Das Gejammere nahm teilweise groteske Formen an, wie zum Beispiel das hier:

Strophe:

„Mein Schrei nach Liebe
Rettung aussichtslos
Kann nicht glauben, was ich sehe
Muss wohl blind sein oder taub…“

Das nicht, aber ganz klar Opfer einer Geschmacksamputation.

Refrain dazu:

„Sprachlos lässt Du mich zurück
Bestellt und niemals abgeholt
Kannst mein Flehen wohl nicht hören
Lautlos bleibt mein Schrei…“

Nein, Herr S., sprachlos eben nicht. Aber ich wollte ja besser auf mich auf-, also nicht mehr so viel Selbsdiss…

Und das, wo die Neigung zur Selbstdemontage selten eine bessere Vorlage bekommen hat!

Hab‘ zum Glück keine Aufnahme von dem Machwerk, dafür aber so eine Art Notation.


Und hier erwischt sie mich, die Idee, so wie es sonst nur die Macken meiner Waschmaschine hinbekämen: Ich nehme endlich ein Album auf. Mein Debüt!
Der Titel:

„MÄNNE – Se Wärrie Wörst Off“

(von mir)

Ja, ich nehme einfach die schlechtesten Songs meiner erbärmlichen Kleinkunstkarriere nochmal neu auf, mit fancy Sounds und dann werde ich…

Nein, damit werde ich auch nicht berühmt. Aber warum eigentlich immer so negativ?

Negativ

P.S.: „Männe“ war der Spitzname, den ich als Kind hatte.
GesichtspauseTM


© 2020 albert sadebeck

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005) Verzicht auf das ICH zugunsten der 3. Person (Singular)

Nur. Keine. Panik.

Nur keine Panik!

Möchte er gerne zugerufen bekommen, könnte es aber gerade sowieso nicht hören. Zu dick ist die Watte, die sich, alles dämpfend, um ihn gelegt zu haben scheint, so dass nichts übrig bleibt von seinen Gefüh-

Ganz von allein.

Ganz … allein.

Und was soll das überhaupt, „Nur keine Panik!“?! Er besteht aus nichts anderem als Panik! Das wird man doch wohl noch sagen dürfen, Panik! Man wird doch wohl einmal seinen ganzen Schmerz herausschreien dürfen! Aber genau das macht er eben nicht.
Das wäre ihm zu viel Nähe zu… seinen… Gefüh-

Es mag wie das beknackte Tagebuch eines von Hormonen überwältigten Teenagers klingen, aber die Sache ist nun mal so einfach und schnell beim Namen genannt, dass es fast schon peinlich ist:

Er hat Liebeskummer.

Bäh.

Bäääähhhhh!

(Hier nach Belieben Kotz-Emojis einsetzen)

Liebeskummer, immerhin etwas, womit er Erfahrung hat, hö hö.

Könnte man meinen, wenn man mal seine Biografie in Form einer Chronologie gescheiterter Beziehungsversuche notierte.
Na, dann machen wir das doch jetzt mal!


No. 1: Thea

In Thea war er in der 1. Klasse verliebt, hat es aber nicht bemerkt, bis er sie in der 11. (oder 12.?) Klasse wieder traf und sich fragte was hätte sein können, wenn er mit 7 oder 8 Jahren über die Tiefe seiner Gefüh-

No. 2: Denise

In der 5. Klasse traf er auf Denise, weil ihre und seine Klasse zusammengelegt wurden. Sie machte ihm zwar relativ schnell und unmissverständlich klar, dass das nix wird mit ihm und ihr, aber so richtig angekommen ist das dann erst gegen Ende… er wagt kaum es auszu-, also niederzuschreiben… gegen Ende der 10. Klasse. Talk about Ausdauer! Oder Dummheit. Oder halt „Kann ich doch nichts dafür wenn’s nicht weggeht, dieses beknackte Gefüh-“

Hat er „Kann ich doch nichts dafür…“ geschrieben? Er meint natürlich „Kann er doch nichts dafür…“, denn damals hat er beschlossen, auf das „Ich“ zugunsten der 3. Person (Singular) zu verzichten. Zugunsten einer ganz bestimmten 3. Person, Thomas nämlich.
Denise war damals einigermaßen in Thomas verknallt, was Thomas ziemlich gut fand. Nicht so gut fand er wohl die Tatsache, dass er für Knutschen-mit-seiner-Hand-an-Denise‘-Brust irgendwie, nun ja, auch emotional bei ihr sein sollte. Also nicht nur Knutschen und Fummeln und so, sondern so richtig Freund sein.
Dachte sich Denise, sagte Denise, klagte Denise.
Aber nicht bei Thomas, sondern… bei ihm.

Und er, supportive wie er gerne sein wollte, schluckte all seinen Schmerz und ging zu Thomas. Um ihm an Denise‘ Stelle ins Gewissen zu reden.

No. 3: Winnie

Mit Winnie war es wie mit Denise, nämlich nicht. Nur halt ganz anders nicht. Und auch nicht so lang nicht, nur so drei oder vier Jahre nicht. Das Schicksal hat ihre Wege dann in einem Anfall von Erbarmen getrennt. Obwohl beide in derselben Stadt studiert haben.
Ha, haben sie eben nicht! Er war sogar zu blöd, sich für das 2. Semester einzuschreiben, weshalb er auch direkt exmatrikuliert wurde. Dummerweise wurde auch gleich sein Bafög direkt zur Rückzahlung fällig, aber das ist eine andere Geschichte.

No. 4: Selena

4 Jahre und 5 Monate. Länger hat es danach keine mit ihm ausgehalten. Er hätte es wohl noch länger ausgehalten, wenn man die gut 6 Jahre nimmt, die er gebraucht hat um…
Heute sind sie aber noch immer gute Freunde, was er sehr zu schätzen weiß.

No. 5: Antonia

Die Geschichte ist eigentlich auch ein eigenes Kapitel wert, hat sie doch einiges an Drama zu bieten. Doch an dieser Stelle nur so viel: Nach etwa 6 Monaten gab sie dann endlich nach und sie lebten glücklich und zufrieden, bis sie ihm 15 Monate später doch den Laufpass gab.
Hat er auch ‘ne Weile gebraucht, um das ein bisschen zu verdauen.

No. 6: Vera

Auch so eine Geschichte, wo er auf ihre wohl unschuldig gemeinten Sympathiebekundungen nicht so reagierte, wie sie sich das vorgestellt hat.
Ergebnis… ach, lassen wir das.

No. 7: Marlies

Für immer. So fühlte sich das mit Marlies an. Zugegeben, es fühlt sich für ihn jedes Mal „für immer“ an, sonst würde er nicht sein ganzes… Herz? Jedenfalls kennt Marlies ihn ziemlich gut. Die Geschichte ist hier aber auch noch nicht zu Ende, obwohl der Teil mit der Beziehung nun auch schon mehr als ein paar Jahre zurückliegt.


Und jetzt wird’s schwierig, denn alles Ablenken und Sinnieren über gescheiterte oder nie entstandene Beziehungen bewahren ihn nicht davor, sich mit der Gegenwart auseinandersetzen zu müssen. Na ja, ein bisschen kann er noch Emotionsprokrastinieren indem er darauf hinweist, dass die Liste unvollständig ist. Oder von seiner Waschmaschine erzählen, das wär‘ doch ‘ne super Idee!

Das war nämlich so:

Da sitzt er so in der Küche, weil er halt drauf wartet, dass die Wäsche endlich fertig ist, denn die muss noch aufgehängt werden. Und während er so dasitzt und mit seinem SnobPhone rumdaddelt und warum fühlt sich der rechte Fuß so nass an und… och neee!
Läuft die Waschmaschine schon wieder aus, diesmal direkt an der Tür. An der Tür? Wieso das denn? Glaubt man nicht, wenn man nicht dabei war, aber eine Socke, eine verf*ckte Socke (!) hat sich in der Tür eingeklemmt und verhindert nun, dass diese wasserdicht schließt. Die nächsten 22 Minuten bis zum planmäßigen Ende des Waschprogramms verbringt er mit Lappen und Eimer auf dem Küchenboden.



Und es ist 3:31 Uhr. Man schreibt keine Nachrichten um 3:31 Uhr. Was immer passiert, Nachrichten um 3:31 Uhr sind nie gut, egal ob man sie schreibt oder liest. 2:51 Uhr ist auch nicht besser, er hat’s überprüft. Was hat ihn geritten, um 3:31 Uhr in sein verkacktes SnobPhone zu starren und Nachrichten zu lesen? Und warum zur Hölle musste er diese beantworten, indem er ihr einen kleinen Blick in die Welt seiner Gefüh-


Er ist froh und er hasst sich und ist wütend und verzweifelt und he’s hurting, hurting so much und er kennt manche Ausdrücke nur auf Englisch und er hat sie bisher kennenlernen dürfen, ohne dass man sich ständig zu sehen bekommt, ohne die Lenkungen und Ablenkungen, die so ein Körper auf den anderen ausüben kann und er mag ihr Hirn und er versteht sie und sie versteht ihn und er versteht nicht, weshalb zwischen zwei Menschen kein Blatt Papier passt wohl aber ein ganzes Universum und er weiß, dass dieses Universum eine 3. Person ist und er möchte alles richtig machen und er kann wohl nichts richtig machen und er will dass sie glücklich ist und es zerreißt ihn, dass sie ihr Glück nicht mit ihm suchen möchte und er will weglaufen und er läuft nicht weg, läuft nicht weg, er läuft nicht weg, nicht weil er es versprochen hat, sondern weil er es meinte als er sagte, dass er zurückrenne und nicht weglaufe und er kennt ihre Erwartungen und er akzeptiert diese und er kämpft und er läuft und er weiß, dass er zu alt ist aber er läuft schneller und weiter als sie es kann und „Nimm das, junge Frau! Ha-ha…“ und er weiß auch, dass er sie zum Lachen bringen kann und dass sie ihn auch mag und er hat so ein Bild von etwas zu Füßen legen im Kopf und würde es gerne verwenden auch wenn es viel zu fellbällchenkotzig ist und sie würde drüber stolpern haha, nochmal „Nimm das, junge Frau“ und alles würde er machen und meint damit nicht die großen Fellbällchenkotzgesten sondern den ganzen Alltagskram und ja, er würde auch mal was fellbällchenkotziges machen, einfach weil er nicht anders könnte und er findet, er sollte hier langsam mal zum Schluss kommen weil
wir haben’s
jetzt alle
begriffen…

und dennoch kann ich eines letztlich nicht:

Verzicht auf das ICH zugunsten der 3. Person (Singular)


P.S. Natürlich sind alle Namen geändert. Wer glaubt denn ernsthaft, dass jemand „Denise“ oder „Marlies“ heißt?
#sonenntmanseineTöchterdochnicht
#einehatgarkeinenNamen
#dochhatsie
#wirdnurnichtverraten


© 2019 albert sadebeck

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Blockpost™ was so passiert

004) Nachtpassiv

Oh ja, natüüürlich!

Ausgerechnet die Nacht vor einem für meine Verhältnisse langen Arbeitstag beschließt to not give a fuck und schubst mich viel zu früh aus der wohligen Umarmung verstörender Träume mit alten Männ-

Ok, hier ist dann doch mal Schluss mit Authentizität und Realismus. Dankt mir später, denn die Geschichte ist noch nicht vorbei. *Zwinkersmiley*!

Was fängt man nun damit an, wenn man genau weiß, in zweieinhalb Stunden muss man sowieso raus aus den Federn und Schlaf, so er denn sich doch nochmal zu einem kleinen Besuch herabließe, brächte nur marginale Erholung und maximale Vertrantutung des über- und gleichzeitig unterforderten Brains.

Also fange ich trotz der absoluten Gewissheit über die Sinnlosigkeit dieser Verzweiflungstat an zu…

Denken.

Wow. Krasses Konzept, dieses Denken. Vor allem nachts. Nicht nackt, Ihr Honks! Na gut, manchmal auch das, aber nur wenn keiner zuguckt. Wie zum Beispiel… jetzt? ^^
(Oh, I love messing with your ahnungslosen Brains!)

Zurück zum Thema. Denken. Vielleicht sogar Nachdenken. Ok, worüber?

Arbeit!

Im Wachschnarchmodus zu arbeiten ist eine hervorragende Idee. Und so konzipiere ich mal eben die nächsten drei Inszenierungen, baue Werkstatt, Büros und alle anderen Räume CO2-neutral und vegan um und erfinde nebenbei noch einen Cold Fusion Reactor. Nur dass ich es halt nicht aufgeschrieben bekomme.

Alsooo, nicht über Arbeit nachdenken.

Ehhhm… dann eben über Dein Leben?!

Bist-Du-des-Wahnsinns-alles-bloß-das-nicht!

Also nicht Nachdenken. Was dann?

Wäsche waschen!

Lohnt sich aus mehreren Gründen nicht. Erstens ist noch nicht genug Schmutzwäsche da, um auch nur den Start des energiesparendsten Programms zu rechtfertigen.

.

.

.

.

Du sagtest „aus mehreren Gründen nicht“.

Oh, sorry. War kurz auf Standby. Ehm, zweitens: Die Waschmaschine ist in meiner Wohnung nicht einmal ansatzweise strategisch gut genug platziert, um den Nachbarn in den Wahnsinn treiben zu können, so wie es mir in wenigen Augenblicken mit dem allzu vertrauten „Fiiiiieeeep!“ aus seiner Butze gehen wird.

Früher hatte ich in schlaflosen Nächten ja immer besonders gute Ideen. Doch, ehrlich! Leider war ich nur immer zu müde, um sie notieren zu können. Das ist sehr schade, denn eigentlich habe ich schon alle meine Probleme ever, die ich jemals hätte gehabt haben können, sollen und müssen, nachts gelöst. Oder hätte sie gelöst haben können, wäre ich nicht so… nachtpassiv.

Es ist ja auch keine böse Absicht, aber zu dieser Zeit, in der der ganze verdammte Planet zu schlafen scheint, nur ich nicht (!), geschieht auch alles nicht in der richtigen Reihenfolge. Also… nicht in Reihenfolge. Denken, Munterwerden, Aufstehen, Handeln (Schreiben zum Beispiel). Wieder müde werden, hinlegen, weiterschlafen.

Aber nein, mein abgefucktes Brain entscheidet sich für Munterwerden, Denken, während des Aufstehens wieder müde werden, trotzdem Handeln. Rauchen zum Beispiel. Dazu ‘n Kaffee.
Bin also müde, aufgekratzt weil der Kaffee zu stark ist, und was bemerke ich heute? Ich rauche gar nicht mehr! Zum zweiten Mal. Und da ich noch nicht so lange nicht rauche, wie ich beim ersten Mal Nichtrauchen nicht geraucht habe, will ich mir den zweiten Platz in den internen Nichtrauchercharts nicht mit Disqualifikation wegen Jetzt-doch-wieder-Rauchen versauen. Außerdem habe ich gar keine Tabakwaren im Haus, will keine im Haus haben und habe nicht mal Lust auf Rauchen. Auch krass. Ich komme auf das Thema ehrlich gesagt nicht, weil ich gerade das Verlangen nach Rauchen verspüre, sondern weil ich das früher immer so gemacht habe. Nicht schlafen können? Ok, erstmal eine rauchen!

Und schon bin ich wieder am Nachdenken, diesmal über die Frage, ob ich Klavier spielen, irgendwas komponieren könnte.

Sollte.

Müsste!

Alles was dabei herauskommt ist die Erkenntnis, dass ich ja noch einen Song für die Weihnachtsmarkteröffnung (fragt einfach nicht) machen muss. Dazu brauche ich aber das entsprechende Programm im PC, welches ohne Kopierschutz-Dongle nicht einmal startet. Und diesen Dongle hab‘ ich Trottel an der Arbeit liegen lassen. Wo auch mein geiles SnobPad liegt, auf dem ich jetzt schön die Zeit mit Katzenvideos verdaddeln könnte. Katzenvideos, genau mein Ding.

Mist, der erste Kaffee ist noch nicht ganz ausgetrunken, aber nur noch lauwarm. Muss ich den jetzt echt austrinken, bevor ich mir einen neuen machen darf? Ja, musst Du. Keine Nahrungs- und/oder Genussmittel verschwenden! Überleg mal, wie hart unterbezahlte Tagelöhner knuffen müssen, damit Du schön für 5 Euro ‘n Päckchen Bio-Kaffee kaufen und Dich danach wieder hinlegen kannst!

Oh ja bitte, jetzt meldet sich auch noch das schlechte Gewissen! Was kommt als nächstes, Erkenntnisse? Schlussfolgerungen?!

Horche kurz in mich rein.

Nope, zu müde.

Und vor mir:

Kalter Kaffee.


© 2019 albert sadebeck

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002) Pro & Contra

Der Titel sagt ja im Prinzip schon alles, nämlich nichts. Scheint auch das zu sein, was ich schreiben kann. Nichts von Belang. Obwohl ja doch einiges passiert ist in dieser Woche. Und auch im Leben davor. Bisher, um genauer zu sein, sonst denkt noch jemand, ich glaube an Reinkarnation oder sowas.
Tu ich aber nicht und will das momentan auch nicht vertiefen.

Ich kenne nämlich keine Grenzen mehr.
Ja, ich hab’s geschafft, ich bin grenzenlos! Woohoo! So grenzenlos, dass ich nicht mehr weiß was ich noch darf.

Ok, nicht ich bin grenzenlos, sondern kenne einfach die Grenzen nicht. „Nix neues“, denken die einen und meinen vermutlich die Grenzen des guten Geschmacks. Der Rest fragt sich, worum es hier eigentlich geht und warum man hier für sein Geld nicht ordentlich unterhalten wird.

I have news for you – das ist mein persönlicher Blog und Ihr müsst hier zumindest kein Geld zahlen. Kann sein, dass ein paar Eurer grauen Zellen an Langeweile sterben, aber das lässt sich ja leicht vermeiden. Indem Ihr was Interessantes lest. Dafür müsst Ihr allerdings einen anderen Blog aufsuchen, denn ich wage es kaum noch, Geschichten aus meinem Leben zu erzählen.

Das Problem ist die Provinz. Ja ja, man soll stolz auf seine Heimat sein, bla bla…

Bin ich aber nicht, schon weil mir das Konzept „Heimat“ irgendwie suspekt ist. Und weil in der Provinz Ideen wie „Privatsphäre“ oder „im Schutz der Anonymität“ eher wie die Gedankenwelt von Verrückten statt als etwas Reales, Notwendiges betrachtet werden.

Jeder kennt jeden und für eine Gemeinschaft mag das ja notwendig sein, mir erschwert es das Schreiben jedoch gleich auf mehreren Ebenen.
Will ich beispielsweise die Privatsphären meiner Freund*innen respektieren (wow, klingt total fancy, als hätte jede*r meiner Freund*innen eine „private Sphäre“, in der sie/er schweben kann :rolleyes), dann kann ich nicht eine einzige Episode oder Begebenheit irgendwo kleinkünstlerisch verwursten. Weder hier noch auf der Bühne.

„Hä?! Da nennste die einfach anders, veränderst ein paar Details an den Stories, und gut.“

Ja, Du Schlaumeier. Danke, daran hab‘ ich ja noch gaaar nicht gedacht. : rolleyes
Bringt’s voll. :daumenhoch

Ok, lassen wir mal für einen Moment den Sarkasmus und testen se theory. Sagen wir, ich schreibe eine Geschichte über eine Figur mit einem ausgeprägten Sinn für häusliche Ordnung und Sauberkeit.

„Mit was?“
„Mit einem Putzfimmel.“

Sofort meinen mindestens 3 Leute – eher 5, aber eine liest den Blog vermutlich nicht – jedenfalls meinen die zu wissen, welche actual person in real life die Vorlage geliefert hat. Und da hab‘ ich mir noch nicht mal die Mühe gemacht, einen Namen zu nennen. Nicht mal einen Fake-Namen.

Die Wäsche muss aus der Maschine.
Yep, ich habe es wieder getan und nun bin ich doch sehr gespannt, ob heute mal keine Zwischenfälle –

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(der Cursor blinkt;
 10 Minuten später)

Ja, heute hat das mit der Wäsche mal problemlos funktioniert. Ich werde also durch den Text gekommen gewesen sein, ohne verstörende Bilder in Euren Köpfen erzeugt gehabt zu haben.

(Ouuh, das war jetzt meta, oder?)

Nehmen wir Melanie. Ich kenne keine Melanie, jedenfalls noch nicht, und deshalb erscheint der Gebrauch des Namens einigermaßen sicher. Aber Melanie „ich-heiße-in-Wirklichkeit-ganz-anders-Melanie“ erkennt sich hundertprozentig wieder, wenn in einer Geschichte eine junge Frau auftaucht, die einen Kleinkünstler sexy findet.
Und wenn Ihr Melanie ob der Beschreibung ihres Geschmacks jetzt für völlig erfunden haltet, dann habt Ihr natürlich recht, denn wie bereits erwähnt: Ich kenne keine Melanie.

Aber Ihr versteht mich, oder? Dieser Provinzkosmos ist so klein, die sozialen Gewebe so zusammenge… gewebt (Wow. Dieser Ausdruck. Einfach nur wow.), ich weiß gar nicht, wie ich beobachten und schreiben und alles… wie das alles gehen soll, wenn ich auf alle Rücksicht nehmen muss.

„Dann schreib doch Fantasy-Scheiß oder was Lustiges!“

GesichtspauseTM (ein Produkt aus dem Hause „sadebeck – communications concepts“)

Ich starre hier die ganze Zeit auf ein Gedicht, über dessen Veröffentlichung ich mir seit einigen Wochen Gedanken mache.

Pro

  • Das Schreiben ging mühelos.
  • Es ist da.
  • Es muss nicht mehr geschrieben werden.
  • Es bereitet keine Arbeit.

Contra

  • Ich hab‘ mir keine Mühe gegeben.
  • Es ist kein gutes Gedicht.
  • unechte Reime
  • fragwürdig in Form und Aussage
  • das Werk eines Amateurs
  • Magdalene wird es erkennen.

Ich kenne keine Magdalene (und trotzdem liest sie meinen Blog?), aber sie hat mich dennoch einmal gebeten, ihr… oh, jetzt komme ich aber ins Grübeln, wollte sie ein Gute-Nacht-Lied geschrieben haben?
Ja, ich glaube sie wollte irgendwie ein Gute-Nacht-Lied und mir war’s zu doof und das wollte ich nicht sagen, also hab‘ ich ein Gedicht geschrieben und… warum erzähle ich das? Ach ja, um Euch zu erklären, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob ich das (nicht gute) Gedicht veröffentlichen sollte. Fürchte ja, dass Magdalene jetzt schon erkannt hat, dass sie eigentlich Mireille ist. Wenn ich dann jetzt noch das Gedicht raushaue und sie es erkennt, womöglich denkt sie dann ich verfolge irgendwelche Hintergedanken. Tue ich nicht, Mireille, versprochen!

Das sind so die Gedanken, die mich seit Tagen quälen. Ja, es ist 1 hartes life. Der Freundeskreis ist so klein, dass man nichts vor niemandem verbergen kann. Und so laufe ich natürlich Gefahr, dass ich einigen meiner Freund*innen und auch Bekannten mit meinen Themen auf die Füße trete. Vielleicht sollte ich nur über Ex-Freund*innen schreiben, die hassen mich sowieso schon.
Bis auf Sophie und Melinda, die mögen mich. 😀

Auch so ein Thema, Freundin…

Ehm… ok, ich lass es einfach.

P.S.: Wer sagt eigentlich, dass ich Rücksicht nehmen muss?


© 2019 albert sadebeck

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001) NACKT

Ein Mann beim Staubsaugen. Nichts Ungewöhnliches.
Er ist nackt.
„Widerlich“, vermutlich der erste Gedanke bei den meisten.
„Warum?!“, eine naheliegende Fragestellung.

Weil er es nicht anders verdient und… keine Lust hat.
Er will sich nichts anziehen. Er hat es nicht verdient, Kleidung zu tragen. Nicht einmal in seiner Wohnung. Ein armer Tropf, unwürdig, verachtenswert, nutzlos.

Immerhin ist er allein und belästigt niemanden mit seiner erbärmlichen Erscheinung.
„Warum?!“
Warum saugt er Staub? Hat er nichts Besseres zu tun? Sieht er keine andere Möglichkeit seinem sinnenterleerten Dasein Bedeutung einzuhauchen als staubzusaugen?
Die Wahrheit ist, er muss. Ein Zwang bürdet ihm die Banalität dieser alltäglichen Handlung auf.
Natürlich hätte er das auch auf einen anderen Tag verschieben können, wie die ganzen letzten zwei Monate schon. Oder auf eine andere Uhrzeit, nachts, halb drei. Um sich an seinem Nachbarn zu rächen.
Er hasst seinen Nachbarn, denn der ist laut. Aus seiner Wohnung dringt täglich von 5:15 Uhr bis 6 Uhr und von 17:15 Uhr bis 18:00 Uhr ein unerträglich hochfrequenter Ton, ein Fiepen. Ein Geräusch, dessen genaue Ursache der Mann einfach nicht herausfinden kann. Es ist nicht allzu laut, aber gerade laut genug, dass es in der Wohnung kein Entrinnen gibt.
Als wäre das nicht genug! Abends, wenn er die dringend nötige Nachtruhe genießen möchte, dröhnt aus der Nachbarwohnung das peinliche Geplapper billiger Seifenopern, Game Shows oder was dieses Arschloch sonst halt so glotzt.
„Warum?!“
Weil er befürchtet, dass der allgegenwärtige Staub und seine daraus geborenen Flusen einen Pakt der Finsternis mit dem Wasser der Waschmaschine eingehen könnten.
Nein, sie läuft nicht aus, die Waschmaschine.
Sie läuft einfach gar nicht.
Nicht mehr.
Sie will das verdammte Wasser nicht abpumpen, die Wäsche nicht schleudern, die Tür nicht freigeben.
Seine große Hoffnung ist, dass nur das Flusensieb verstopft ist, dass er mit einem einfachen Handgriff diese Waschmaschine vor ihrem sicheren Tod bewahren kann. Er kann sich einfach keine neue Waschmaschine leisten. „Erbärmlich“, denkt er, während er den Staubsauger über den Boden schrammen lässt.
Es lässt sich nicht vermeiden, er wird den Ablauf an der Vorderseite öffnen und das Wasser ablaufen lassen müssen, 3,9 cm über dem Boden. Das Wasser wird sich auf dem Boden verteilen, unaufhaltsam, und eine unheilige Allianz mit Staub und Flusen eingehen.
Orthanc und Baradur, und keine Arwen, die die Fluten mit ihrer Elbenmagie zähmen könnte.

IMG_5759.jpg

Der Boden ist gesaugt. Toll.
Da kniet er nun vor seiner Waschmaschine, bewaffnet nur mit einer 3,6 cm flachen Frischhaltebox, und lässt Milliliter für Milliliter das Wasser aus der Maschine entweichen. Nackt, unwürdig, verachtenswert.
Wahrscheinlich ist er gar nicht unwürdig und verachtenswert. Eine Freundin, nicht „seine“ Freundin, denn er hat keine Freundin… hatte daher neulich aus Gründen die Idee, seiner Selbstverachtung mit einem einfachen Trick zu begegnen.
„Das sind 5 Bohnen. Die steckst du in deine rechte Hosentasche. Und jedes Mal, wenn du irgendetwas gut gemacht hast, nimmst du eine Bohne und steckst sie in die linke Hosentasche. Du wirst erstaunt sein, wie schnell deine rechte Tasche leer sein wird.“
„Erstaunlich“, denkt er sich, noch immer vor der Waschmaschine kniend. Warum passen in die kleine Waschmaschine offenbar die Fluten des Flusses Isen? Und wo ist Gandalf, wenn man ihn mal braucht? Obwohl, so toll ist der auch nicht. Kann coole Tricks, benutzt die aber immer nur ein Mal zum Angeben und dann nie wieder.
Das Wasser ist inzwischen gebändigt. Vorsichtig prüft er, ob sich die Tür zur Trommel öffnen lässt…
Ja! Die Waschmaschine befindet ihn für würdig und lässt ihn die Tür öffnen und er weiß, morgen kann er wieder Kleidung tragen! Wenn er die Maschine dazu bringt, „schleudern/abpumpen“ auszuführen…
Er greift mit der linken Hand vorsichtig in die Öffnung des Flusensiebs und sucht. Und findet.
Eine Bohne.
Eine zweite Bohne findet er im Innern der Trommel. Und eine dritte, vierte, fünfte…
Er fühlt sich verachtenswert, unwürdig, nackt.

APC_0380.jpg

P.S.: Liege jetzt in der Wanne. Es schien mir ob der (noch) nicht tragbaren Kleidung naheliegend.


© 2019 albert sadebeck