Nachtpassiv

Oh ja, natüüürlich!

Ausgerechnet die Nacht vor einem für meine Verhältnisse langen Arbeitstag beschließt to not give a fuck und schubst mich viel zu früh aus der wohligen Umarmung verstörender Träume mit alten Männ-

Ok, hier ist dann doch mal Schluss mit Authentizität und Realismus. Dankt mir später, denn die Geschichte ist noch nicht vorbei. *Zwinkersmiley*!

Was fängt man nun damit an, wenn man genau weiß, in zweieinhalb Stunden muss man sowieso raus aus den Federn und Schlaf, so er denn sich doch nochmal zu einem kleinen Besuch herabließe, brächte nur marginale Erholung und maximale Vertrantutung des über- und gleichzeitig unterforderten Brains.

Also fange ich trotz der absoluten Gewissheit über die Sinnlosigkeit dieser Verzweiflungstat an zu…

Denken.

Wow. Krasses Konzept, dieses Denken. Vor allem nachts. Nicht nackt, Ihr Honks! Na gut, manchmal auch das, aber nur wenn keiner zuguckt. Wie zum Beispiel… jetzt? ^^
(Oh, I love messing with your ahnungslosen Brains!)

Zurück zum Thema. Denken. Vielleicht sogar Nachdenken. Ok, worüber?

Arbeit!

Im Wachschnarchmodus zu arbeiten ist eine hervorragende Idee. Und so konzipiere ich mal eben die nächsten drei Inszenierungen, baue Werkstatt, Büros und alle anderen Räume CO2-neutral und vegan um und erfinde nebenbei noch einen Cold Fusion Reactor. Nur dass ich es halt nicht aufgeschrieben bekomme.

Alsooo, nicht über Arbeit nachdenken.

Ehhhm… dann eben über Dein Leben?!

Bist-Du-des-Wahnsinns-alles-bloß-das-nicht!

Also nicht Nachdenken. Was dann?

Wäsche waschen!

Lohnt sich aus mehreren Gründen nicht. Erstens ist noch nicht genug Schmutzwäsche da, um auch nur den Start des energiesparendsten Programms zu rechtfertigen.

.

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.

Du sagtest „aus mehreren Gründen nicht“.

Oh, sorry. War kurz auf Standby. Ehm, zweitens: Die Waschmaschine ist in meiner Wohnung nicht einmal ansatzweise strategisch gut genug platziert, um den Nachbarn in den Wahnsinn treiben zu können, so wie es mir in wenigen Augenblicken mit dem allzu vertrauten „Fiiiiieeeep!“ aus seiner Butze gehen wird.

Früher hatte ich in schlaflosen Nächten ja immer besonders gute Ideen. Doch, ehrlich! Leider war ich nur immer zu müde, um sie notieren zu können. Das ist sehr schade, denn eigentlich habe ich schon alle meine Probleme ever, die ich jemals hätte gehabt haben können, sollen und müssen, nachts gelöst. Oder hätte sie gelöst haben können, wäre ich nicht so… nachtpassiv.

Es ist ja auch keine böse Absicht, aber zu dieser Zeit, in der der ganze verdammte Planet zu schlafen scheint, nur ich nicht (!), geschieht auch alles nicht in der richtigen Reihenfolge. Also… nicht in Reihenfolge. Denken, Munterwerden, Aufstehen, Handeln (Schreiben zum Beispiel). Wieder müde werden, hinlegen, weiterschlafen.

Aber nein, mein abgefucktes Brain entscheidet sich für Munterwerden, Denken, während des Aufstehens wieder müde werden, trotzdem Handeln. Rauchen zum Beispiel. Dazu ‘n Kaffee.
Bin also müde, aufgekratzt weil der Kaffee zu stark ist, und was bemerke ich heute? Ich rauche gar nicht mehr! Zum zweiten Mal. Und da ich noch nicht so lange nicht rauche, wie ich beim ersten Mal Nichtrauchen nicht geraucht habe, will ich mir den zweiten Platz in den internen Nichtrauchercharts nicht mit Disqualifikation wegen Jetzt-doch-wieder-Rauchen versauen. Außerdem habe ich gar keine Tabakwaren im Haus, will keine im Haus haben und habe nicht mal Lust auf Rauchen. Auch krass. Ich komme auf das Thema ehrlich gesagt nicht, weil ich gerade das Verlangen nach Rauchen verspüre, sondern weil ich das früher immer so gemacht habe. Nicht schlafen können? Ok, erstmal eine rauchen!

Und schon bin ich wieder am Nachdenken, diesmal über die Frage, ob ich Klavier spielen, irgendwas komponieren könnte.

Sollte.

Müsste!

Alles was dabei herauskommt ist die Erkenntnis, dass ich ja noch einen Song für die Weihnachtsmarkteröffnung (fragt einfach nicht) machen muss. Dazu brauche ich aber das entsprechende Programm im PC, welches ohne Kopierschutz-Dongle nicht einmal startet. Und diesen Dongle hab‘ ich Trottel an der Arbeit liegen lassen. Wo auch mein geiles SnobPad liegt, auf dem ich jetzt schön die Zeit mit Katzenvideos verdaddeln könnte. Katzenvideos, genau mein Ding.

Mist, der erste Kaffee ist noch nicht ganz ausgetrunken, aber nur noch lauwarm. Muss ich den jetzt echt austrinken, bevor ich mir einen neuen machen darf? Ja, musst Du. Keine Nahrungs- und/oder Genussmittel verschwenden! Überleg mal, wie hart unterbezahlte Tagelöhner knuffen müssen, damit Du schön für 5 Euro ‘n Päckchen Bio-Kaffee kaufen und Dich danach wieder hinlegen kannst!

Oh ja bitte, jetzt meldet sich auch noch das schlechte Gewissen! Was kommt als nächstes, Erkenntnisse? Schlussfolgerungen?!

Horche kurz in mich rein.

Nope, zu müde.

Und vor mir:

Kalter Kaffee.


© 2019 albert sadebeck

2 Kommentare zu „Nachtpassiv

    1. Danke sehr! Freut mich, wenn ich (auch?) für Amusement sorgen kann. Mal sehen, wie das mit dem Schlaf so klappt. Wenn die letzten Tage irgendeinen Hinweis darauf geben, na dann Gute Nacht. 👀😊

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