NEUN Uhr FÜNFUNDVIERZIG

bwwwww.

bwwwww!

bwww – bwwwww!

(Warum will die Autokorrektur das groß schreiben? Ja ja, es steht am Anfang der Zeile, aber es ist ja nicht mal ein richtiges Wort!)

Jetzt schon. Ich habe es mir ausgedacht und erkläre es Kraft meiner Kleinkunstinkontin- ne, ähm… Unkompliz- ne, auch nicht. Jedenfalls erkläre ich hiermit offiziell „bwwwww“ zu einem Wort. Es bedeutet:

„Nerviges Insekt geräuscht sich unter Zuhilfenahme von Kollisionen mit allen möglichen und unmöglichen Gegenständen durchs Zimmer!“

Und „geräuschen“ ist ab sofort auch offiziell ein Verb, welches ich mir ausgedacht habe. Verklagt mich doch!

Und das alles SECHS Uhr ZEHN. Da beschließt eine Wespe „Das Geschnarche dieses selbst ernannten Kleinkünstlers geht mir aber sowas von auf die Fühler!“ und los geht’s mit bwwwww! Ich stehe also auf, um sie in die Freiheit zu entlassen. Leider möchte sie nicht durch den schmalen Schlitz, der durch das Ankippen des Fensterflügels entsteht, ins Freie flattern. Das ist der gestreiften Dame wohl nicht pompös genug als Abgang. „Dann mach doch das Fenster richtig auf!“

Ich weiß ja nicht, wessen Hirn ich gerade höre, meines ist es jedenfalls nicht. Nein, mein Hirn ist schon einen Schritt weiter und hat erkannt:
„Da musst Du wohl erstmal die Fensterbank freiräumen.“

Ich sehe nach.

Es stimmt. Mist.

bwwwww. (Ja, verehrte Autokorrektur, ich als Erfinder des Wortes „bwwwww“ lege hiermit fest, dass es IMMER kleingeschrieben zu werden hat.)

Ok, die Fensterbank ist freigeräumt, aber nur so weit, dass man das Fenster öffnen kann. Von „Aufräumen“ oder so war ja nicht die Rede. „Schüss, Wespe!“ und kann ich jetzt bitte erstmal einen Kaffee haben?! Mittlerweile ist es nämlich bereits SECHS Uhr DREISSIG.

„Haste denn wenigstens schon Wasser aufgesetzt?“ ruft es irgendwo her und ich habe noch immer keine Ahnung, wessen Hirn sich hier in meine morgendliche Selbstverdingsung einmischt. Außerdem frage ich mich in exakt diesem Moment des Aufschreibens, ob ich nicht allein in diesem Text bis hierher genug Material für eine „kleine enzyklopädie der kundigkeit, band 5-12“ hätte.

Ein Blick auf meine Notizen für diese BlockpostTM sagt „Nein, denk an die Beule“.

Ok, denke ich eben an die Beule. Kann man nachvollziehen, denn auch hier spielt ein Insekt (vermutlich mit Stachel!) eine wichtige Rolle. Die Story geht so…

Kilometer 11,63 meiner Laufstrecke. Zwimp!

Ist doch klar, was passiert ist, oder?

Nicht?!

Okeee… (extremes Augenrollen)

Zwimp!  – Geräusch und im selben Moment Gefühl des Einschlags eines Insekts an der Stirn.

Im ersten Moment denke ich so „F*ck! Hat mich das Vieh jetzt gestoch-“ … ach ne, stimmt gar nicht. Eigentlich denke ich ja „Oh nein, das arme Insekt! Hat es sich wehgetan? Wie geht Stabile Seitenlage bei Wespen nochmal?“

SECHS Uhr ZWEIUNDDREISSIG und noch immer kein Kaffee. Nicht mal in Sicht! Auch deshalb nicht, weil das Wasser noch nicht aufgesetzt ist. Dafür freue ich mich über meinen neuesten Life Hack, den ich gerne mit Euch, liebe Leser*innen, teilen möchte.
In dieser für uns alle nicht einfachen Zeit geht es schließlich nicht zuletzt darum, die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal zu nutzen. Und natürlich spreche ich hier von Toilettenpapier.

Ähm, beschwer Dich bitte nicht bei mir, wenn in dieser Sekunde auch die treuesten Leser*innen den Tab im Browser schließen und rüber zu Pornhub switchen!

Du meinst, ich sollte hier und jetzt Nacktbild-

Nein, Du Honk! Du sollst aufhören, über Toilettenpapier zu schreiben!

Aber das ist ein echt guter Tipp! Einfach bei 4-lagigem Papier 2 Lagen lösen und schon hat man die nutzbare Menge an Toilettenpapier verdoppelt!

GesichtspauseTM

Es ist inzwischen SECHS Uhr SIEBENUNDDREISSIG und, oh Wunder, der Kaffee ist tatsächlich überbrüht.
Die Gedanken werden klarer und das ist nicht immer ein guter Zustand. Heute zum Beispiel frage ich mich (mal wieder), was diese „Herausforderung“ so herausfordernd macht, die sich da alle bei WhatsApp um die Ohren hauen.

. . .

Die Antwort darauf… hm, also meine Antwort darauf… Ich behalte sie tatsächlich für mich. Nicht, um Euch zu ärgern oder so. Aber meine Gedanken hierzu sind nicht allzu freundlich und da meldet sich eine andere Stimme und flüstert mir leise ins Ohr, ich solle den Leuten doch ihren Spaß lassen, appaturTM sein. Ich müsse ja nicht mitmachen, wenn ich nicht will.

Ja, aber warum streiche ich dann nicht den ganzen Abschnitt? Weiß doch keiner, was ich hier alles wirklich bearbeitet und korrigiert und verändert habe, oder?
Das stimmt. Aber ich möchte auch nicht so tun, als habe ich nur nette und freundliche Gedanken, als wäre es mir ein leichtes, sanftmütig und verständnisvoll und tolerant zu sein. Ist es nämlich nicht. Es ist aber eine gute Übung, weil ich jetzt auch noch einkaufen gehen muss. Und ich fürchte, ACHT Uhr ZEHN könnte schon zu spät sein für einen Einkauf an einem Samstag am Osterwochenende.

Die Anspannung ist eh schon groß genug, auch ohne stressende Leute im Supermarkt. Vor den Einkauf setzt die Vorsicht nämlich noch einen Blick aufs Konto. Bibber-Bibber… ist noch genug drauf, um das nötigste zu bes-

„Telefon, Gas, Elektrik unbezahlt und das geht auch!“

Es gibt Momente für Grönemeyer, liebes Hirn. Dieser… ist keiner.

Aber es fiel mir gerade JETZT dazu ein!

Ja, schön. Was Grönemeyer bei dieser Zeile vergessen hat: „nur eine sehr begrenzte Zeit“

Hng?

Die Zeile müsste heißen „Telefon, Gas, Elektrik unbezahlt und das geht auch nur eine sehr begrenzte Zeit

Haha-hahahahaaaa, hast Du mal versucht, das zu singen?!

 Ach, halt einfach mal die Klappe, Hirn!


NEUN Uhr SECHS, ich bin vom Einkauf zurück.

Es folgen: random pics, aufgenommen vor meiner Haustür.

NEUN Uhr ZEHN (kein Witz, wirklich schon wieder ZEHN), der zweite Kaffee steht bereit.

Man kann es fast erahnen, es war noch ausreichend Guthaben auf meinem Konto, um einen Einkauf für drei Tage bezahlen zu können. I know, „mäßig interessantes Gesprächsthema“, aber ich will nicht über mein Geburtstagsdilemma schreiben. Nein, nicht ICH habe heute Geburtstag. Das Dilemma habe ich mit Geburtstagen anderer Leute.

Man kann bei Geburtstagen nämlich sehr viel falsch machen, zum Beispiel unfreiwillig zugeben, dass man keine Ahnung hat, was dem jeweiligen Geburtstagskind wichtig sein könnte. Es gibt natürlich Leute, die da kein großes Aufheben machen und sich einfach freuen, dass man an sie denkt. Meine mentale Prioritätenliste funktioniert aber nicht so, sie lässt sich nicht die Beschäftigung mit Menschen basierend auf einem Datum diktieren, kennt keine Höflichkeit, keinen Anstand. Eher noch stellt sich die Frage:

Warum feiern wir am Jahrestag unserer Geburt eigentlich nicht unsere Mütter?

Sie haben doch dafür gesorgt, dass wir an einem x-beliebigen Tag vor höchstens 25 Jahren (wir sind ja nicht alt, nicht wahr) das Licht dieser Welt mehr oder weniger wohlbehalten erblicken konnten.

Nun, es scheint mir tatsächlich Zeit für einen Toast zu sein. NEUN Uhr FÜNFUNDVIERZIG ist zu früh? Das ist Eure Sicht der Dinge. Ich für meinen Teil erhebe jetzt das Glas auf meine Mutter und meine Großmutter väterlicherseits, die heute vor ** Jahren beziehungsweise ** Jahren eine Schwester und einen Vater zur Welt gebracht haben.

P.S. Geburtstag am Osterwochenende… das erinnert mich an die Geschichte, wie ich mich mal versehentlich in eine Torte setzte. Aber die erzähle ich ein anderes Mal.


© 2020 albert sadebeck

5 Kommentare zu „NEUN Uhr FÜNFUNDVIERZIG

  1. Ich bin ein wenig verwirrt😳
    Nicht über den Text -> der ist wie immer eine offenKUNDIGE Wohltat zum Lesen!
    Nur was will uns der KLEINKÜNSTLER mit dem mehrfachen Ablichten eines Puppenwagens in Verbindung mit seinem (unseren) Namen sagen…?…🤔

    Gefällt mir

  2. Ich kopiere jetzt einfach mal was mein Vorkommentator da schrieb.. „der ist wie immer eine offenKUNDIGE Wohltat zum Lesen!“ Dem stimme ich absolut zu!
    Allerdings finde ich, diese Wespe, kam eindeutig zu kurz und verschwand dann völlig im Nirvana. Na gut, will nicht so kritisch sein, ist ja Ostern. Hauptsache Kaffee, das Elixier der Menschheit!

    Gefällt 1 Person

  3. „Warum feiern wir am Jahrestag unserer Geburt eigentlich nicht unsere Mütter? Sie haben doch dafür gesorgt, dass wir an einem x-beliebigen Tag vor höchstens 25 Jahren (…) das Licht dieser Welt mehr oder weniger wohlbehalten erblicken konnten.“

    Das ist mein Teeeeeext!!!! Dies prangere ich seit Jahrzehnten an… und beglückwünsche, so es noch möglich ist, immer auch die Mütter… gefälligst!
    Heut zb hab ich im Herzen unsere Mama beglückwünscht ☺️🥰

    Mal wieder höchst kurzweilig zu lesen, die Blockpost… vielen Dank dafür… und Prost 😁

    Gefällt 2 Personen

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