dreizehn geschichten – drei (13/3)

Meinen Urlaub habe ich mir ja auch anders vorgestellt. Zum Beispiel ohne COVID-19. Dennoch verläuft er in erstaunlich vertrauter Manier:

Ich bin in einer Stadt, treffe ein paar Leute, es gibt Bier, Tapas und vom Laufen schmerzende Gliedmaßen.
Was aber sehr anders ist als früher: Es gibt ’ne BlockpostTM!
Nun bin ich aus anderen Gründen als sonst nicht zum Schreiben neuer Texte und Gedanken gekommen, hatte mir aber die Fortsetzung der „dreizehn geschichten“ vorgenommen.
Doch auch die Aufnahme der Texte klappte nicht vor der Zugfahrt hierher, das Finanzamt forderte sehr kurzfristig seeeeehr viel Aufmerksamkeit. *seufz…

Nimmste halt Dein Studio mit!

Danke, Hirn.

Ich schleppe nun also diverse Tontechnik mit, um während meines Aufenthalts hier in se Big City ein bisschen was auf Rekkord aufzunehmen. Ja, auf Rekkord!
Die Tonqualität ist einigermaßen miserabel und, aber Teil drei der dreizehn geschichten wird auch erst in den nächsten Tagen da eingebaut ist zumindest da eingebaut, wo er hingehört.

Bis dahin, lest und hört einfach in dieser kleinen BlockpostTM!


13/3_(Zuhause)

Nun ja, wenn man es ganz genau nahm, hasste er die Natur. Sie war einfach zu unbequem. Mal zu kalt, mal zu warm, mal zu nass, mal zu trocken. Doch da sich um seine Hüften so einiges an Ballast angesammelt hatte, was seiner Eitelkeit nicht gerade schmeichelte, fühlte er sich bemüßigt, seine Nase auch mal Gassi zu führen. Als er eines Morgens so vor sich hin trabte, erhaschte er einen Blick auf etwas Rotes, das sich schnell von ihm fortbewegte. Er beschleunigte seine Schritte, denn er war neugierig und erhoffte sich ein wenig Abwechslung bei dem langweiligen Trott. Immer wieder entschwand das Rot und tauchte dann aber wieder auf. Immer schneller wurde er und die Hoffnung auf etwas wirklich Besonderes stieg. Doch seine Kondition machte schneller schlapp als seine Fantasie, und er ließ sich unter einem Baum sinken. Da saß er nun und grübelte. Eine Frau tauchte vor seinen Augen auf, in einem roten Kleid und verschwand dann im Nebel der Vergessenheit. Er war doch wirklich verrückt. Langsam normalisierte sich sein Atem und er sah sich um. Wie zum Teufel war er hier in den Wald geraten. Da war ja nicht einmal ein Weg. Und wo war er überhaupt. Er hatte keine Ahnung. Darum holte er sein Handy aus der Hosentasche. Aber, wie nicht anders zu erwarten, kein Empfang. Da fiel ihm wieder ein, wie sehr er die Natur hasste. Und ab jetzt den Wald ganz besonders. Während er noch in seinem eigenen Kosmos kreiste, spürte er plötzlich etwas an seinen Füßen. Er sah auf. Da stand ein riesiger Hund mit einem roten Cape und starrte ihn neugierig an.

„Wuff“, machte der Hund und es klang so wie „Hallo, was machst du da.“

„Ich hab‘ mich verlaufen, weil ich Trottel dir hinterhergerannt bin“, sagte er und für den Hund klang es wie „Wuff“.

„Wuff, Wuff“, sagte der Hund und er verstand: „Soll ich dich heimbringen?“

„Wuff“, antwortete er und stand auf. Der Hund im roten Cape lief vor ihm her und er lief hinterher. Keine halbe Stunde später standen sie vor seiner Haustüre.

Er schloss auf und lies dem Hund den Vortritt. Da blieb nur noch eines zu sagen:

„Wuff“

von Pandorra Birdie Saralonde


13/3_(Sackgasse)

Es dämmerte bereits, als das Kind eine Schlucht erreichte.

Das Mädchen blickte sich um.

„Eine Sackgasse, steile Hänge links und rechts und vor mir“, dachte sie und wollte schon umkehren, als ihr Blick auf einen großen umgefallenen Baum traf.

Die Wurzeln hatten einen Felsspalt freigegeben.

Vorsichtig untersuchte sie den Spalt und schlüpfte hinein, er war gerade groß genug für ein Kind, ein wenig ungemütlich, aber trocken.

Die Wurzeln des Baumes verdeckten den Zugang, sodass niemand wirklich hineinsehen konnte.

Zitternd vor Kälte und mit klappernden Zähnen rollte sich das Mädchen zusammen, zog ihre klamme Jacke noch enger um sich und schlief bald, vor Erschöpfung, ein.

von Veronika Bärenfänger


13/3_(Müde)

Baum müde. Baum Daidai.

von Moi


© 2020 albert sadebeck

2 Kommentare zu „dreizehn geschichten – drei (13/3)

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