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Blockpost™ kleines wörterbuch der kundigkeit

kleines wörterbuch der kundigkeit, folge einsPunktfümmf

Es ist Freitagabend im Frühjahr. Wie so oft in den letzten 10 Jahren sitze ich ausnahmsweise vorm TV und schaue einen Trashsender, von dem ich sonst nicht viel halte. Dieses Format jedoch gewann mein Herz schon seit Beginn der Ausstrahlung. Menschen, die sonst eher nicht tanzen, versuchen Schritte, Bewegungen und Figuren zu lernen, sich auf einer ungewohnten Bühne fallen zu lassen und über ihre Grenzen zu gehen. Abgesehen von Musik und glitzernden Outfits mag ich die Geschichten, die ihre Choreografien erzählen und die Entwicklung, die die mehr oder weniger prominenten Menschen mit ihren Profitänzern hinlegen. Äußerst appaturTM ist auch die Jury. In den aller-, allermeisten Fällen gibt es eine faire Bewertung, konstruktive Kritik, Übungshinweise und Lob.

Zu keiner Zeit hat man das Gefühl, die Darbietung dient dem Spott oder einer Vorführung fehlenden Talents. Gute Tänzer werden gern auch überschwänglich gelobt. Und dann sieht man es: Nicken, Stottern, Ungläubigkeit. Die Worte anzunehmen fällt schwer. Die eigene Leistung tatsächlich anerkennen zu lassen und auch selbst anzuerkennen, eine Herausforderung.

„Das hast du gut gemacht“

„Mir gefällt deine Idee“

„Wie schön du (hier beliebiges Verb einsetzen) kannst.“

Lob.

Komplimente.

Ehrliche Anerkennung.

Netter, respektvoller Umgang miteinander…

Nett zu anderen zu sein lernt man vlt gerade so. Zu teilen, ein liebes Wort zu verlieren, konstruktive Hinweise auszusprechen, all das bekommt man, wenn man Glück hat, vlt durch Elternhaus, Freunde oder fähige Lehrer mit. „Sei nett zu anderen“, „Teile deine Sachen, wenn es dir möglich ist“, „lobe deine Freunde, wenn sie was Gutes tun“

Sätze, die man als Mutter wie eine Schallplatte mit Riss wiederholt.

Ob diese Worte fruchten, wird sich erst später bemerkbar machen. Immerhin spiegelt sich auch das eigene Verhalten in der kindlichen Wesensstruktur wider. Man kann 20 Mal erbitten zu loben, wenn man selbst vorrangig schimpft und sich auf Negatives konzentriert. Hier liegt der Hase vlt begraben. Zwischen Absicht und Umsetzung könnten aus Versehen Welten liegen. Was also, wenn man tatsächlich in die Situation eines spontanen aber ernst gemeinten Kompliments kommt?  Man hat gelernt, wie man nett ist. Wie man hingegen mit derartiger Freundlichkeit umgeht, wenn sie zurück kommt…. das ist schon schwieriger. Nicht wenige Menschen gaben in Gesprächen zu, nervös zu schwitzen, wahllose „danke gleichfalls“ zu murmeln und die Überforderung mit einem zuckenden Auge panisch weg zu atmen.

Man möchte nicht überheblich wirken, sich aber dennoch erkenntlich zeigen. Irgendwie Dankbarkeit ausdrücken, ohne etwas Dummes zu sagen. Ohne böse Absicht hat man mit der falschen Reaktion das bisher von einem angetane Gegenüber beleidigt (die Möglichkeiten hierzu sind quasi unendlich… selbes Talent nicht bemerkt und damit herabgewürdigt, eigenes Talent heruntergespielt „das ist doch total einfach“ und das Gegenüber damit als unfähig bezeichnet etc pp)

Es ist mehr als verständlich, dass man mit der Situation eines Lobs (vor allem wenn es ausführlich und überschwänglich ausfällt), und sei es noch so gerechtfertigt, überfordert ist und anfängt panisch zu stottern. Wenn man selbst eher der bescheidene Typ ist oder selten gelobt wurde, hat man vlt einfach nicht gelernt wie man adäquat auf liebe Worte reagiert und steht nun mit schwitzigen Händen allein umher. Die Situation ergibt sich ja doch nicht alle Tage, ein wirkliches Üben ist daher kaum gegeben.

Wie nun also dieses Problem lösen?

Der erste Schritt zur angemessenen Reaktion besteht vor allem in Akzeptanz. Ein „Quaaaatsch“ mit abtuender Handbewegung hilft weder einem selbst noch dem Menschen der mutig genug war, seine Bewunderung in Worte zu fassen. Auch wenn man selbst anderer Meinung ist, sollte man immerhin die Sichtweise des Gegenübers akzeptieren können. Sollte man mit der Begeisterung überfordert sein, hilft es einfach, einen kleinen Tanz aufzuführen. Das zaubert nicht nur einem selbst, sondern auch allen Umstehenden ein Lächeln ins Gesicht! Tanzen gilt seit jeher als Ausdruck der Freude und Lebenslust. Und was wäre eine angemessenere Reaktion auf Lob?

AkzepTanzTM, der:

kleiner Ausdruck der Akzeptanz und eventuell  Freude. Unauffällig mental zu vollführen oder körperlich darstellbar in sämtlichen Situationen und Umgebungen.

Als Reaktion auf Überforderung in Situationen ausgelöst durch z.B. Lob.

Keine Vorbereitungen nötig, auch sonderliches Tanztalent nicht erforderlich.

Wichtig ist nur, dass sich die ursprüngliche Aufregung in ehrliche Freude, die Unsicherheit in ein Bewusstsein der Anerkennung wandelt und der Körper sich Stück für Stück hin zur Leichtigkeit rhythmisch (oder eben nicht) dem Beat (Telefon schlägt „Beate“ vor und ich breche weg vor Lachen) des freudigen Herzens anpasst. Sei es nur ein Wippen der Fußspitzen oder eine hüpfende Eskalation bis in die Haarwurzeln, jeder ist mit seiner eigenen Form des AkzepTanzTM  ausgestattet. Tief einatmen, Lob annehmen,  Losgelöstheit genießen und tanzen.

In diesem Sinne: geht Komplimente verteilen, nehmt welche an, AkzepTanztTM und nehmt wahr, was Ihr alles Geiles könnt.

Ausser Ihr seid Nazis.

AkzepTanzTM – ein Beispiel (Sound On!)

© 2020 hollingtonsmum

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010) kleines wörterbuch der kundigkeit, folge eins

Vorwort

Nr. 10!

NUM.MER ZE-EHN! Wer hätte das gedacht, aber es ist tatsächlich schon BlockpostTM Nr. 10, die auf dieser etwas… na ja, die auf dieser Seite das Licht Eures SnobPhone-, Laptop- oder sonstigen Displays in etwas anderen als den üblichen Farben flackern lässt. (alle so: yay…)
Gäbe es einen schöneren Anlass für eine neuerliche Premiere, er müsste warten. Und es ist mir wirklich und ganz ehrlich, völlig unironisch und auch unerotisch, ein außerordentliches Vergnügen, Euch den ersten Gastbeitrag auf dieser kleinen Insel des Wahnsinns und der Kundigkeit präsentieren zu dürfen. Und damit, viel Spaß!



Hättest du Lust einen Gastbeitrag zu verfassen?
…whaaaaaat? Ernsthaft jetzt?
Klar, es war doch deine Idee.
…Öhm. ich könnte es probieren…
Das ist lustig, denn der Titel wird dann zwangsläufig

kleines Wörterbuch der kundigkeit, folge eins ☺

Ich stocke kurz…
Folge sieben… Folge eins… wo ist der Zusammenhang?!
Dachte bisher es wären sieben Beiträge.
(Kannst du nicht zählen oder wa…. oh… man.)
Ok konzentrier dich… sieben…. eins… warum jetzt die eins?! Hm nochmal die erste Überschrift lesen. GesichtspauseTM. Jetzt geht’s ums AppaturTM.

A – eins

G (a b c d e f g – zählt mit Fingern mit) und oh krass, nicht nur eine Birne, nein eine ganze Lichterkette geht mir auf.

Offenbar richtet sich die Zahl des Eintrags also nach dem Anfangsbuchstaben und mit meinem AppaturTM habe ich mich zufällig und unbewusst auf Platz 1 geschossen.
Mit Schießen hat die Geschichte vielleicht auch ein bisschen zu tun. Aber dazu später mehr.
Erstmal eine generelle Erläuterung mit wem Sie es hier zu tun haben.

Hallo, ich bin hollingtonsmum und ich bin stolze Mutter des ersten Appaturienten der Welt.

Zumindest gebe ich mir größte Mühe, ihm dies zu vermitteln.
Und alle so: wovon redet die da?
Ach genau:

AppaturTM, das

Emotionales Pendant zum Abitur.

Abgeleitet von Appa (fliegendes Bison, bester Freund des Avatar Aang Herr der Elemente, sanftmütig, friedliebend, gelassen und in sich ruhend)

Vielen Dank an die großartige Kraja!

Ursprung: Entstanden durch Versprecher des eben genannten Sprösslings. Er wollte Abitur sagen (kann man ja mit anderthalb schon mal üben). Hat er nicht geschafft (vielleicht ist er ja dumm?) Stattdessen dann AppaturTM (Aaaaha er konzentriert sich auf die wichtigen Dinge. Hochbegabt, ich wusste es!!!)

Beispielhafte Verwendungen:
“der fällt durchs AppaturTM“ = Bewertung fehlender Empathie, Versagen bei Zwischenmenschlichem auf ganzer Linie.

“das war sehr appaturtm von dir = sehr selbstloses Verhalten, ohne Berechnung.





Vielleicht stellt Ihr euch jetzt die Frage wie wichtig es in unserer heutigen Leistungsgesellschaft ist, nun auch noch das Zwischenmenschliche zu bewerten. Wo doch eh alles höher, schneller, weiter gehen muss. Doch genau da liegt der Hase im Bett (oder so). Während das Abitur stupide und zuweilen sehr subjektiv -und gleichzeitig immer noch zu objektiv-  (wow beides gleichzeitig muss man auch erstmal schaffen, da verdient das Abitur definitiv 15 Punkte!) im starren Punktesystem bewertet, richtet sich das AppaturTM nicht nach Auswendiggelerntem oder Vorgegebenem. Ganz individuell kann es sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausdrücken, ob er des AppatursTM würdig ist. Wer entscheidet also letztendlich darüber? Mir doch egal …

Um einen möglichst appaturentm Menschen in diese Welt zu entlassen, ist es meine größte Aufgabe, diese Fertigkeiten auch selbst vorzuleben.  Besonders geprüft wird die nachhaltige Überzeugung in schwierigen Momenten, in denen sich Wut, Enttäuschung oder gar Trauer lautstark Gehör zu verschaffen suchen.

Beispiel gefällig? Kommen wir auf den Schuss zurück: Der kleine AppaturientTM in spe zielt erfolgreich auf die Teetasse und…. Toooooor. Er weiß um das Verbot, Bälle hirnlos umher zu schleudern. Aber er freut sich so. Bis es eben klirrt. Dann weicht sein Ausdruck panischer Angst. Verzweiflung blickt mir entgegen, ausgelöst vom Bewusstsein, Geschehenes nicht ungeschehen machen oder gar vertuschen zu können. Verflixt (denken wir beide).

Tiefes, zen-mässiges Durchatmen.

Wegwischen der Jasminteepfütze (der Billige, war also eh nicht schade um die Plörre… aus Gründen*…)
(oh sehr gut die Lappen füllen die angefangene Waschmaschine die nun gestartet werden kann, prima… Klappe Hirn).

Trösten des verschreckten Bolzkönigs und Vorleben echter appaturer Qualitäten:
Nachsicht. Verständnis. Empathie. Lie- bäh.

Als Mutter hat man damit auch eine hervorragende Ausrede:
Egal, ob er mal einen unqualifizierten Hauptschulabschluss oder eben doch Abitur anstrebt, Hauptsache er fällt nicht durchs AppaturTM.



*ps: Jaja ich bin Die, Die die letzte* Blockpost™️ ausgelöst hat. Hupsi. Keine Sorge, ich schreibe zwar jetzt gerade auch für diese Seite, ziehe mich aber nicht aus.
Wobei, ab 100 Kommentaren können wir darüber nochmal verhandeln.  Also teilt fleißig. 😉 

pps: Putzen werde ich definitiv nicht! Da hört die Freundschaft auf.
Wer Bedarf hat- es soll da angeblich so ’nen Service geben. (Bitte Verlinken)


*) Sie ist die aus der vorletzten BlockpostTM, nicht aus der letzten. (Anm. d. Kleinkünstlers)

Weil zählen kannsenicht (Anm. d. Autorin)


Zur KonfettiGlitzerTorte geht’s über den folgenden Button.

© 2020 holligtonsmum

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Blockpost™ kleines wörterbuch der kundigkeit

009) kleines wörterbuch der kundigkeit, folge sechs

Katzen. Alles begann mit Katzen. Mit Katzen im Internet, um genau zu sein.
Sie wurden fotografiert, gefilmt und in unzähligen Beiträgen, Posts und Bilderschnipseln in digitale Sphären katapultiert, die unerreichbar schienen und für alle anderen unerreichbar waren, sind und sein werden.

Wie haben Katzen das erreicht? Klar, durch ihre… (muss kurz Brechreiz unterdrücken)
durch ihre… (Komm, Kleinkünstler, brings hinter Dich!)
durch ihre Süßigkeit, Cuteness, Sweet- (läuft ganz schnell ins Bad…)

(etwas später)

Puuh… das war nicht angenehm, könnt Ihr mir glauben!
Zu viel Zucker ist halt auch nicht jedermanns Sache.
Katzen wird übrigens auch kotzübel, wenn sie mit zu viel Sweetness konfrontiert sind.
Wie gehen sie aber damit um, dass sie selbst es sind, so unfassbar niedlich, flauschige Zuckerwatte auf vier Beinen?

Genau darum soll es heute (unter anderem) gehen.
Denn hier darf ich mich kurz selbst zitieren (damit es wenigstens einer tut):

„Mir kam (… ) der Gedanke, dass meine Verwendung bestimmter Begriffe einigen Mitmenschen die Kommunikation mit mir erschwert. Doch den Wissenden, den Aufmerksamen, den Kundigen (!) steht die Tür zu meinem Innersten einen Spalt weit offen. (…) Denen, die einen Blick in den Spiegel wagen, die die Rote Pille nehmen, (…) diesen jenen welchen sei gesagt: Ihr habt sie nicht mehr alle!”

aus „kleines wörterbuch der kundigkeit, folge 7“

Herzlich willkommen zum

kleinen wörterbuch der kundigkeit, folge sechs

Der nachfolgende Begriff steht im kleinen wörterbuch der kundigkeit nicht ohne Grund direkt vor „GesichtspauseTM“, aber den könnt Ihr mal schön selbst rausfinden. Kann hier ja schließlich nicht alles alleine machen.

And so, without further ado, I give you:

FELLBÄLLCHENKOTZENTM

Fellbällchenfasern, kurz vor der Reife

FellbällchenkotzenTM, das –

Physiologische Reaktion auf die FellbällchenkotzigkeitTM eines Lebewesens; häufig auch einer Sache und/oder Situation

FellbällchenkotzigkeitTM, die –

Zustand übermäßiger Niedlichkeit, Süße und/oder Schleimigkeit, bei Menschen vorrangig durch Missverstehen des Begriffs „Romantik“ und daraus resultierender Gesten und oder Handlungen zu beobachten; kann unter anderem durch FellbällchenkotzenTM gelindert werden.

Auf dieses Phänomen bin ich tatsächlich zuerst bei der Beobachtung von Katzen gestoßen. Sicherlich muss ich nicht noch einmal das Ausmaß ihrer FellbällchenkotzigkeitTM erwähnen, welches selbst ihnen, den Katzen, den Magen umzudrehen droht. Um nun dieser FellbällchenkotzigkeitTM entgegen zu wirken, haben Katzen ein ganz erstaunliches Verhalten entwickelt. Offenbar spüren sie, wie sich die nahezu unsichtbaren Fellbällchenkotzfasern in ihrem Fell verfangen, was sie, die Katzen, so unfassbar süß wirken lässt. In der Folge beginnen Katzen also, ihr Fell abzulecken. Zum einen, weil sie so unglaublich sweet sind, zum anderen aber, um die Fellbällchenkotzfasern aus ihrem Fell zu entfernen. Die Fellbällchenkotzfasern sammeln sich in der Fellbällchenkotzecke des Katzenmagens und werden bei Erreichen einer kritischen Masse in Form eines Fellbällchens… ausgekotzt. ¯\_(ツ)_/¯

Der Mensch, als Spezies eine eher dumme, versteht das als bloßen Akt der Körperpflege und Reinigung bei Katzen, aber es ist eben auch Selfcare, Reinigung der Seele, ein Akt der Selbst(wieder)findung.

Der 14. Februar rückt näher. Valentinstag. Der Festtag der Fellbällchenkotzindustrie, die oberflächliche Gesten, in Zuckerguss getauchte Phrasen und bedeutungslose weil abgedroschene, zur Pflicht verkommene Liebeserklärungen in Bonbonpapier verpackt und: VERKAUFT.
Eine hauseigene Dokumentation zum Valentinstag finden Sie hier.


Aber nicht nur zum Valentinstag wird mit Sweetness auf einem Level um sich geworfen, als gäbe es kein Morgen. Hochzeiten zum Beispiel. Das Thema scheint mich mehr zu beschäftigen, als mir bewusst war… hm…
How auch ever, kann mir bitte mal jemand erklären, warum mit Deko, Tanz und Schwulstreden alles derart zugezuckert werden muss, dass selbst Standard Cola als Low Carb durchginge? Wenn die Leute nur halb soviel Aufmerksamkeit für ihre Kinder aufbrächten wie für Weichzeichner-auf-Hochzeitsfoto und all diesen anderen Unsinn, der sich als muffiges Sepia über „den schönsten Tag des Lebens“ legt, mir wäre um die Zukunft der Menschheit nicht mehr halb so bange.

Das allerschlimmste für mich ist, mich auch meiner eigenen FellbällchenkotzigkeitTM stellen zu müssen. Sobald ich drei Akkorde auf der Klaviatur eines… Klaviers (dieser Ausdruck, einfach nur ein Genuss…) KONZENTRATION, Herr Kleinkünstler!
Also, sobald ich drei Akkorde spielen konnte (es waren garantiert alles Moll-Akkorde, aber wer erinnert sich schon an solche Nebensächlichkeiten), habe ich versucht, der jeweiligen Angebeteten Love Interest meine wohlmeinenden Empfindungen wie Honig in die Ohren zu schmieren. Mit wechselndem und definitv nicht nachhaltigem Erfolg.

Beispiel gefällig?

Thinking of you (Song for N***…)

Die so angeschmachtete Dame war durchaus empfänglich für FellbällchenkotzigkeitTM, wie hier nachzulesen ist. Wie nachhaltig FellbällchenkotzigkeitTM ist, kann man da übrigens auch nachlesen.

Ich hab‘ das Lied neulich in einer Selbstdiss-Laune einer anderen Dame vorgespielt, die das sehr treffend formulierte:

„Ernsthaft, 6 Minuten?! Hätten es 4 nicht auch getan?“

Wer würde ihr widersprechen wollen?

Und nun weiß ich nicht so recht, wie ich diese BlockpostTM beenden soll, denn ich bin etwas verunsichert wo sie denn nun verläuft, diese Grenze zwischen Romantik und FellbällchenkotzigkeitTM.

Aber vielleicht möchtet Ihr mir ja helfen.
Hört Euch einfach diese folgenden beiden Lieder an und lasst mich wissen, welchem Begriff sie für Euch am ehsten entsprechen. Die Angaben sind natürlich alle anonym. Und für die Augen habt Ihr ja die Bildchen.


Nur wir zwei

Schließ Deine Augen, nur für einen Moment
Auch wenn’s Dir schwerfällt, bitte sag nichts
Gib mir einfach noch etwas Zeit mich zu sortier’n

Hab mir so viele Worte zurechtgelegt
Meine Sätze geübt, verworfen und neu erdacht
Gehofft, gewartet auf diesen einen Moment

Nur wir Zwei,
Nur wir Zwei…

Doch was nützt all das Üben wenn der Mut dich verlässt
Stand schon so oft an dieser Tür
Hab das Lächeln geschluckt, das nur sagte „Tut mir leid…“

Nun steh ich wieder an dieser Tür,
vergeblich vor dem Spiegel geübt
Nur ein Gedanke, nur ein Gefühl:
Wir Zwei…

Vielleicht ist es besser, wenn ich jetzt geh
Bevor Du mich noch anlächeln musst
So bleibt mir zumindest noch der Traum

Wir Zwei,
Nur wir Zwei…

Vielen Dank für Deine Meinung zu „Nur wir zwei“!


Was ich Dir mal sagen wollte

1)
Was ich Dir  mal sagen wollte,
nur wenn Du Zeit hast, meine ich
wie sehr ich Dich, und Du brauchst nicht rot zu werden,
lieb hab’…

2)
Wenn Du lachst, dann lacht mit Dir mein Herz
Wenn Du weinst, dann stirbt ein Stück in mir
Doch wenn Du willst, dann werde ich Dich halten,
weil ich Dich lieb hab’…

Refrain 1
Weil ich Dich lieb hab’
Kann Dir nichts passier’n
Bin für Dich da, wann immer Du mich brauchst…

3)
Träum’ von Dir Tag und Nacht
Weiß nicht wohin mit all dieser Kraft
Sehn’ mich nach Dir, selbst wenn Du da bist,
weil ich Dich lieb hab’…

Refrain 2
Weil ich Dich lieb hab’
Kann Dir nichts passier’n
Bin für Dich da, wann immer Du mich brauchst
Weil ich Dich lieb hab’,
ich wünschte, Du könntest seh’n
und mir vertrau’n….

4)
Was ich Dir  mal sagen wollte,
nur wenn Du Zeit hast, meine ich
wie sehr ich Dich, und Du brauchst nicht rot zu werden,
lieb hab’…

Vielen Dank für Deine Meinung zu „Was ich Dir mal sagen wollte“!

P.S.: In Vorbereitung dieser BlockpostTM habe ich sehr viele Fellbällchenkotzlieder gehört. In der Playlist befinden sich verdächtig viele Songs von Phil Collins. Eine Abhandlung zu FellbällchenkotzigkeitTM in Filmen, Serien und anderer Popkultur wird nachgereicht. Eventuell…

P.P.S.: Eure Feedbacks zu den Songs findet Ihr unter

Leider muss ich derzeit die Kommentare manuell hinzufügen, weshalb es etwas dauern kann, bis Ihr Eure Antwort(en) sehen könnt. ¯\_(ツ)_/¯


© 2020 albert sadebeck

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Blockpost™ kleines wörterbuch der kundigkeit

006) kleines wörterbuch der kundigkeit, folge sieben

Es ist Weihnachten. Ok, Weihnachten ist vorbei, wenn ich das online stelle, aber heute beginnt für Almans Weihnachten. Denn Heiligabend ist vor allem für ungläubige Nutznießer religiöser Feste und Traditionen der wichtigste Tag von allen. Wegen Geschenken und so.

Es soll hier aber nicht um Weihnachten gehen, weil Weihnachten ja, wie schon erwähnt, vorbei sein wird, wenn dieser kleine Text online geht. Außerdem müsste ich dann darüber schreiben, dass Weihnachten mich immer ein bisschen traurig-

Nein, ich habe mich entschlossen, der Welt eine Hilfestellung zu geben. Nichts Spektakuläres und auch eher aus Eigennutz, aber ich möchte, dass die Menschen mich besser verstehen können.


„Fühlst Du Dich denn nicht verstanden?“
„Nein…?!“
„Okay.“
. . .
„Okay was?!“
„Möchtest Du nicht über Deine Gefüh-?“

„NEIN!“


Mir kam jedenfalls der Gedanke, dass meine Verwendung bestimmter Begriffe einigen Mitmenschen die Kommunikation mit mir erschwert. Doch den Wissenden, den Aufmerksamen, den Kundigen (!) steht die Tür zu meinem Innersten einen Spalt weit offen. Wie weit diese Tür am Ende geöffnet werden soll, dass muss jede*r selbst entscheiden. Ein kleines Risiko, etwas zu sehen was man lieber nicht gesehen hätte, bleibt ja immer.

Denen, die einen Blick in den Spiegel wagen, die die Rote Pille nehmen, die nach Mordor aufbrechen wollen, diesen jenen welchen sei gesagt:
Ihr habt sie nicht mehr alle!

Aber bitte… ¯\_(ツ)_/¯

Herzlich willkommen zum:

kleinen wörterbuch der kundigkeit, folge sieben

Zum Einstieg dachte ich mir, klären wir mal einen Begriff, den ich in der letzten BlockpostTM mit einigem Erfolg benutzte. Erfolg? Ja, es gab immerhin 1 (!) erfreuten Kommentar dazu bei Instagramm (mit Doppel „M“ ist es keine Werbung, oder?)!

Die

(Trommelwirbel, Fanfaren, ein „Puff!“ machendes weil fehlzündendes Tischfeuerwerk)

GesichtspauseTM

GesichtspauseTM, die –

Reaktion auf ein meist unerwünschtes, mitunter jedoch erwartbares Ereignis.

Die Ausführung der GesichtspauseTM ist bereits in ihrem Namen beschrieben:
Das Gesicht pausiert, es geht also in Pausenstellung. Diese wird erreicht, in dem die Gesichtsmuskulatur die Mimik durch Einnehmen einer Neutralstellung darauf vorbereitet, den Wechsel in eine neue Haltung, gleich ob sie Freude oder Unmut ausdrücken soll, mit einem in ihrem Betrag identischen Energieeinsatz vollziehen zu können. Diese neue Haltung allerdings wird, und das ist essentiell, nicht als Antwort oder Reaktion auf das die GesichtspauseTM auslösende Ereignis eingenommen!

GesichtspauseTM, Anwendungsbeispiele

Eine GesichtspauseTM muss, einmal begonnen, auch zu Ende geführt werden. Dabei liegt die Dauer der GesichtspauseTM im Ermessen der Gesichtsinhaber*innen, sollte aber das Ausmaß des die GesichtspauseTM verursachenden Ereignisses in angemessener Weise reflektieren.

Grundsätzlich sollte auch immer die generelle Angemessenheit einer GesichtspauseTM Bestandteil der Erwägungen der Gesichtsinhaber*innen sein. Keine Sorge, das geht mit ausreichend Übung in das normale Reaktionsportfolio über! GesichtspausenTM sind nämlich spürbar, wie… ähm… also nicht wie andere… aber so ähnlich!


GesichtspauseTM – Anwendungen (Auszug)

Beispiel 1: Flachwitze

Flache Witze, also 2D-Witze, auch „Flachwitze“ genannt, sind die Hauptursache für Gesichtspausen.

Schwedische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Flachwitze für 91,8% aller GesichtspausenTM in Ländern mit mehr als 60% Abdeckung mit Highspeed Internet verantwortlich sind. Tendenz: steigend!

Beispiel 2: Kleinere Missgeschicke im Haushalt

Man sitzt an einem Küchentisch und trinkt Kaffee. Wahlweise auch Tee. Nebenbei daddelt man mit seinem SnobPhone rum. Nach einer Weile merkt man „Der Fuß ist nass.“ Stellt sich heraus, dass zum wiederholten Mal innerhalb eines kurzen Zeitraums, sagen wir… 2 Wochen, die in der Küche befindliche Waschmaschine ausläuft, dann ist das Anlass für eine GesichtspauseTM. Eigentlich ja auch für eine längere, allerdings steht das im Widerspruch zur Notwendigkeit entschlossenen Handelns im Angesicht akuter Überschwemmungsgefahr im Innenraum, was die Dauer der GesichtspauseTM doch empfindlich verkürzt.

Beispiel 3: Größere Katastrophen

So, liebe*r Leser*in, jetzt stell Dir mal vor, Dein Auto wird zerstört. Nicht bei einem normalen Unfall, sondern durch… ein abstürzendes Flugzeug. Jetzt wird es moralisch schwierig, aber nicht unmöglich, eine GesichtspauseTM zu verwenden.

Handelt es sich bei der die Zerstörung des Autos verursachenden Flugzeugkatastrophe um ein Ereignis mit… Personenschäden, dann verbietet sich natürlich eine GesichtspauseTM ob des in Schutt und Asche gelegten Cabrios, da das Leid der anderen selbstverständlich als schwerwiegender einzustufen ist. Unter bestimmten Umständen kann es aber gerechtfertigt sein, das Nichtverwendendürfen einer GesichtspauseTM aus moralischen und/oder ethischen Gründen selbst mit einer GesichtspauseTM zu kommentieren.

Kommt es im vorgenannten Beispiel aber zu keinen Personenschäden, weil zum Beispiel eine Transall ohne Passagiere an Bord abstürzt, deren Crew sich vollzählig mit Fallschirmen retten konnte, man selbst kann aber in Zeitlupe zuschauen, wie eines der Triebwerke den geerbten Wartburg 311 unter sich begräbt und anschließend in Flammen aufgehen lässt, dann hat man unmittelbar und sehr lange, mindestens aber bis zum Eintreffen der Feuerwehr, das Recht auf eine GesichtspauseTM.

Beispiel 4: Dumme Menschen

Man reserviert als Mitarbeiter eines kleinen Theaters einen Sitzplatz, zum Beispiel für aufsichtführendes Personal oder einen mobilitätseingeschränkten Gast. Ein anderer Gast, für den der Platz nicht reserviert ist, entfernt das entsprechende Schild und legt es auf einen anderen Platz. Kommentar des Gastes: „Da war doch nicht wirklich reserviert?!“

Neeeeein, natürlich nicht! Warum sollte man ein „Reserviert“-Schild auf einen Platz legen und es auch noch ernst meinen? Viel wahrscheinlicher ist ja, dass das Schild zum Spaß da liegt! Bist Du dumm?

Möchte man sagen, entscheidet sich aber für die subtilere Lösung einer GesichtspauseTM zum Zurechtzupfen des eigenen Nervenkostüms und ein darauffolgendes, emotionsloses, aber unmissverständliches „Doch.“

Beispiel 5: Zwischenmenschliche Beziehungen

Man macht was. Kommt relativ häufig vor, ich weiß. Ich meine sowas wie… puh… ehm…

Sich gegenüber einer Person, die einen ganz offensichtlich mag oder sehr mag, verhalten als würde sie das nicht tun. Die auf diese Weise guilt getrippte Person kann eigentlich nur mit einer GesichtspauseTM reagieren. Jeder darüber hinaus gehende Aufwand wäre Unsinn, da eine wohlgesetzte GesichtspauseTM in diesem Zusammenhang dieselbe, wenn nicht sogar eine bessere Wirkung wie und als ein(es) Schlag(s) auf den Hinterkopf entfaltet. Und sie ist obendrein gewaltfrei. Win-Win!

Auch als Reaktion auf liebgemeinte, aber völlig danebene Nachrichten ist eine GesichtspauseTM durchaus legitim. Erhält man beispielsweise elektronische Weihnachtspost, die der/die Absender*in ausgewählt hat, um einen damit zu erfreuen, gleichzeitig mit der Motivwahl aber ausdrückt, wie wenig er/sie den/die Adressat*in tatsächlich kennt… GesichtspauseTM!


Anmerkungen (nachts, 4:37 Uhr)

Natürlich gibt es noch eine ganze Menge an Situationen, in denen eine GesichtspauseTM eine angemessene und zielführende, vor allem aber kundige Kommunikationsstrategie darstellt. Sie sind aber nicht immer leicht zu erkennen. Solltet Ihr also unsicher sein ob eine Situation mit einer GesichtspauseTM zu kommentieren ist, so könnt Ihr mir gerne die entsprechende Situation beschreiben und ich gebe Euch einen Tipp. Oder Ihr seid mutig und probiert es einfach mal aus!

Übrigens: GesichtspausenTM lassen sich notfalls auch ganz bequem mittels Emoji (auf allen gängigen SnobPhones verfügbar) darstellen. Die geschriebene GesichtspauseTM ist jedoch von zeitloser Eleganz und daher zu bevorzugen.

© 2019 albert sadebeck