N***t für Geld

…und plötzlich steh‘ ich da und mache N***taufnahmen! Allein. Von mir.
Ich kann nur hoffen, dass niemand meinen Cloud-Zugang hackt…


0.190.222222 Nanosekunden zuvor:

Aus… Gründen muss ich meine Einkommenssituation verbessern. Das ist schon länger so und falls meine Vorgesetztinnen hier zufällig mitlesen, ja, ich habe nicht vergessen, dass ich vor… ‘ner ganzen Weile schon nach mehr Lohn gefragt habe.
Es stehen nämlich eine ganze Reihe an Investitionen an:

1 Lampe für gemütliches Licht in Küche bzw. Schlafzimmer (hab nämlich keine Lust, das olle brummende 12-Euro-Ding immer hin und her zu schleppen), 1 Mülleimer (sieht einfach netter aus als ein Beutel, der am Waschmaschinenanschluss hängt), 1 Schrank für die Küche (das Zeugs steht da in ‘nem ollen Regal und in Kisten vom Umzug und wehe jemand fragt „Von welchem?“), 1 bis Mehralseins neue Unterhosen und Socken(paare), Rundfunkbeitragsraten (jaaaa, ich hinke deutlich hinterher), 1 Miete (fehlt auch noch, glaube ich), TelefonInternetSoftwareAboPrimeFlixTV+ und dann ist der Wein auch fast alle!

Gut, ich könnte natürlich versuchen, etwas nebenbei zu verdienen. Dazu müsste ich allerdings mein Ego in den Griff bekommen, welches mir das Drehen von Hochzeitsvideos oder ähnlichen kommerziellen Scheiß strikt untersagt.

„Das ist würdelos, nicht Dein Niveau, zu anspruchslos, Mainstream und außerdem lassen die sich spätestens in 2 Jahren sowieso scheiden, was Dein schönes Video zu einem Dokument falscher Erwartungen, enttäuschter Hoffnungen und gebrochener Biografien macht.“

Blödes Ego. Macht mir keine Freunde, ich sag’s Euch.


Ernsthaft erschüttert war ich allerdings, als eine… nennen wir sie mal Freundin, na ja, wir unterhielten uns eben so und sie erzählte mir von ihren Sorgen und da geht’s auch um Geld, das irgendjemand haben will und die Summe ist recht hoch und da schlug sie halb im Scherz und ganz verzweifelt vor, sie hätte da ja „ein paar Fotos“ (ganz offensichtlich meinte sie N***taufnahmen) die könne man „im Internet bestimmt“ für ein paar Kröten, die Bilder seien ja quasi „Kunst“…

Buffering…

System versucht Neustart…

.

…. .. ………….. .. biep…

Palimmm!

Nachdem ich meine Gesichtszüge wieder auf normal gestellt und die (durchaus schönen) Bilder in meinem Kopf ins Nebenzimmer geschickt hatte, kam ich ins… Nachdenken.

Aus ganz offensichtlichen Gründen kann ich nicht mit ‘nem Haufen Kohle aus dem Geheimfach hinter mein-, äh… zur Lösung des Geldproblems beitragen. Aber ich will mich auch nicht damit abfinden, dass sie zum einen das Risiko eingeht, von irgendwelchen notgeilen Oppas im Internet angegafft zu werden (Bäh! Einfach nur BÄH!) und zum anderen… also, eigentlich reicht das schon als Begründung da einschreiten zu woll- müssen. Müss-ssen!


Da erinnere ich mich an einen Auftritt in einem Seniorenheim. „Wir singen keine Weihnachtslieder“ hieß das Programm. Hammer Gag, die Vorstellung fand in irgendeinem Sommer statt. Wir (also eine Dame, ein Herr und 1 Kleinkünstler) hatten uns für diesen Auftritt ein Büro in der Nähe der „Bühne“ im Seniorencafé als „Garderobe“ erbettelt. Nach dem Aufbau öffnen wir also die blickdichte Tür in den Korridor, in dem unmittelbar hinter der ersten Tür rechterhand die Tür zur „Garderobe“ lag. Da warten, schön auf ihre Rollatoren gestützt, drei Ommas. Im Korridor, nicht im Büro. Sie warten darauf, dass sie für das Programm im Café Platz nehmen können.
Die Tür zur „Garderobe“ ist geschlossen.

„Wollnse zu Herrn Blablabla Däor is‘ni döh.“, fragt die eine Omma
„Däor hat ‘n Schlissl“, erwidert die andere.
„Waaaas?“, ergänzt die in der Mitte.

„Nein nein, alles gut. Herr Blablabla kommt gleich, und- “

„Unn Sie schbiel‘n dann heude des Deahdor? Wonn gäjtsnlos?“

„Gleich. Em, wir zieh‘n uns nur noch um und-“

„Ach?! Sollmor den jung‘ Männorn ‘n bisschen hellwn?“
„Das gönntme mach’n, Inge.“
„Waaaaas?“

Ommagiggeln und Hustenattacke auf der einen, GesichtspauseTM auf der anderen Seite.

Aufmerksamen Leser*innen der BlockpostTM ist sicher nicht entgangen, dass es nichts Gutes verheißen kann, wenn ich ins Nachdenken komme. And here’s why…

Back innse hior ännd naou habe ich DIE. I-DEE! Da ja zumindest bei Frauen Ü50 noch was zu gehen scheint… kann man das nicht irgendwie… nutzen? Kann Mann! Und zwar so:

Sie bietet meine Dienste als (Tadaaa!) N***tputze an! Sie hat den Gewinn und verliert nicht ihre Würde! Ich kann keine Würde mehr verlieren und habe scheinbar kein unüberwindbares Problem damit, mich n***t zu zeigen also… Win-Win! Wenn genug übrig bleibt damit ich meine Wohnung behalten kann… fürchte nämlich um meinen Job, mit dem ich diesen kleinen Luxus bezahle.

Angebot:
1 Kleinkünstler, 1 Stunde N***tputzen (Preis: mind. *** EUR pro Putzvorgang)
Zielgruppe:
Weiblich, Ü50 – unterv-, frustrierte Arzt-/Anwalts- oder Professorengattin (schwer reich und gelangweilt) – alternativ auch schwer reich, gelangweilt und alleinstehend (der Beziehungstatus der potenziellen Mieterin! Leute! Nicht die Funktionsbeschreibung meines-)
Putzvorgang:
wahlweise Staubsaugen oder Wischen mit dem Wischer / Arbeit mit dem Laubbläser im Garten (ein sog. BlowJob), Gehörschutz muss bereitgestellt werden!
Catering: Rotwein (nach Bedarf)
Regeln sind klar: Museum!

Museum? Ja, Museum. Gucken, aber nicht anfassen. Erhobener Zeigefinger!

Konzept steht, würde ich sagen. Jetzt Vermarktung! Schnell ‘ne Website mit Online-Shop und, ganz wichtig, Instagram– und Facebook-Pages anlegen!

Im Online-Shop findet man dann die verschiedenen Dienste, die man buchen kann. Für Neugierige, die „nur mal gucken“ wollen, gibt es ein paar nette Teaser-Bildchen, in nicht allzu hoher Auflösung. Schwarzweiß natürlich, dann ist es Kunst (!), was juristisch von Belang sein könnte.

Wer „was sehen“ will, die muss schon ein kostenpflichtiges Kundenkonto anlegen. Aber keine Sorge, verehrte Dame, bei zahlungspflichtiger Buchung erhalten Sie natürlich einen Rabatt! Und Bilder in Farbe!

Für Kundinnen mit PlatinCreditExtremeCard gibt es exklusive Demo-Videos, die aber nur ganz kurz sind und keine Standbildfunktion haben. Die Damen sollen ja schließlich die sündhaft teuren N***tputzstunden buchen!

Ich würde ja auch ein Jahresabo anbieten, wenn es denn die Kundschaft vergrößerte, aber ich fürchte, das würde meine Kapazitäten sprengen. Jaaa, auch die zeitlichen.
Außerdem, so sagte sie mir, drängt es doch ein bisschen mit der Kohle, also muss das alles relativ schnell gehen. Ok, „schnell“ dürfte für einen Mann jetzt keine Herausforderung sein oder haha washabenwirgelacht, Witzniveau Poebene.

Der Fluss!
In Italien!
Meine Fresse…


Sie hat natürlich zu keinem Zeitpunkt wirklich daran gedacht, mich ob ihrer Geldsorgen arbeiten zu schicken, so ehrlich muss man schon sein. Ganz geknickt war sie und müde von den schlechten Nachrichten um sie herum, als sie sich aus der Texterei bei (hier beliebigen Messenger einsetzen) verabschiedete. Schließlich ginge das ja alles nicht, weil aus Gründen und so. Na ja, da dachte ich so, ok, kannste ja wenigstens 1 BlockpostTM draus machen, vielleicht liest sie diese ja zufällig und findet sie möglicherdings sogar etwas witzig und…

…und plötzlich steh‘ ich da und mache N***taufnahmen! Allein. Von mir.

Ich kann nur hoffen, dass niemand meinen Cloud-Zugang hackt. Wobei, mit dieser Blockpost ist es jetzt auch egal. Gibt’s jetzt halt N***taufnahmen von mir im Netz.
Oder?
ODER?!
Vielleicht ist ja alles nur Fake?
Eventuell bin ich auf diesen Fotos gar nicht zu sehen?

Maybe sieht man aber auch, weshalb ich Single bin… sorry, anderes Thema- obwohl… vielleicht bekomme ich ja jetzt ’ne völlig neue Fanbase auf Instagram, neue Leserinnen hier und kann mich vor Angeboten nicht oh es „Plinnng!“-t das SnobPhone. Es plingt nochmal. Und nochmal und nochmal und… eine Sinfonie des „Plinnng!“s.

Es sind Instagram, Facebook, Twitter, meine Website… Die Likes und Followerzahlen wurden aktualisiert.
0 Follower.

Noch ein „Plinnng!“. Eine E-Mail. Meine Vorgesetztinnen bitten zum Gespräch…

P.S.: Es ging ja nicht darum, für Geld *** oder s***elle Gefälligkeiten anzubieten. Das wäre ja…
Ja, Frage an die Juristen unter Euch: Wäre das eigentlich illegal?!
Frage für einen Freun-… für mich.


© 2020 albert sadebeck

6 Kommentare zu „N***t für Geld

  1. Ich kann Deine verzweiflungsvolle Idee aus (noch nicht restlos überstandener) Erfahrung ja irgendwie verstehen…
    Ich finde es auch für dieses, unseres Land sehr beschämend:
    Das ein arbeitender Mensch ->
    egal ob Kleinkünstler oder in welcher Form auch immer für andere Menschen tätig, es als „Luxus“ empfinden muss eine Wohnung zu mieten 😦

    Meine Meinung zum Gedankenspiel…..->
    ergibt sich schon aus dem Titel:
    Da man das „N***t für Geld“
    eindeutig zweideutig mit „Nicht…“
    verstehen darf…-> darfst Du es bitte an allen anderen Textstellen so verwenden… :)))
    Vermutlich ist „Nichtaufnahmen“ zu vermarkten auch die größere Herausforderungen!

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  2. Als lesende Schwester hab ich definitiv die *** durch “ich“ ersetzt. Und somit, durchaus lächelnd, diese Blockpost™ bis zum Ende lesen können!

    Nun interessiert mich noch, ob du die Anzahl der Klicks auf die 3 eingebauten Buttons sehen kannst 🤣🤣

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      1. Vllt bekommst du’s raus… und vllt erfahren wir das ja bald … zb in einer neuen Blockpost™ 😱

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