Pro & Contra

Der Titel sagt ja im Prinzip schon alles, nämlich nichts. Scheint auch das zu sein, was ich schreiben kann. Nichts von Belang. Obwohl ja doch einiges passiert ist in dieser Woche. Und auch im Leben davor. Bisher, um genauer zu sein, sonst denkt noch jemand, ich glaube an Reinkarnation oder sowas.
Tu ich aber nicht und will das momentan auch nicht vertiefen.

Ich kenne nämlich keine Grenzen mehr.
Ja, ich hab’s geschafft, ich bin grenzenlos! Woohoo! So grenzenlos, dass ich nicht mehr weiß was ich noch darf.

Ok, nicht ich bin grenzenlos, sondern kenne einfach die Grenzen nicht. „Nix neues“, denken die einen und meinen vermutlich die Grenzen des guten Geschmacks. Der Rest fragt sich, worum es hier eigentlich geht und warum man hier für sein Geld nicht ordentlich unterhalten wird.

I have news for you – das ist mein persönlicher Blog und Ihr müsst hier zumindest kein Geld zahlen. Kann sein, dass ein paar Eurer grauen Zellen an Langeweile sterben, aber das lässt sich ja leicht vermeiden. Indem Ihr was Interessantes lest. Dafür müsst Ihr allerdings einen anderen Blog aufsuchen, denn ich wage es kaum noch, Geschichten aus meinem Leben zu erzählen.

Das Problem ist die Provinz. Ja ja, man soll stolz auf seine Heimat sein, bla bla…

Bin ich aber nicht, schon weil mir das Konzept „Heimat“ irgendwie suspekt ist. Und weil in der Provinz Ideen wie „Privatsphäre“ oder „im Schutz der Anonymität“ eher wie die Gedankenwelt von Verrückten statt als etwas Reales, Notwendiges betrachtet werden.

Jeder kennt jeden und für eine Gemeinschaft mag das ja notwendig sein, mir erschwert es das Schreiben jedoch gleich auf mehreren Ebenen.
Will ich beispielsweise die Privatsphären meiner Freund*innen respektieren (wow, klingt total fancy, als hätte jede*r meiner Freund*innen eine „private Sphäre“, in der sie/er schweben kann :rolleyes), dann kann ich nicht eine einzige Episode oder Begebenheit irgendwo kleinkünstlerisch verwursten. Weder hier noch auf der Bühne.

„Hä?! Da nennste die einfach anders, veränderst ein paar Details an den Stories, und gut.“

Ja, Du Schlaumeier. Danke, daran hab‘ ich ja noch gaaar nicht gedacht. : rolleyes
Bringt’s voll. :daumenhoch

Ok, lassen wir mal für einen Moment den Sarkasmus und testen se theory. Sagen wir, ich schreibe eine Geschichte über eine Figur mit einem ausgeprägten Sinn für häusliche Ordnung und Sauberkeit.

„Mit was?“
„Mit einem Putzfimmel.“

Sofort meinen mindestens 3 Leute – eher 5, aber eine liest den Blog vermutlich nicht – jedenfalls meinen die zu wissen, welche actual person in real life die Vorlage geliefert hat. Und da hab‘ ich mir noch nicht mal die Mühe gemacht, einen Namen zu nennen. Nicht mal einen Fake-Namen.

Die Wäsche muss aus der Maschine.
Yep, ich habe es wieder getan und nun bin ich doch sehr gespannt, ob heute mal keine Zwischenfälle –

|

|

|

(der Cursor blinkt;
 10 Minuten später)

Ja, heute hat das mit der Wäsche mal problemlos funktioniert. Ich werde also durch den Text gekommen gewesen sein, ohne verstörende Bilder in Euren Köpfen erzeugt gehabt zu haben.

(Ouuh, das war jetzt meta, oder?)

Nehmen wir Melanie. Ich kenne keine Melanie, jedenfalls noch nicht, und deshalb erscheint der Gebrauch des Namens einigermaßen sicher. Aber Melanie „ich-heiße-in-Wirklichkeit-ganz-anders-Melanie“ erkennt sich hundertprozentig wieder, wenn in einer Geschichte eine junge Frau auftaucht, die einen Kleinkünstler sexy findet.
Und wenn Ihr Melanie ob der Beschreibung ihres Geschmacks jetzt für völlig erfunden haltet, dann habt Ihr natürlich recht, denn wie bereits erwähnt: Ich kenne keine Melanie.

Aber Ihr versteht mich, oder? Dieser Provinzkosmos ist so klein, die sozialen Gewebe so zusammenge… gewebt (Wow. Dieser Ausdruck. Einfach nur wow.), ich weiß gar nicht, wie ich beobachten und schreiben und alles… wie das alles gehen soll, wenn ich auf alle Rücksicht nehmen muss.

„Dann schreib doch Fantasy-Scheiß oder was Lustiges!“

GesichtspauseTM (ein Produkt aus dem Hause „sadebeck – communications concepts“)

Ich starre hier die ganze Zeit auf ein Gedicht, über dessen Veröffentlichung ich mir seit einigen Wochen Gedanken mache.

Pro

  • Das Schreiben ging mühelos.
  • Es ist da.
  • Es muss nicht mehr geschrieben werden.
  • Es bereitet keine Arbeit.

Contra

  • Ich hab‘ mir keine Mühe gegeben.
  • Es ist kein gutes Gedicht.
  • unechte Reime
  • fragwürdig in Form und Aussage
  • das Werk eines Amateurs
  • Magdalene wird es erkennen.

Ich kenne keine Magdalene (und trotzdem liest sie meinen Blog?), aber sie hat mich dennoch einmal gebeten, ihr… oh, jetzt komme ich aber ins Grübeln, wollte sie ein Gute-Nacht-Lied geschrieben haben?
Ja, ich glaube sie wollte irgendwie ein Gute-Nacht-Lied und mir war’s zu doof und das wollte ich nicht sagen, also hab‘ ich ein Gedicht geschrieben und… warum erzähle ich das? Ach ja, um Euch zu erklären, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob ich das (nicht gute) Gedicht veröffentlichen sollte. Fürchte ja, dass Magdalene jetzt schon erkannt hat, dass sie eigentlich Mireille ist. Wenn ich dann jetzt noch das Gedicht raushaue und sie es erkennt, womöglich denkt sie dann ich verfolge irgendwelche Hintergedanken. Tue ich nicht, Mireille, versprochen!

Das sind so die Gedanken, die mich seit Tagen quälen. Ja, es ist 1 hartes life. Der Freundeskreis ist so klein, dass man nichts vor niemandem verbergen kann. Und so laufe ich natürlich Gefahr, dass ich einigen meiner Freund*innen und auch Bekannten mit meinen Themen auf die Füße trete. Vielleicht sollte ich nur über Ex-Freund*innen schreiben, die hassen mich sowieso schon.
Bis auf Sophie und Melinda, die mögen mich. 😀

Auch so ein Thema, Freundin…

Ehm… ok, ich lass es einfach.

P.S.: Wer sagt eigentlich, dass ich Rücksicht nehmen muss?


© 2019 albert sadebeck

Ein Kommentar zu „Pro & Contra

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.