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Blockpost™ it's all fun and games ('til someone cries)

Valentine’s Day Greetings

from se Kleinkünstler, yeah…


Ja ja, es gab gestern am Freitag schon ’ne Kleinigkeit zum Fellbällchenkotztag™, aber deswegen will ich Euch Sweeties heute doch nicht versauern lassen!

Dessorwejenn gibt’s jetzt zwei richtig alte Clips zum Thema. Wenn’s Euch gefällt, würde mich freuen. Falls nicht, … freut mich das nicht, stürzt mich aber auch nicht in ein Tal der Tränen.
Happy Fellbällchenkotzen™, Ihr Schnuffis! 💌

14/02/—
the flower

© 2009/2022 albert sadebeck

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eine Richtigstellung


Natürlich musste es so weit kommen, irgendwann. Aber dass es jetzt schon passiert, hätte selbst ich nicht erwartet. *versucht verzweifelt, nicht dem nächsten Nebengedanken** nachzugehen*

**) Der Nebengedanke so: Wer hätte denn erwartet, dass was-auch-immer jetzt schon passiert? Und was soll „selbst ich nicht“ bedeuten? Beschreibt es die An- oder Abwesenheit einer bestimmten Fähigkeit?
Was ist diese ominöse Fähigkeit, was-auch-immer „jetzt schon“ erwartet gehabt haben dürfen zu können?


Gesichtspause™.


Was jetzt passiert: Eine Richtigstellung.

Was richtiggestellt wird: eine (offenbar) für wahr gehaltene Interpretation der letzten Blockpost™ mit dem, wie ich finde, grandiosen Titel „Das Chancenlos™“.

Stimmt nicht, ich finde den Titel nur beinahe grandios. „Chancenlos™“, ohne Artikel, wäre richtig grandios, so vom Klang her. Klingt aber auch ein bisschen arg fatalistisch.

Jedenfalls (ist der Kopf dicker als der Hals 🙄), einige Rückmeldungen- nein, ALLE Rückmeldungen zu oben genannter Blockpost™ erweckten den Eindruck, als sei „er“, der… Held, der Protagonist, der… (Ver)Zweifelnde jenes dort beschriebenen und völlig fiktiven Geschehens nicht nur eine reale Person, sondern gar… ich!

Aber das kann ja gar nicht sein, denn steht da nicht auch folgendes?

„Alle Personen, Handlungen und Orte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind unbeabsichtigt und rein zufällig. Keine Tiere kamen im Zusammenhang mit der Produktion dieser Blockpost™ zu Schaden. Der Kaffee ist kalt. Die Jalousien sind unten.“

aus „Das Chancenlos™“, die Blockpost™ vor dieser

Würde ich Euch, verehrte Leser*innen, etwa anschwindeln? ICH?! Des billigen Effekts vorgetäuschter Doppelbödigkeit wegen?

Der Autor in nachdenklicher Pose.

Fact Check!

Eine Tasse Kaffee, in die ein Finger gehalten wird, um zu beweisen, dass der Kaffee kalt ist.
Kaffee kalt: ✅
Ein zweiflügliges Fenster mit geschlossenen Jalousien.
Jalousien unten: ✅

Ein Tierquäler bin ich auch nicht, also muss ja alles wahr sein, was ich da behauptet habe! 🤥

„Aber warum hast du ihm dann keinen Namen gegeben, hm?!“

Leute, is‘ doch klar wie Kloßbrühe,

(Wollte ich schon immer mal schreiben, diesen bekloppten Spruch. Now I have and I regret nothing!)

…er hat keinen Namen, damit alles ein bisschen geheimnisvoller klingt und bleibt und … weil ich zu faul war (und auch noch immer bin), mir einen passenden Namen auszudenken und … außerdem sind es jetzt nur noch fünf Tage 😳, bis er sich entschieden haben musss, ob und wenn ja, wie ich sie nun ansprech-

Hupsi… 😬

Ähm… ja… ne!

Daaaaa, ja, da hab ich mich ja jetzt nur vertippt und … weil es so … so cool ist, seine Fehler einfach zuzugeben, jahaaa … deshalb hab‘ ich den Verschreiberer jetzt drin gelassen, jawooohl!

mORGeN IST ErsTEr aDVEnt!

Dann gibt’s wieder ‘ne Blockpost™ von Hollingtonsmum und es wird ein bisschen glitzerig und … äh…

Schüss dann.


© 2021 albert sadebeck

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Das Foto


Februar…

…und das Thermometer zum ersten Mal im 2-stelligen Minusbereich. Ich gammle mit neugeborenem Kind auf der Couch umher und fühle mich einsam. Beschließe also, sobald die Kraft zurück ist, fahre ich mal wieder zur Reitstunde. Voller positiver Energie vereinbare ich sie noch und bin ruhiger.

Es ist immer noch kalt. April oder so.

Aber mittlerweile ist der Winterspeck so konstant, dass es nicht mehr so auffällt. Vor meiner Reitstunde habe ich einen Banktermin, danach will ich zu meinen Eltern. Ich brauche also ein ordentliches Outfit für den Kredit, ein schludriges für den Stall und ein möglichst tierhaarfreies für die elterliche Couch im Anschluss. Fürs Kind was Mittelwarmes für drinnen, extrem megakuschelbeheizt für draußen und irgendwas dazwischen für alle Fälle. Ich packe den halben Haushalt ein. Danach den Rest. Sicher ist sicher.

Mit Babyschale in der linken Armbeuge, dem Rucksack aufm Rücken, einer Tasche für unterwegs rechts am Arm, zwei Beuteln mit Zeug in der Hand, Autoschlüssel, Haustürschlüssel, Handy und Handschuhe irgendwie an und in meinen Fingern gebe ich ein jämmerliches Bild eines betagten Packesels ab, der sich, wenn er könnte, selbst erlösen würde. Ich bin zu müde für den frühen Termin, zu kraftlos für die Reitstunde und definitiv für die Treppe zu überladen. Mir kullert eine Träne der Anstrengung übers Gesicht, aber ich habe keine Hand, Ellenbogen oder sonstiges Körperteil frei, um sie weg zu wischen. Stattdessen also Schritt für Schritt die Stufen nach unten, die Babyschale bei jedem Schritt vor mein Knie polternd. Atemlos und am Rande des Wahnsinns unten angekommen, schleiche ich betroffen am Mahnmal der Unfähigkeit vorbei, meide Blickkontakt und rede mir ein, dass auch andere Menschen eine gestörte Beziehung zu ihren Briefkästen haben. Ich kann nicht der einzige Mensch sein, der lieber den Hinterausgang mit Umweg in Kauf nimmt, um das Ding nicht zu sehen… Leider war mir der Umweg heute zu lang. Ich wollte auf schnellstem Weg zu meinem Auto, um all das Gepäck aus meinem Aufgaben- und Kraftbereich zu entfernen. Einmal alles eingepackt, würde es sicher leichter werden.

In Gedanken an unliebsame Post – wer mir Freude machen will, sende mir etwas ohne Rechnungen!! – nähere ich mich meinem Auto. Ein grellroter Mazda aus erster Hand. Das Automatikgetriebe eingefahren vom mittlerweile verstorbenen Vorbesitzer (RIP), welcher mir unbekannt blieb. Alles was ich von ihm weiß: Es muss ein gemütlicher Mensch gewesen sein, denn den 5. Gang habe ich diesem Wagen beibringen müssen.

Als mein offiziell so richtig eigenes Auto, mit selbstbestimmtem Nummernschild (nein, keine Initialen… ein Wortspiel natürlich!) achte ich sehr darauf, weshalb es mich besonders ärgert, dass in der langen Parkreihe am Gehweg vorm Haus ausgerechnet mein Auto zugefrorene Scheiben hat. Was sollte der Scheiß? Ich hatte keine Hand frei zum Kratzen und wollte das kleine Kind keinesfalls im Kalten warten lassen, bis die Glasscheibe sich erbarmte, ihre Aussicht mit mir zu teilen. Meine Erschöpfung schlug in Wut um. So ein Dreck. Alle anderen Autos waren glasklar, nur meine olle Karre… was war das? Hatte ich vergessen die Tür zu schließen??? Ich näherte mich ungläubig.

Die Hintertür der rechten Seite schien nicht vollkommen geschlossen, seltsam. Vielleicht war sie nicht ins Schloss gefallen, als ich, sicher wieder nur mit der Hacke, weil überladen vom Gepäck und Kinderschale, die Tür mit einem Seufzer zu gekickt hatte. Verdammt. War also meine Schuld, dass ich nun nicht pünktlich loskam. In mich grummelnd schichtete ich meine Habseligkeiten wackelig neben das zum Glück liebe Kind auf den Gehweg und bereitete mich mental auf das Einfrieren der Finger vor. Ich konnte gar nicht so viel theatralisch ausatmen, wie ich genervt war. Ich öffnete also die Tür, die ja eh nicht verriegelt war, um das Kind schonmal in das Fahrgestell zu verfrachten und nicht auf dem Boden erfrieren zu lassen und erstarrte…

Da lag jemand…

„Das glaubt mir kein Schwein.“

– Da haste recht, mach ’n Foto!!!!!!

Als geübte Neugeborenen-Fotografin, zu der ich mich in den letzten Monaten entwickelt hatte (naja mutiert bin…), war der Griff in meine Hosentasche, Entsperren, Kamera-App starten und auf den Auslöser drücken zu einer meiner leichtesten Übungen, fast schon größten Hobbys geworden. Ich hielt als pflichtbewusste Mutter jede Sekunde doppelt fest, sicher ist sicher, man könnte ja was verpassen. Meine Kamera hätte ich nachts um 4 aus dem Tiefschlaf starten können – „Tief“-was??? … Klappe Hirn!

Hätte ich gewusst, dass das monatelange Training für diesen Moment Gold wert war… wäre ich vielleicht nicht so erschrocken gewesen.

Ein erwachsener Mann in Arbeitsklamotte hatte den Fahrersitz ganz nach hinten gedreht, sodass sein Gesicht, welches auf Höhe der Rückbank lag, mich direkt anschaute. Während ich mein Telefon zückte, richtete er sich auf, und die Pose, die auf dem Beweisfoto abgebildet wurde, hätte lässiger nicht werden können. Wer von uns beiden mehr verdutzt aus der Wäsche glotzte lässt sich dank fehlender Aufnahme meines Ausdrucks nicht mehr feststellen… Meine Wut wurde zu Erstaunen.

Hirn ratterte auf Hochtouren und brachte immerhin:

„Ähm… das ist mein Auto!“ zustande.

Wahnsinn.  Mich machste in einer Tour fertig und da musst du Schlagfertigkeit erst noch googlen?!!!

– oh, schlagen wäre auch eine Alternative gewesen…

Gesichtspause™.

Der in seinem Schläfchen empfindlich gestörte Mann, rappelte sich auf, verließ meinen Mazda durch die Fahrertür und torkelte bergauf die Straße von dannen.

Hirn!!! Was machen wir jetzt?

Sag die Reitstunde ab! Das schaffen wir nicht mehr! …

…“Hi, sorry, aber ich werde zu spät kommen heute… ne, nichts passiert… ein Fremder hat mein Auto aufgebrochen und drin übernachtet… was die Polizei dazu sagt? Die ist noch nicht da… ja, genau deswegen dauerts hier noch… Danke, bis später“

Polizei! Genau…


Während ich darauf warte, dass die Ordnungshüter eintreffen, wird mir klar, dass es kein Frost ist, der mir die Sicht nimmt. Die Scheiben sind von innen angelaufen. Jemand hat mein Auto vollgeatmet.  Bäh… mein Erstaunen wandelt sich in Ekel.

„Können Sie den Mann beschreiben.“

„Nun… nein, aber vielleicht hilft das Foto von ihm weiter?“

Ungläubige Blicke.

„Sie haben ein Foto??“

„Also, ja…“
Ich zücke mein Telefon und halte den lässig in meinem Auto hängenden Kerl Richtung Beamten.

„Ok, das ist hilfreich. Aber das hätte auch derbe schief gehen können. Stellen Sie sich mal vor, der Mann wäre wütend geworden!“

„Ich hab‘ das sehr schnell gemacht. Eigentlich kaum drüber nachgedacht. Mach ich nicht wieder.“

…siehste Hirn, das war ‘ne dumme Idee!!!!


September.

Ich bekomme einen Anruf meiner Eltern. Papa ist am Telefon. Das kann nichts Gutes heißen… mir wird warm…

„Hier ist Post für Dich. Vom Gericht.“

„Fuck“, denke ich…

„Mach mal auf!“

„Die Anzeige wurde fallen gelassen. Der Mann in Deinem Auto hat keine Meldeadresse und kann nicht belangt werden. Bekommst keine Kohle. War ja klar.“

Puh… immerhin hab ich noch das Foto.


© 2021 hollingtonsmum

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Anmerkungs-Blockpost™ mit Grinsen


Da gab es also diese Schreibpause. Und offenbar begann die so abrupt, dass sich hier im Speicher noch bereits geschriebene Texte versteckt hielten. Tja. Was machen mit den getippten Gedanken? Einfach mal raushauen. AABER nicht komplett unkommentiert: der bereits 1 Jahr alte Beitrag…

Wie bitte, wie lange hast du nichts verfasst? Schämt dich!

Klappe Hirn.

Genau, Klappe Hirn! (Anm. v. Herrn S.)

Also, der eingestaubte Beitrag, den gibt es und das Ereignis dazu gab es auch. Aber, und das ist jetzt spannend.

Sagt wer? ….

Die Wut, die gibt’s nicht mehr. Über einige scharf formulierten Sätze muss ich heute grinsen und würde sie so vermutlich nicht mehr tippen. Ein Jahr ist vergangen und ich habe aufgehört zu kämpfen, einige Schichten Schutz von mir gerissen, gelernt, weniger zu explodieren und mehr zu atmen. Wie kommt‘s?

Am Yoga liegts nicht, das machste ja nie.

Hirn… du nervst.

Trinkst du heimlich? Alkohol macht gleichgültig.

Macht Alkohol nicht streitsüchtig?

Ahaaa, streiten wir grade, oder was?!

Gesichtspause™

Wut. Wut ist ein guter Indikator, um mal zu schauen wo‘s weh tut und wieso eigentlich. Und Wut ist die einzige Emotion, die es schafft, dass ich freiwillig renne. Ich spüre die Welle an Emotion so körperlich, dass ich irgendetwas damit anstellen muss. Und um nicht Godzilla artig das Umfeld in Schutt und Asche zu legen, renne ich los. So lange, bis der Drang zu schreien meine Füße nicht mehr antreibt.

Ich gebe zu es gab bisher nur wenige Ereignisse in meinem Leben bei denen ich vor Wut gerannt bin.

…kommt daher eigentlich das Sprichwort „rasend vor Wut“?

… öh wäre möglich…

Na, du wärst sicher kein Maßstab dafür. Bei dir hieße es …

Klappe Hirn!

Aber es gab sie. Das Thema Kind im Bett ließ mich nie joggen, hatte aber Triggerpotenzial, sodass ich die ein oder andere Diskussion impulsiver ausficht als vielleicht nötig.

Ausficht? Was ‘n das für ‘n Wort?? Gibt’s das??

Keine Ahnung, wird Herr S. uns schon mitteilen.

“Ausfocht“, verehrte Hollingtonsmum, „ausfocht“.
„Ausficht“ gibt’s schon auch, gehört aber zum Indikativ der 3. Person, Singular.
(Anm. von Herrn S.)

Druck erzeugt ja bekanntlich Gegendruck, und so sehe ich heute (ein paar Monate nach meinem Text) ein, dass es wohl wenig bringt, Menschen mit Wut zu begegnen. Dass ich heute keinen Drang habe mit Menschen zu diskutieren, die Familienbett blöd finden, liegt wohl zum Teil auch daran, dass ich im Alltag keine Gründe habe, das zu verteidigen. Und ein Alltag ohne tägliche Kämpfe lässt [mich] entspannter und klarer denken. Ich muss es im inneren Kreis nicht rechtfertigen, also kann mir der äußere Rest egal sein. Wie angenehm. Stellt euch bei dem Text ‘ne Katze in einem Karton vor.

Schrödingers Katze? (Zwischenfrage v. Herrn S.)

Cooles Bild.
Schrödingers Katze: Man weiß wirklich nicht, ob man lebt oder tot ist.
Wahrscheinlich überlebt man in diesem Straßenkarton.
Aber sollte das wirklich das Ziel dieses Lebens sein?
Schrödingers Katze. Schon doch auch.
(Anm. d. Autorin zur Zwischenfrage)

Der* liegt zwar gratis und leicht zu erreichen auf der Straße, aber Kinder treten davor, sticheln mit Fingern nach dem Kätzchen und stänkern.

*) der Karton (Anm. v. Herrn S.)

Heute chillt die Miez gelassen im Baum und wer sich die Mühe macht da hochzukraxeln, kommt selten, um zu zanken.

Ps: tippe diesem Text mit links*, weil auf dem rechten Arm der wirbelwind sanft gebettet vor sich hin schnarcht. Seine locken kitzeln in meiner Nase und ich bin froh das ich den Karton mit viel Kraft hinter mir liess.

*) Deshalb bleibt diese Passage auch unlektoratatiert (oder wie das heißt).
Und weil es witzig ist.
Außerdem bin ich von Deinen Links-Tipp-Skills amazed. (Anm. v. Herrn S.)

PPS: Musste feststellen, dass es zwar blöd ist, joggen zu müssen, wenn man keinen Bock hat, aber nicht joggen zu dürfen, wenn man wütend ist … boar…


© 2021 hollingtonsmum

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Von Eidechsen, Monstern und einem Karussell


Ich habe die meiste Zeit keine Ahnung, was ich als Mutter tue. Ich frage mich, ob die Meinungen über meine Lösungsansätze gerechtfertigt sind, wie viele Fehler ich mache und was mein Kind seinem Therapeuten später über sein Verhältnis zum Elternhaus erzählen wird.
Ich mute meinem Kind Umzüge und Veränderungen zu, obwohl ich selbst Ruhe und Beständigkeit suche. Ich habe manchmal keine Lust auf dem Boden mit Autos zu spielen und manchmal keine Zeit, um die dritte Runde Buchvorstellung durchzuführen, bis das passende Vorleseexemplar gefunden ist.

Dennoch höre ich manchmal, ich sei besonders geduldig, was meinen Sohn angehe.
Ein Beispiel:

August 2020

Wir besuchen ein Aquarium. Auf dem Weg zum Eingang stehen wir Schlange. Mein Kind sieht ein Kinderkarussell und fragt, ob es drauf darf. Ich finde die Fahrt mit fünf Euro pro Runde zu teuer, bin mir auch nicht sicher, ob er mit seinen zweieinhalb Jahren wirklich da sitzen bleibt, in Anbetracht des bevorstehenden Mittags im Imbiss und der möglichen Souvenirs drinnen verneine ich.
Er ist enttäuscht, aber die Schlange bewegt sich weiter und die Aussicht auf Fische lenkt ab. Wir werden begleitet von zwei weiteren Kindern. Das Gebäude ist geschickt angelegt, sodass man schon beim Eingang an allen erdenklichen Spielsachen vorbeimuss. Kuscheltiere, Schlüsselanhänger, Blöcke, Stifte, alles.
Teuer.
Naja.
Eines der anderen Kinder entdeckt eine Eidechse in XXL. Sicher 1 Meter lang. Es will sie haben. Das zweite Kind schließt sich an… wir beschwichtigen mit „eventuell danach“ …jetzt erstmal rein da. Ohne Echse!

Wir verbringen den halben Tag im Aquarium, es läuft gut, die drei Kinder machen gut mit. Hören im Gedränge, interessieren sich für die Tiere, schauen und zeigen viel. Nach einer Stärkung verlassen wir das Gebäude durch den Kinkerlitzchen-Ein-und-Ausgang.
Die Kinder haben die Plüschtiere nicht vergessen, rasen zum Ständer und betteln. Sie bekommen ihre Wunschfarbe. Um Streit im Nachgang zu verhindern (zwei Stunden gemeinsame Autofahrt), frage ich meinen Sohn, ob er auch will. Er wählt eine kleinere Variante. Mit Bauchschmerzen frage ich erneut: nicht lieber, wie die anderen Kinder, die Große? Er nickt (gleichgültig??). Die drei Reptilien werden eingepackt und wir verlassen den Shop. Und los geht’s. Mein Kind hat auf diesen Moment gewartet. Das Karussell! Er hat es nicht vergessen. Aber es ist kalt und der Hunger noch nicht vollends gestillt. Ungeduld der anderen drängt zum Weitergehen. Ich sehe, dass er wirklich gern fahren möchte. Biete an, ihn zum Auto zu tragen. Er verneint und beginnt zu weinen. Die anderen gehen weiter…

Panik steigt in mir auf. Mein Kind weint mitten auf dem Platz, eine Riesenechse im Arm. Was müssen die Fremden hier denken? Und wieso warten die anderen meiner Gruppe nicht?! Verdammt! Atmen. Hinknien. Erstmal schauen.

Er ist traurig, dass er nicht fahren darf. Die Echse ist ihm tatsächlich kein Trost, die war nie sein eigener Wunsch. Ich höre zu, ich nicke, ich erkläre, dass die anderen warten, die Fahrt zu lange dauert, verstehe seine Tränen und drücke ihn. Er sieht mich an, zieht einen Flunsch, fragt, ob ich ihn doch tragen kann und beginnt auf meinem Arm von den großen Welsen zu erzählen. Die Tränen sind versiegt. Das Karussell abgeschlossen. Er ist nicht mehr traurig und wir sind zeitgleich mit den anderen am Auto.

Etwas später belächelt mich das andere Elternteil. So ein Muschibubu gäbe es bei ihnen nicht. Ich verhätschle mein Kind… aber es bewundere meine Geduld.

Hier meine später in Textform verfasste Antwort*

Mal ‘ne kurze Sichtweise: er ist 2,5 Jahre alt und er wollte, seit er es gesehen hat, mit diesem Karussell fahren. Auch im Aquarium hat er davon gesprochen. Es ist doch vollkommen klar, dass er losheult, wenn wir gehen und er nicht drauf darf. Was erwartest du von ihm? Das er reflektiert genug ist zu sagen, hm doof jetzt aber nicht zu ändern? Er ist 2,5 und war traurig. Und das ist völlig ok. Es ist auch voll ok, dass er nicht damit fahren durfte. Aber er wird doch wohl sagen dürfen, wie es ihm damit geht. Machst du doch auch den ganzen Tag. Sehr deutlich… das Ganze hat keine 5 Minuten gedauert. Und die Echse hat nicht geholfen, falls du das jetzt denkst. Er wollte die Echse nicht haben. Er wollte Karussell fahren und war einfach nur traurig, dass es nicht ging. Ist das so schwer zu verstehen? Das hat nichts mit Geduld zu tun. Ich bin so ziemlich der ungeduldigste Mensch der Welt.
Ich hätte sein Heulen sicher auch ohne Muschibubu beenden können… Mit welchem Effekt? ‚Halt die Fresse, mich interessieren deine Gefühle nicht‘. Bravo. Richtig guter Lerneffekt. So erzieht man gesunde, psychisch starke Kinder, die später mit ihren Emotionen klarkommen.

*Ich war zu müde, um auch noch diesen emotionalen Kampf auszufechten und für meine Ansichten einzustehen.
Es ist anstrengend, bewertet zu werden.


Ich nehme mir vor, weniger auf Meinungen anderer zu hören. Habe dank fehlendem Partner keine zweite Sicht, die mein Kind wirklich kennt. Ich möchte nichts falsch machen, höre daher manchmal hin. Und dann komme ich ins Grübeln. Wann ist es denn außer Mode gekommen, einem Kind Gefühle, Überforderung und grundlos schlechte Laune – sprich menschliche Züge – zuzugestehen? Wieso müssen Kinder funktionieren und wieso sagt man ihnen, wie sie sich wann und wie lange zu benehmen haben? Wieso dürfen sie nicht weinen, sollen schnell die Tränen trocknen und werden abgelenkt von dieser Emotion? Statt zu sagen: Ach guck, so ist man traurig, das sind wir alle manchmal, das darfst du auch. Woher soll ein Kind wissen, wie man damit umgeht, wenn es nicht damit umgehen darf?

…schreibt sich in Rage…

Und wo ich gerade dabei bin: der nächste Mensch, der mir sagt, mein Kind muss alleine schlafen lernen, den lade ich auf meine Kosten zu ‘ner Therapiesitzung ein und dann schauen wir mal, wie ausgeprägt sein eigenes Urvertrauen und seine Wertschätzung sich selbst gegenüber sind. Dann gehen wir mal dem Gefühl von Angst auf den Grund und den Evolutionsphasen unseres Gehirns. Dem zeige ich wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Hirn noch im Höhlenmodus funktioniert und den erinnere ich an die Dunkelheit, die ihm als Kind eine Heidenangst eingejagt hat. Mein Kind ist mittlerweile fast 3. Das muss nicht alleine schlafen lernen. Das habe ich nicht mit Nähe verwöhnt. Und wenn doch, dann freue ich mich, dass es weiß, dass jemand kommt, wenn es ruft. Dass es sich gelassen darauf verlässt, nicht allein zu sein. Dass es keine Ängste ausstehen muss oder Monster unter seinem Bett sieht. Denn das ist unser Bett, und das Monster will ich sehen, das es wagt, eine Mutter anzugreifen.


Schlafen kann man nicht lernen.

Kinder kann man nicht mit Nähe verziehen.

Man kann Kindern nicht zu lange versichern, da zu sein.

Man kann ihnen nicht zu sehr auf Augenhöhe begegnen.

Man muss ihnen nicht sagen, wie es ihnen zu gehen hat.

Sie wollen nicht gelobt, sondern verstanden werden.


Was wäre es für eine Welt, in der Kinder aufwachsen, die gelernt haben zu sagen, wie es ihnen geht, was sie gerade brauchen, Grenzen zu respektieren und Kommunikation als Lösung erlernt haben. Empathische Wesen, die sich selbst wertschätzen, weil andere es taten, als sie noch klein waren und es nicht anders kennen. Menschen, die nicht voller Angst und Enttäuschung Nacht für Nacht im Bett lagen, während ihre Eltern sich ein Bett teilen. (Ha was da los?! Wollten die nicht alleine im Zimmer schlafen?!!) ….

Wenn mir das nächste Mal jemand sagt, ich hätte meinem Kind beigebracht, nicht allein schlafen zu können, höre ich nicht hin. Ich bin verunsichert genug und habe alle Mühe, auf mein Gefühl zu vertrauen. Also schickt eure eigenen Kinder allein ins Bett und lasst mich in Ruhe. Und wenn eure Kinder dann aufgegeben haben euch zu rufen und schlafen, dann forscht doch mal, wo diese „Strategien“ herkommen… richtig, aus den 1930er Jahren. Und jetzt überlegt ihr in dieser ruhigen Minute bitte, wieso es wichtig war, Kinder emotional abzugrenzen und sie nicht zu bestärken. Wieso soll ich auf Ratgeber hören, die für Kriege und anderes menschenverachtendes Zeug verfasst wurden? Ich möchte das nicht. Ich mag mein Familienbett. Und es wird mir fehlen, wenn mein Kind irgendwann groß genug ist und sagt: Ich habe keine Angst, alleine einzuschlafen. Gute Nacht, Mama.

‚Ich kann aber nicht schlafen, wenn mein Kind die ganze Nacht neben mir zappelt!‘ … das ist völlig ok. Dein Kind schläft also, seit es 4 Monate alt ist, in seinem Bett. Ok. Wieso muss meins das auch?! Ich kann prima neben ihm schlafen. Also…

Lass mich.


© 2021 hollingtonsmum

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might as well be having a laugh


„Gut, dann eben später.“

Denke ich und schließe das Schreibprogramm wieder.

Zwei Wochen sind vergangen, seit ich den letzten Blockpost™-Text zusammengetackert und ins Netz geballert habe. Und ja, ich ärgere mich über mich, über meine Unfähigkeit, etwas halbwegs… nein, es müsste nicht mal gut sein, es reichte schon, bekäme ich überhaupt etwas zusammen, was in die Kategorie „hab ich geschrieben“ passte.

Ich wollte also eben gerade wieder aufgeben und „auf Inspiration warten“, so lange die Zeit mit Unfug totschlagen, bis „mir was Witziges einfällt“, über das ich schreiben könnte. Dann merke ich: „Mir fällt nichts ein, nicht mal was Unwitziges.“ Gesichtspause™ gefolgt von…
Ne, das war’s tatsächlich schon. Gesichtspause™ und dann nichts weiter.


Is‘ halt so, musste mal durchzieh‘n. Glaubste, die anderen Kleinkünstler:innen hamm immer Lust, was zu schrei‘m? Nä, das is‘ Arbeit, ganz einfach.

Cool, wirklich. Hatte ja gehofft, einmal von Kommentaren meines Hirns verschont zu bleiben, aber… Nun ja, immerhin habe ich es tatsächlich geschafft, das Schreibprogramm wieder zu öffnen und offensichtlich bin ich dabei, es auch zu benutzen.

Du weißt schon, dass das Schreiben darüber, dass Du schreibst, keine neuen Informationen, keine Überraschungen, keine Unterhaltung oder sonstige geistige Stimulation Deiner Leser:innen hervorruft?

Nehee, weiß ich nicht! Und selbst wenn, vielleicht ruft es ja ganz andere Stimulation hervor?! Vielleicht sind meine Leser:innen schon von der Tatsache, dass sie meine Texte lesen derart begeistert, dass sie…, dass sie…

Jaaa? Das sie… was?

 Ja, ok, hast recht, is‘ langweilig.

Dabei hatte ich mir für dieses Wochenende echt was vorgenommen. Am Montag ist ja Frauentag. Und da ich ein großer Freund von sowohl Frauen als auch Tagen… ne, das kommt jetzt irgendwie falsch rüber. Ehm, nicht dass ich was gegen Tage… also, ich hab damit keine Probleme- Es wird nicht besser, oder?

Nope.


Jedenfalls (ist der Kopf dicker als der Hals, ich weiß), jedenfalls wollte ich eigentlich so ‘n kleines OnlineLiveDingens machen. Na, so wie zum Fellbällchenkotztag aka Valentinstag. Nur halt in besser, weil mit Texten und Liedern von… Frauen. Immerhin habe ich ja das Glück, dass hier auch eine Frau mitschreibt, was die Beschaffung der Aufführungsrechte vereinfacht. Doch schon bei der Suche nach geeigneten Liedern wurde es schwierig, denn offenbar kenne ich zu wenige Lieder, die von Frauen geschrieben wurden.

Weshalb das ein Problem ist? Nun ja, ich wollte jetzt nicht unbedingt die zwanzigtausendste Version eines Frauentagsprogramms machen, dass sich im Wesentlichen auf „Schampönchen, Flachwitzunterhaltung, Trallala“ beschränkt. Denn so sehen solche Angebote doch meist aus, oder? Irgendwelche Belegschaften von Physiotherapie- und sonstigen Praxen, Lehrerinnen sowie örtliche Pilates Gruppen bekommen möglichst unanstrengende, gern auch minimal anzügliche Theater- und/oder Kleinkunstprogramme vorgesetzt, die am besten funktionieren, wenn die zuschauenden Damen schon leicht einen sitzen haben.

Don’t get me wrong, ich hab’ da grundsätzlich nichts dagegen. Aber solange das Patriachat nicht überwunden ist, muss Mann den wichtigsten Tag des Jahres, der auf die fortbestehende Diskriminierung von Frauen hinweist, nicht mit zuckersüßer Trunkenheit zukleistern.

Mir gingen Gedanken wie „Sichtweisen von Frauen eine Plattform geben“ oder „die Welt durch ihre Augen sehen“ durch den Kopf.

Dann fiel mir ein, wie dumm das ist. Texte und Lieder von Frauen, gelesen und gesungen von einem Mann – genau das hat die Welt unbedingt gebraucht. Und ich kenne nicht mal genug Lieder aus der Feder von Frauen! Jedenfalls kenne ich sie nicht gut genug, um sie halbwegs adäquat spielen zu können.


Bevor ich mich jedoch ausreichend in die Unzulänglichkeiten meiner Kenntnis weiblicher Kunst hineinsteigern konnte, half mir die mir treu zur Seite stehende Depression mit einer Rundumattacke aus der Patsche. Treffsicher wie immer reichte ihr Arm irgendwo aus der Tiefe nach oben und hatte Rückgrat wie Herz so sicher in ihrer eisigen Hand…

Ein Teil von mir möchte das bestimmt genauer erklären, einige andere Teile würden es gern erklären können. Ich weiß aber gerade wirklich nicht, wie das geht und außerdem…

Ricky Gervais sagt in Interviews gerne, und ich paraphrasiere hier nur: „What’s the point? We’re all gonna die soon, might as well be having a laugh.”

Ganz bestimmt heißt das nicht, dass man nichts mehr ernstnehmen sollte, jegliche Ungerechtigkeiten nicht bekämpft und Liebe, Wärme, Kunst, die bloße Existenz von Leben nicht gefeiert gehörten. Doch nur damit irgendetwas gesagt wird, nur damit was passiert, damit es nicht still ist… Nein, es gibt schon mehr als genug Geräuschmüll. Und wer weiß, vielleicht versuchen wir es generell mal mit weniger reden und mehr zuhören.

Biste jetzt fertig?

Äh… womit?

Deiner Oberlehrerstunde?

Meiner was?!

Hast mich schon verstanden.

Nä, hab‘ ich nich‘!

Is‘ gut jetzt. Kannst den Zeigefinder wieder runternehmen, alle hamm’s begriffen.

Ich nicht!

Ich weiß.

Klappe, Hirn!


© 2021 albert sadebeck

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Hazy-Blurry-Bähigkeit


Ok, ich versuche heute mal, mich kurz zu fassen.
Was natürlich Blödsinn ist, denn ich muss ja nix schreiben, oder? Ich könnte einfach nach dem Frühstück-das-ich-noch-nicht-hatte die Füße hochlegen oder raus an die frische Luft und etwas gegen meinen zunehmenden Umfang machen. Andererseits ist das hier ja (zum Glück!) kein Fitness Blog und offensichtlich auch keine Schreibwerkstatt, denn dann… sähe das hier… also, irgendwie nicht so chaotisch… ach, lasst mich doch.

Diese Socke ist übrigens noch keine drei Monate Teil meines Fundus (habe keinen Hinweis darauf gefunden, hier ein Apostroph aufgrund des Genitivs setzen zu müssen oder wollen zu dürfen) und was muss ich sehen?

Sind Socken eigentlich die Bereifung der Füße? Nein? Auch nicht in Kombination mit Schuhen? Der Schuh ist der Reifen und die Socke der Schlauch? So ginge es doch, oder?
Weshalb ich so blöd frage?

Wow, sieben Fragen hintereinander. Doch, wirklich! Zählt ruhig nach!

Ich dachte also, mit Socken und Reifen bekomme ich ‘ne elegante Überleitung zur nächsten Story, an die mich @800tortugitas aka Hollingtonsmum erinnerte. Ja, hat s’e jetzt nicht absichtlich gemacht, weil die Story kennt s’e ja nich‘ und so, aber sie erwähnte halt was von „Winterreifen“ und „Auto“ und „kann man ja selber machen“ und jetzt kommt hier noch ein kurzer Exkurs in meinen linguistisch-grammatikalischen Fragenkatalog.

Erstens:

Ja, ich habe „hat sie“ auf „hattse“ verkürzt, weil ich das wohl so schnoddrig aussprechen würde.

Zweitens:

In meinem Bedürfnis, das im Schriftbild korrekt abzubilden, also nach den Regeln des Apostroph Gebrauchs bei Auslassung(en), habe ich nicht nur kein Zeichen eingespart (das i in „sie“ wurde ja nur ersetzt, nicht gestrichen), sondern vielmehr meinen Schreibaufwand an dieser Stelle vervielfacht. Ohne diese fragwürdige Auslassung hätte ich mir nämlich die daraus resultierende Erklärung sparen können.


Und dennoch hat dieser kleine Exkurs etwas mit der Winterreifen Story zu tun, denn ich frage mich, nein, euch: Braucht man noch Winterreifen? Und wenn ja, wie lange? #globalwarming

Es geht hier also um die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit menschlichen Handelns in der Postmoderne.


Apropos Post und Sinnlosigkeit: Am Mittwoch hatte ich einen Brief, nein, ein Schreiben vom Beitragsservice im Briefkasten. Ihr wisst schon, die übliche Zahlungsaufforderung für den Rundfunkbeitrag für das laufende Quartal. Ist jetzt auch nur so mittelspannend, aber in diesen scheinbar harmlos-trockenen Sätzen versteckt sich ein klitzekleiner Erfolg meines mitunter depressionsgebremsten Hirns: Ich habe meinen Rückstand beim Rundfunkbeitrag abgearbeitet und ein Lastschriftmandat eingerichtet!

Alle so: Yaaaaay…


Nochmal zurück zu den Winterreifen.
Hollingtonsmum hat mich also unabsichtlich an eine Story erinnert, die ich lieber vergessen hätte. Sie ist kurz und schmerzhaft.

5. November 2005

Ein junger, unfassbar attraktiver, charmanter, witziger, kluger und attraktiver junger Mann (habe ich „jung“ erwähnt?) ist unglücklich in…

*checkt frühere BlockpostTM, weil da verwendeten Namen vergessen

…ist unglücklich in Antonia verliebt. Vielleicht war auch nur die Spannung, das Warten, die Ungeduld nicht das, womit er umgehen konnte. Trotz seiner unfassbaren Attraktivität, seines Charmes, seines Witzes, seiner Klugheit, seiner Attraktivität. Oder war es der Umstand, dass Antonia ihren Soon-to-be-but-not-yet-Ex-Friend zu Besuch hatte?
Er hatte sich damit abgefunden, das Wochenende allein in seiner Einraumwohnung zu sitzen, Max Payne zu zocken und mindestens zwei Schachteln Kippen wegzuballern. Leider hatte das Geld nicht mehr gereicht, um sich mit Rum, Whisky, Whiskey, Wein oder Gin Tonic bis zum Montag zu retten. Da rief sein Bruder an und fragte, ob er Lust auf Garagenbier habe. Einzige Bedingung: „Es müssen dabei aber die Winterräder ans Auto!“ Es gab auch ein Trinkprinzip: „Pro Rad ein Bier.“
Besäufnis also, aber nach Regeln. Um zu testen, ob die Regeln richtig verstanden wurden, tranken die beiden Brüder also erst einmal. „Pro Rad ein Bier.“ Pro Bier wiederum gab es eine Zigarette, welche wieder den Durst zu erhöhen drohte, aber… Selbstdisziplin, jawollja!
Nach Bier Nummer 2 schon leicht angezwitschert, begann dann doch die unfassbar anstrengende und schwierige Arbeit des Lösens von Schrauben (hier war besonders Augen-Hand-Koordination gefragt) und korrekte Zuordnen der Räder (vorn links, vorn rechts, hinten links, hinten rechts).
Er hatte aufgehört zu zählen, aber nach Definitiv-zu-vielen-Bieren mit Way-too-much-Kippen waren tatsächlich alle Räder an ihrem Platz und er entschloss sich, nach Hause zu wanken. Denn noch hatte er die Hoffnung, sich auf dem etwa 15-minütigen Heimweg so weit nüchtern zu laufen, dass er ohne… nächtliche Malheure beseitigen zu müssen durch den Rest des Wochenendes käme. Little did he know…

Es war fast schon beeindruckend, wie kontrolliert er in diesem kalten Novembernebel nach Definitiv-zu-vielen-Bieren ein Bein vor das andere zu setzen vermochte. Er war ja auch nicht sturzbetrunken, nur so viel, dass ihm alles etwas hazy-blurry-bäh vorkam. Und so hazy-blurry-bäh-te er sich durch die Stadt, vorbei an Leuten, die ihm sein Unglück nicht ansahen. Ja, die bierinduzierte Hazy-Blurriness schaffte es auch jetzt in all ihrer Bähigkeit nicht, dieses dumpfe Brennen im Innern zu verdecken.
Eine kaum wahrnehmbare Wärme, ein mikroskopisch kleiner Magnetismus ließ ihn unvermittelt stehenbleiben. Es war als hätte sich ein winziger Korridor in Raum und Zeit geöffnet, nur für zwei Personen sichtbar.
Er hatte neben einer Pizza-Bude angehalten, in der Antonia und ihr Soon-to-be-BUT-STILL-NOT-YET-Ex-Friend auf ihre Bestellung warteten, sie aufgaben, whatever. Doch als hätte sie gefühlt, dass er dort draußen stehenbleiben würde, drehte sie sich genau in dem Moment um, als er seinen Blick von seinen Füßen auf das Fenster der Pizza-Bude wandte. Sie sah ihm direkt in die Augen. Ein Moment, dessen Magie er nicht vergessen würde.

Oder es war keine Magie und er stand nur solange wie ein Voll-Trottel (Voll-Trottel, versteht ihr? Ha-ha) vor der Pizza-Bude, dass sie ihn früher oder später bemerken musste.

Sie sah ihm direkt in die Augen…

Das dumpfe Brennen in seinem Inneren loderte auf und er war zu gleichen Teilen totally-in-love-aufgeregt und extremely-embarrassed-schockerstarrt. Die Überraschung, die ihr ins Gesicht geschrieben stand, wich rasch Zuneigung, dann flackerte Sorge in ihren Augen auf. Sie gab sich einen kleinen, kaum merklichen Ruck und ging zu ihm ins Freie…

Am liebsten wäre er weggerannt. Wie hätte das denn nicht in einem Desaster enden können? Sie war da mit ihrem Soon-to-be-Why-don’t-you-dump-him-already-Ex-Friend undhat gerade erst ihre Lieblingspizza bestellt, während er beschloss, einfach nichts zu sagen. Nicht einen Laut würde er von sich geben, denn sofort würde sie bemerken, dass er Definitiv-zu-viele-Biere hatte und er wird sich bis ans Ende aller Tage geschämt gehabt haben werden, weil er sich aus… Gründen-
Weil er versucht hat, das dumpfe Brennen zu löschen.

Da steht sie also vor ihm und er kann nicht anders, er sieht in diese Augen, sieht eine nie gekannte Sanftheit und er weiß, er muss sich nicht schämen. Sie blickt nicht auf ihn hinab, sie urteilt nicht, ihr Blick… tröstet.
Was er nicht wissen kann und auch nicht zu hoffen wagt, noch am selben Wochenende ist aus dem Soon-to-be- ein Richtiger-Ex-Friend geworden. Er jedoch erinnert sich bis heute vor allem an schamvolle Hazy-Blurry-Bähigkeit.


Nachtrag Nr. 1

Der Satz, mit dem ich eigentlich beginnen wollte:

Da weiß ich ja gar nicht, wo ich anfangen soll.


Nachtrag Nr. 2

Es gibt keinen Nachtrag Nr. 3, deal with it.


© 2020 albert sadebeck

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Blockpost™ it's all fun and games ('til someone cries)

Wie damals beim Studium


Hm.

Hmmm.

Hmmmmm.

Schwierig, schwierig…

Gut, ich hätte mit der BlockpostTM ja auch früher anfangen können. Quasi… die ganze Woche schon.

Aber warum sollte ich plötzlich vorausschauend denken und irgendwas nicht auf den letzten Drücker machen?

Ich sag‘ euch warum: Weil ich unfassbar faul bin. Und eventuell auch ein bisschen feige. Nicht zu vergessen faul. Habe ich erwähnt, dass ich faul bin? Falls nicht, ich bin faul.
Aber das ist ein gutes Zeichen, bedeutet es doch, dass ich im Herzen jung geblieben bin.

(Awwwww, isser nich süüüüß?) 🥰😍🙄

Rede ich mir jedenfalls ein.
Habe aber auch Beweise. ☝️

Nehmen wir mal meine Wohnung. Da stehen irgendwie zusammengewürfelt Möbel rum. Ein Schrank, der einem, und das ist entscheidend für den richtigen Eindruck, jedoch nicht meinem Jugendzimmer entstammt. Der sieht furchtbar langweilig aus aber… er erfüllt seinen Zweck: Krempel verwahren. Von Werkzeug über Notenbücher und CDs findet sich da einiges, was ich zur Sicherheit mal noch nicht weggeworfen habe.
Bei den unschön gefärbten Briefumschlägen von vor ein paar Jahren bin ich mir absolut sicher, dass deren noch unschönere Inhalte und die daraus resultierenden Aufgaben aka Zahlungen mittlerweile erledigt sind. Warum also haben die ein eigenes Schubfach?! 👀

„Wohn“zimmer

Die 2-Sitzer-/Sessel-Kombi in feinstem Kürbisorange passt dazu überhaupt nicht, suggeriert sie doch irgendeine Art von Geschmack, das Mobiliar betreffend. Einen Mangel an ästhetischem Empfinden dokumentiert das mitnichten, eher eine Art… Desinteresse?
Ganz nebenbei hat mich der 2-Sitzer enttäuscht. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich darauf liegend wunderbar meine kostbare, weil nur einmal an mich ausgegebene Lebenszeit mit Netflix und Co verschwenden könnte. Aber das Ding ist für die Waagerechte derart unbequem, dass man mit einer Unmenge an Decken und Kissen für eine mittel-okaye Liegeposition sorgen muss. Wozu ich, richtig, zu faul bin! Kissen und Decke müssen ja für die Nachtruhe wieder ins Schlafzimmer, weil der 2-Sitzer zu klein ist, um als 1-Lieger durchzugehen. Um Missverständnissen vorzubeugen, sind 2-Sitzer und Sessel meist zur Hälfte unter Klamotten und Krempel-der-da-unbedingt-liegen-muss begraben.

Was mich am meisten verstört: Ich habe kein Bücherregal. Nicht ein einziges. Und auch nur wenige Bücher, die entweder im oben beschriebenen Schrank rumliegen oder den Weg aus den Umzugskisten von vor… Jahren noch nicht gefunden gekonnt haben wollen.

Zentrum des „Wohn“zimmers: Schreibtisch mit Computer, E-Piano daneben und Lautsprecher-/Mikrofongedöns obendrauf. Hier entstehen die meisten BlockpostsTM und andere Kleinkunstmachwerke.

Küche

Die Küche ist nicht viel besser. 1 Tisch, 2 Stühle, nichts passt zusammen. Noch ein kleinerer Tisch, der als Stellplatz/Ablage für Wasserkocher und… Sachen dient. 1 Herd, dessen Backröhre kaputt ist. Immerhin gibt’s ‘ne Spüle und einen Kühlschrank, aber keinen Geschirrschrank. Das Geschirr muss sich zum einen ein absurd unpraktisches Regal mit dem Toaster, ‘ner Lampe und meiner überschaubaren Gewürzsammlung teilen, zum anderen gibt’s ja noch Kisten. Die defekte Backröhre darf auch Töpfe und Pfannen beherbergen.

Das Schlafzimmer ist lediglich der Raum, in dem ich schlafe. Nicht mal da steht ein richtiger Schrank. Nein, es hat nur zu so einem komischen Zusammensteckteil gereicht, welches aus Gründen der User Friendliness eher selten verschlossen ist. Der Inhalt auch, mhm, sagen wir quantitativ übersichtlich, strukturell jedoch meist unübersichtlich.

Schlafzimmer

Alles in allem „wohne“ ich also in Verhältnissen, die man als wie-damals-beim-Studium bezeichnen könnte. Nur halt mit mehr Platz. Eben nicht im Studentenwohnheim. Auch ohne Mitbewohner. Und ohne Bücherregal. Ihr wisst, was das bedeutet? Ja genau. Ich bin einfach die letzten 25 Jahre nicht gealtert, yaaay!

Ich höre euch sehr wohl lachen! Frechheit, sowas…

Natürlich meine ich innerlich. Genau das ist doch das Problem! Der Körper verfällt zunehmend (ja, hab wieder 5 Kilo zugenommen), aber se Brain wird nicht reif-, äh… älter!

Warum das plötzlich ein Problem ist?

Ich habe eines Tages gaaaaanz zufällig bemerkt:

„Huch! Ich wohne ganz alleine. Hatte ich nicht neulich noch ‘ne Freundin?!“

Ok, ok, „neulich“ ist dann doch schon ein paar Tage her und gestern plötzlich hab ich eine Notification aufm SnobPhone „**** has a crush on you! She will disappear in 24hrs“.

Oder so ähnlich.

Wie auch immer das passiert ist, ich habe wohl einen Account auf einer Dating-Plattform. Erstmal tief Luft holen…

„**** has a crush on you“, ist schon ein bisschen over the top, don’t you think, App-deren-Name-ich-nicht-nenne-auch-wenn-es-nicht-Tinder-ist (A.D.N.I.N.N.A.W.E.N.T.I.). Aber „She will disappear in 24hrs“? Really?! Das ist hart. Aber noch ist nichts verloren, ich kann sie eventuell vor dem drohenden Verschwinden retten! *setzt Heldengesicht auf*

Immerhin hat sie sich die Mühe gemacht, bei A.D.N.I.N.N.A.W.E.N.T.I. auf meinem Profil (wie ist das nur dahin gekommen?) irgendwas anzuklicken, was mir wiederum diese Notification geschickt hat…

Aber was? Was antworten?

Bilder, die irgendwie auf dieses Profil bei A.D.N.I.N.N.A.W.E.N.T.I. gekommen sind

Man stelle sich mal vor, wie das im Real Life abläuft. Da ist man also bei, sagen wir bei Jens… ja, man ist bei Jens zum… Essen eingeladen. Jens‘ Freundin, nennen wir sie… Jutta, Jutta hat also auch Leute eingeladen, also… Frauen jetzt. Na ja, und da kann man sich schön die Gespräche anhören, sagt ab und zu mal was Intelligentes wie „Hm.“ oder „Genau!“ und nach 30 – 73 Minuten merkt Mann, ob er eine der Fr… Fra… ob ihm eine der Leutinnen sympathischer ist als… Vielleicht merkt er sogar, ob er selbst quasi, gewissermaßen als sympathisch empfunden worden wäre, in so einer Art Paralleluniversum oder so?

Jedenfalls ist das schon awkward genug und Mann hofft, sich nicht allzu sehr zu blamieren, weshalb er nicht sagt, dass er immer noch wohnt, als hätten die letzten 25 Jahre einfach nicht stattgefunden und wenn er was Dummes sagt, dann haben das doch morgen eh alle vergessen, oder? Nach der Menge an Wein, die er getrunken hat- warte mal, Logikloch, sie hat gar nichts getrunken, sie war ja mit dem Auto da und musste eh früh raus, Mist, wenn sich jemand an seine blamable Awkwardness erinnern kann, dann sie!

Ganz ruhig, Herr S.! Du musst Dich nicht in Situationen reinsteigern, die so gar nicht stattgefunden haben!

Das beruhigt mich. Nein wirklich, das beruhigt mich richtig echt und un.gE.LOGEN WIE SOLL MIR DAS DENN JETZT BITTE HELFEN?!

Also, was soll ich denn da nun schreiben? Wer oder was auch immer mich bei A.D.N.I.N.N.A.W.E.N.T.I. angemeldet hat, hat das definitiv nicht durchdacht. Das ist doch irgendwie so, als würde ich mitten auf der Straße, nein, dem Gehweg… mitten auf dem Gehweg jemanden ansprechen und sagen:

„Hi.“

Mehr fiele mir da auch nicht ein.

Außerdem müssten sowohl diese fiktive Jemand als auch ich ein Schild „Sprich mich an!“ umhaben. Das ist doch absurd!

Ich könnte ihr natürlich auch einfach diesen Text schicken. Vielleicht wird das dann ein sehr kurzer Chat. Wenn es überhaupt eine Sie ist! Vielleicht ist sie nur ein Bot? Oder so ein gruseliger Typ, Mitte 40, im Keller des Hauses seiner Mutter, bei der er noch wohnt, WUUUUUÄÄÄÄÄÄÄHHH!

Und was, wenn sie nach einem ersten, unschuldigen „Hi.“ denkt, ich wäre so ein Typ im Keller?! Ich begrüße sie also mit:

„Hi, ich bin zwar ‚Mein Schrank hat inzwischen ein eigenes Medikamentenfach.‘ alt, aber ich bin noch total jung und so, wie damals beim Studium, LOL. Trotz- und Außerdem, ich bin nicht der Typ im Keller seiner Mutter, die ist nämlich schon vor ein paar Jahren gestorben!“

Fünf Minuten später, das SnobPhone plingt. Eine Notification von A.D.N.I.N.N.A.W.E.N.T.I.

„Das Match mit **** wurde aufgelöst.“

GesichtspauseTM

Hätte ich ihr vielleicht doch als erstes von meiner Staubsaugergeschäftsidee erzählen sollen?



Nachtrag

**** wird wohl deshalb disappearen, weil man für das Annehmen eines Chat Requests bezahlen muss.

GesichtspauseTM


© 2020 albert sadebeck

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Blockpost™ it's all fun and games ('til someone cries) was so passiert

Kein Probleeem…

Ich wünsche mir eine Einhorn Party.

Oh cool Mäuschen. Das machen wir. Ich backe dir eine Torte in Einhornform.

Ehm… die Torte hat Oma bis jetzt immer gebacken, frag sie da erstmal lieber, nicht dass sie sich übergangen fühlt.


Ich habe einen Zooausflug mit deiner Patentante zusammen organisiert.

Juhuuuuuuuuuu

Furchtbar! Dann muss sie sich jetzt zwischen Nähkurs und Zoo entscheiden.

Was denn für ein Nähkurs?

Der startet seit dieser Woche wieder…

Das hat mir niemand gesagt…


Mama, meine Hose ist zu kurz.

Oh ok, dann ziehen wir eine andere an.

Aber das ist meine Lieblingshose! (27min Weinanfall)


Ich möchte ab heute keine bunten Leggins mehr tragen. Nur noch einfarbige, am besten dunkle.

*notiert Retoure der gestern zusammen bestellten bunten Leggins*


Mama wir sehen uns nur noch, wenn du mich in den Kindergarten bringst.

Mein Schatz, das stimmt, meine Arbeitszeiten sind sehr lang und ich versuche, mehr Zeit zu finden.

Du gehst heute trotzdem, oder?

(Kann bitte jemand das Messer aus meiner Brust ziehen?!) … ja …

*es weinen beide*


Ich habe mich von Tobias* (Name aus Datenschutzgründen geändert) getrennt.

Oh je, ich komme gerade von der Arbeit, bin in 5 Minuten da, dann können wir…

Ich komme dann zu dir.
…oh, ok, auch gut. Dann bis gleich. *streicht mental die geplante warme Badewanne*


Ich möchte Nudeln zum Abendessen.

Ok.

Aber ohne Soße.

Ok.

*kocht Soße*

(unter Tränen) Ich will keine Soooossssääääää!

Die ist für den Rest der Familie. Du kannst deine Nudeln ohne Soße essen.

Ok. Dann nehme ich auch welche.


Das Silberhochzeitsgeschenk hat noch 2 Monate Zeit. Mal ne Familiengruppe bei WhatsApp gründen.

*Opa tritt sofort wieder aus*
*alle fragen sich, wen ich meine mit dem „Jubiläum“*
*niemand hat Geschenk Ideen*
*Bilder… Bilder von den Beiden? Pffff vlt 2 alte, verschwommen, von hinten*
*Bruder will keinen Text schreiben.*
*Nein, auch keinen kurzen* 


Mama, Aaro hat gekotzt.

Hm, hat er wieder was gefressen was er nicht verträgt…

*betrachtet einen unverdauten Entenfuß in Sabber und Magensäure auf dem Stubenboden*


Mama können wir heute Nuggets essen. Mit süßsaurer Soße.

Hallo mein Kind, ich freue mich auch, dich zu sehen, wie war’s denn heute im Kindergarten?

Ihr Kind weiß, was Nuggets sind?

Ja natürlich, wir essen oft Makdoniil, ge Mama?

Wir nehmen die Juniortüte mit Buch und Apfelstücken zum Hühnchen.

*Oft. Kind, über die Bedeutung „oft“ reden wir nochmal.*


Wollen wir uns im Januar treffen? Wir haben uns das ganze Jahr über nicht gesehen.

Oh, im Januar bekomme ich keinen Urlaub, wie wäre es mit April?

An dem freien WE, was ich im April habe, kommt der Osterhase… vlt Juli?

Hm…. keine Ahnung wie unsere Sommerplanung aussieht. Dann müssen wir das später nochmal besprechen.


Die Bornholmreise aus April wurde auf Oktober verschoben. Oktober: Bornholm wird Risikogebiet. Die Bornholmreise wird kostenpflichtig storniert.


Es gibt insgesamt 12 Krankmeldungen, du wirst in den Abteilungen flexibel zur Aushilfe eingesetzt.


Geburtstag von der besseren Hälfte rückt näher. Tatsächlich habe ich gute Ideen für ein Geschenk. Eines davon bekomme ich über Amazon.

*Amazon cancelled Warenkorb*
*Bezahloption Lastschrift nicht genehmigt*
*ändert Bezahloption*
*Kreditkarte nicht genehmigt*
*muss neben dem Geschenk jetzt auch ein neues Telefon bestellen, da der Aufprall gegen die Wand das Display zerstört hat*

(Anmerkung für Leser, die die finanziellen Engpässe der Autorin kennen: diesmal war nicht die fehlende Deckung schuld. Es wäre Geld da. Amazon will es aber offenbar nicht.)


Ich sollte endlich mal wieder Sport machen. Meine Muskulatur ist schlechter als die einer 80 jährigen.

*knickt während des Gedankens um*


Ich habe die Fische ganz alleine gefüttert.

Aha. Wann?

Heute morgen, als du noch im Bett warst.

Aha. Und darfst du das?

Nein…

Und waru…… fuckfuckfuckfuck

Oh Mama, alle Fische schwimmen oben.

Geh einfach. Geh einfach schnell.

Wohin denn?

*holt krampfhaft tief luft*

Bitte geh Papa holen und sag, er soll einen Eimer mitbringen. Schnell!

(Verzeichnete Tote: 19 Fische, inklusive meines Lieblingswelses, alle

Garnelen, 2 Schnecken)


Wann warst du eigentlich das letzte Mal beim Pferd?


*Bucht einen Urlaub in Berlin, Berlin wird zum Risikogebiet erklärt, storniert ihren Urlaub in Berlin*


All diese Dinge sind stressig und benötigen extra Kraft. Das ist kein Problem, ich habe auf die meisten dieser Fragen antworten oder Lösungen. Was mich aber wirklich stresst ist die Frage: „Und wie verbringt ihr Weihnachten?“

Woher soll ich das wissen? Es ist in einer 1950 Standard Familie schon schwierig, alle Familienangehörigen unter zu bekommen und die wenigen Tage, Zeit und die unterschiedlich gewichteten Anlässe zu vereinen. Was aber mit der 2020 Patchwork Familie anstellen? Und noch schlimmer: Planen, ohne zu wissen, ob die Arbeit nicht sowieso dazwischenfunkt. Ich bin den Tränen nahe bei diesem scheiß Thema und würde am liebsten alle, die ich sehen will, einpacken und wegfahren. Aber hey, 2020, Corona und so. Meine eigenen Ansprüche, meine Erwartungen und meine emotionale Aufladung an die Feiertage werden also auf Eis gelegt und ich beschäftige mich über das Fest lieber damit herauszufinden, wo ich im Sommer 2021 meinen Urlaub storniere.


© 2020 hollingtonsmum