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Blockpost™ was so passiert

Dumm


Ja, das beschreibt es am besten. Ich bin dumm. Obwohl, das ist vermutlich nicht korrekt. Dumm, das so geschrieben zu haben. Also gut, ich korrigiere:

Ich habe mich dumm verhalten.

Eigentlich ein priiemaaah (!) Thema für eine richtige, ausgewachsene Blockpost™. In Ermangelung ausreichender Energiereserven und weil Mittwoch ist, gibt es aber nur diese kleine Zwischenblock-Post™.

Das war so: Ich war gestern zur dritten Impfung gegen Corona. Mein nach letzten Studien wohl nachlassender Impfschutz wurde geboostet. Nicht „geboosteRt“! Sogar das Schreibprogramm weiß, dass das Verb zu „Booster“, kurz für „Boosterimpfung“, boosten heißt, und verdammichnochmal nicht „boosteRn“! Regt mich auf, sowas. Aber darum geht’s mir gerade nicht. Obwohl mich sOWas auF.REGT!! Egal.

Schon bei der ersten Dosis war ich dumm. Bin nämlich aufm Rückweg schön mippm Fahrrad gestürzt aka Volle-Bude-hinneknallt, und zwar auf die Seite, wo der Einstich … gedingst worden ist. Toll.
Warum „toll“? Weil ich so natürlich keine Chance hatte herauszufinden, ob die Schmerzen im linken Oberarm nun eine Reaktion auf das Impfen oder eine (logische) Folge des Sturzes waren. Dumm.

Und was mache ich Trottel? Richtig, ich stürze. Dieses Mal aber nicht mit dem Fahrrad. Also, das Fahrrad war schon dabei. Oder eher… in der Nähe. Es stand vor der Bar, in der ich mit dem feinen Herrn Generalmusikdirektor den Abend bei dem einen oder anderen allohohlischen Getränk verbrachte. Der Topwirt tat sein Übriges, in dem er auch noch Rum ausgab. Da sagt Herr S., der Stümper, nicht „Nein!“. Und so stürzte ich nicht mit dem Fahrrad, sondern ab. Das Rad wurde natürlich nach Hause geschoben, wie es sich gehört.

Jetzt vermute ich einerseits, dass die etwas intensiveren Schmerzen am linken Oberarm tatsächlich auf die Pikserei zurückzuführen sind. Aber der Rest? Der Schädel brummt, ich fühl mich schlapp und habe auch sonst ein ganzkörperliches Empfinden, wie ich es sonst nur von… durchzechten Nächten kenne. Dumm. Weil ich jetzt wieder nicht weiß, was eventuell eine Impfreaktion oder Teil des Hangovers ist.

Sehr dumm.

Falls jemand fragt, ich bin heute nicht da.

Schüss.


© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™ was so passiert

heute, fünfzehn uhr


Was für ein Saftladen!

Ja, ich muss mal schimpfen. Über diese Blockpost™ Veröffentlichungsstrategie nämlich.
Also ehrlich jetzt, was soll das? Nein, nein, es geht nicht um die rhythmischen Schwankungen und Ungenauigkeiten, weil mal in einer Woche gar nichts kommt und in anderen dann wieder zwei Beiträge. Das ist alles zu verkraften, erklären und völlig ok so. Weil es Gründe gibt. Die einen würden jetzt Gründe aufzählen, ich sage nur „Leben, das“.

Yep, es ist ein unvorhersehbares, dieses Leben. Aber manche Sachen könnte man ja trotzdem wissen, oder? Zum Beispiel, wann Jubiläen sind.

Es fing hier eigentlich ganz gut an, gab es doch schon zur 10. Blockpost™ eine kleine Jubiläumsausgabe. Mit KonfettiGlitzerTorte, Fotogedöns, handgemaltem Titel und allem Pipapo. Wer diese Moments Of Lulunde Kundigkeit re-liven will, bitte sehr!

Das nächste Jubiläum war dann schon etwas literarischer und auch malerischer. Kein Witz, schrieb Hollingtonsmum doch eine wundervolle Ode an 25 Jahre Liebe. Und Herr S. schnappte sich Farben (jawohl Farben!) und Pinsel und… malte. Zur erneuten Erfreuung (yes, it’s a word!) bitte hier entlang.

Doch dann… warteten alle (ok, manche) vergeblich auf die Big Fifty! Ich meine, was soll das?! Kann ja nichts werden mit der Karriere, wenn selbst die einfachsten Marketing-… -dingsiche nicht angewandt werden. Wie schwer kann es denn sein, die (Mini)Jubiläen zum Boosten der eigenen Präsenz zu nutzen?

Offensichtlich schwer genug, um selbst das nächste Jubil-, nee, Plural, die nächsten Jubiläen unachtsamerdings nicht zu würdigen. O, die 75 kann man noch verkraften, aber die 100?! Da hätte man (nicht „man“, ich) echt was machen müssen. Zugegeben, ich hab daran gedacht und Hollingtonsmum hatte auch die passende Idee für den Text, indes passiert ist… wenig. Nicht Hollingtonsmums Verschulden, das sei hier nochmal betont. Wir wollten dann als nächstes ‘ne Schnapszahl (111) feiern, hatten aber… keinen Schnaps.

In der Zwischenzeit hat Hollingtonsmum aber einen Text richtig veröffentlicht (oder veröffentlicht bekommen lassen sollen dürfen?), in any case, in „novum #10 – volume 4“ steckt eine wundervolle Kurzgeschichte, die hier veröffentlichen zu dürfen ich sehr dankbar und auch stolz bin.

Als ich fragte, wann diese Blockpost™ denn online gehen solle, bekam ich folgen Antwort:

die Antwort von Hollingtonsmum

Was für ein Saftladen! Wie soll ich denn, wollen wir denn bis „Heute, fünfzehn Uhr! Heute, fünfzehn Uhr! Heute, fünfzehn Uhr!“ einen gebührenden Festakt vorbereiten und ausrichten?!

Richtig, wollen wir gar nicht! Ich finde, die Geschichte (bin schon ganz gespannt, wie sie Euch gefällt) feiert sich am besten, in dem sie gelesen wird.
Viel Spaß dann „Heute, fünfzehn Uhr! Heute, fünfzehn Uhr! Heute, fünfzehn Uhr!“


P.S.: Das ist sollte dann Blockpost™ Nr. 113 geworden sein.


© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™ it's all fun and games ('til someone cries)

eine Richtigstellung


Natürlich musste es so weit kommen, irgendwann. Aber dass es jetzt schon passiert, hätte selbst ich nicht erwartet. *versucht verzweifelt, nicht dem nächsten Nebengedanken** nachzugehen*

**) Der Nebengedanke so: Wer hätte denn erwartet, dass was-auch-immer jetzt schon passiert? Und was soll „selbst ich nicht“ bedeuten? Beschreibt es die An- oder Abwesenheit einer bestimmten Fähigkeit?
Was ist diese ominöse Fähigkeit, was-auch-immer „jetzt schon“ erwartet gehabt haben dürfen zu können?


Gesichtspause™.


Was jetzt passiert: Eine Richtigstellung.

Was richtiggestellt wird: eine (offenbar) für wahr gehaltene Interpretation der letzten Blockpost™ mit dem, wie ich finde, grandiosen Titel „Das Chancenlos™“.

Stimmt nicht, ich finde den Titel nur beinahe grandios. „Chancenlos™“, ohne Artikel, wäre richtig grandios, so vom Klang her. Klingt aber auch ein bisschen arg fatalistisch.

Jedenfalls (ist der Kopf dicker als der Hals 🙄), einige Rückmeldungen- nein, ALLE Rückmeldungen zu oben genannter Blockpost™ erweckten den Eindruck, als sei „er“, der… Held, der Protagonist, der… (Ver)Zweifelnde jenes dort beschriebenen und völlig fiktiven Geschehens nicht nur eine reale Person, sondern gar… ich!

Aber das kann ja gar nicht sein, denn steht da nicht auch folgendes?

„Alle Personen, Handlungen und Orte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind unbeabsichtigt und rein zufällig. Keine Tiere kamen im Zusammenhang mit der Produktion dieser Blockpost™ zu Schaden. Der Kaffee ist kalt. Die Jalousien sind unten.“

aus „Das Chancenlos™“, die Blockpost™ vor dieser

Würde ich Euch, verehrte Leser*innen, etwa anschwindeln? ICH?! Des billigen Effekts vorgetäuschter Doppelbödigkeit wegen?

Der Autor in nachdenklicher Pose.

Fact Check!

Eine Tasse Kaffee, in die ein Finger gehalten wird, um zu beweisen, dass der Kaffee kalt ist.
Kaffee kalt: ✅
Ein zweiflügliges Fenster mit geschlossenen Jalousien.
Jalousien unten: ✅

Ein Tierquäler bin ich auch nicht, also muss ja alles wahr sein, was ich da behauptet habe! 🤥

„Aber warum hast du ihm dann keinen Namen gegeben, hm?!“

Leute, is‘ doch klar wie Kloßbrühe,

(Wollte ich schon immer mal schreiben, diesen bekloppten Spruch. Now I have and I regret nothing!)

…er hat keinen Namen, damit alles ein bisschen geheimnisvoller klingt und bleibt und … weil ich zu faul war (und auch noch immer bin), mir einen passenden Namen auszudenken und … außerdem sind es jetzt nur noch fünf Tage 😳, bis er sich entschieden haben musss, ob und wenn ja, wie ich sie nun ansprech-

Hupsi… 😬

Ähm… ja… ne!

Daaaaa, ja, da hab ich mich ja jetzt nur vertippt und … weil es so … so cool ist, seine Fehler einfach zuzugeben, jahaaa … deshalb hab‘ ich den Verschreiberer jetzt drin gelassen, jawooohl!

mORGeN IST ErsTEr aDVEnt!

Dann gibt’s wieder ‘ne Blockpost™ von Hollingtonsmum und es wird ein bisschen glitzerig und … äh…

Schüss dann.


© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™ stories

Das Chancenlos™


Alles auf einmal – das ist der Modus, in dem bei ihm häufiger als wirklich nötig Denkprozesse ablaufen. Oder wie nennt man das, wenn man dieses Drücken und Ziehen und Pumpen in der Herzgegend zu erklären sucht, das sich mit einer alles verschlingen wollenden Slo-Mo-Implosion in der Magengegend gepaart hat?

„Cry your heart out, it’ll clean your face“, säuselt ihm Adele in die Ohren.

“When you’re in doubt, go at your own pace”

Er hat keine Zeit für doubts und irgendeine Art von pace, die sich slow anfühlt oder ist oder scheint oder gar nicht existiert. Denn er hat das große Chancenlos™ gezogen. Und was ist es? Was?! Es ist eine Niete, na klar! Er ist chancenlos mit seinem Chancenlos™. Schade eigentlich. Aber so ist das eben mit Lotterien, entweder gewinnst du oder… nicht. Lose kennen kein „vielleicht“, auch wenn Chancenlose™ so tun als ob.

Alle haben wohl so ein Chancenlos™, welches sie mit ihrer Geburt ausgehändigt bekommen. Für manche ist es bestimmt auch cool, wirft es ihnen doch immer wieder Gelegenheiten, nein, Chancen (!) zu, die ihr Leben angenehmer machen (können). Beim Einkauf-mit-10-EUR-für-die-nächsten-7-Tage einen Zwanni finden zum Beispiel, oder ganz unverhofft den*die Traumpartner*in kennenlernen…
Die Sache, also dieses Chancenlos™, hat allerdings einen Haken: Es ist unzuverlässig. Meeega unzuverlässig. Die Chancen werden nämlich nicht nach einem nachvollziehbaren Muster oder Rhythmus verteilt (von „gerecht“ ganz zu schweigen), sondern totally random. Es ist die pure Willkür. Da passiert jahrelang nichts, und dann, so ohne jede Ahnung oder Vorwarnung, bekommt man so ein kleines Zettelchen zugest- … ne.
Man bekommt einen Medizinball an den Kopf geworfen und soll im Bruchteil einer Millisekunde die richtige Entscheidung treffen. Er ist schon damit überfordert, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, und dann soll es auch noch „die richtige“ sein!
Fangen / Ducken / Gehirnerschütterung – was für grandiose Optionen!

Noch krasser an Chancenlosen™ ist das Timing, womit nicht der Zeitpunkt der … nennen wir es „Ziehung“ gemeint ist, sondern… die Gültigkeitsdauer. Manche Chancenlose™ gelten nur einen Augenblick, was die Entscheidungsfindung Fangen / Ducken / Gehirnerschütterung auf das absolut notwendige Minimum reduziert. Oder einem einfach die Entscheidung abnimmt, je nach dem. Andere Chancenlose™ wiederum haben eine absurd lange Gültigkeitsdauer, was sie deswegen aber nicht leichter zu handhaben machen muss. Denn der eigentliche Moment der Entscheidung bleibt genau das: ein Moment.


Sein Chancenlos™ gilt noch knapp zwei Wochen. Zwölf Tage, um genau zu sein. Doch woher weiß er, dass es eine Niete ist?
„Schonmal probiert, einen Medizinball zu fangen, der fünf Zentimeter vor Deiner Nase auftaucht?“, fragte er in die Leere, völlig ahnungslos, dass ihm ein allwissender Erzähler zuhört. Das Leben, das Schicksal, die Vorsehung oder, was er für viel plausibler hält, der Zufall, dieser kleine Schlawiner, hat ihm also eine Chancenlosziehung™ vor die Nase gesetzt, mit der er schlicht nicht umzugehen weiß. Ja, eine Ziehung im klassischen Sinne, da würde er… ne. Da würde er auch nicht bestehen, aus dem Alter ist er raus. Er ist in einem Alter, in dem man einem Medizinball höchstens dann ausweichen könnte, wenn der*die Werfer*in den Wurf zuvor unmissverständlich ankündigte.
„Ja, ja. Aber was steht denn nun auf seinem Chancenlos™?“, meint der allwissende Erzähler seine allmählich ungeduldig werdende Leser*innenschaft fragen zu hören?

KENN‘N-LERN‘N?!

„Okaaay… was kennenlernen?“

„…“

Wen kennenlernen?!“

„Hm?“

„Hm?!“


Passiert in eben unregelmäßigen Abständen (und nie, wenn er darauf vorbereitet wäre!), dass er mal jemanden trifft, den er interessant findet. Und mit „jemanden“ meint er „sie“ und in diesem Bruchteil dieses kleinstmöglichen Moments fliegt ihm die Sicherung um die metaphorischen Ohren, die normalerweise verhindert, dass er alles auf einmal denkt.
Es ist nicht gut, wenn er alles auf einmal denkt.
Es verbraucht zu viel Energie, wenn er alles auf einmal denkt.
Es ist völlig unnütz, alles auf einmal zu denken. Denn höchstens ein Teil eines Teils hypothetischer Szenarienentwurfsvorschlagsthesenversuche materialisiert sich auch nur als bloße Ahnung dessen was tatsächlich passiert gehabt haben worden hätte wollen. Oder doch „passiert gehabt haben hätte werden sollen“?

Was ist da nur passiert?

Nun, die Umstände, unter denen sie sich… hm, „trafen“ wäre übertrieben. „Begegneten“? Ja, „begegneten“ beschreibt es am besten. Diese Umstände waren nun also nicht dergestalt, dass Ort und Anlass der Begegnung zum direkten Kennenlernen gedacht seien. Ein typischer Zufall eben. Nur mit Termin. Also ganz anders eigentlich. Weil geplant. Aber ohne es gewusst zu haben. Egal.

Sie hatte gar nicht viel zu erzählen und er war auch nicht der Adressat des Gesagten. Aber ihre sparsam und wohlbedacht gesetzten Worte waren nicht nur klug, sondern auch von einer Klangfarbe, die…
Er ist sehr empfänglich für Sprache und den Klang der Stimme. Erregten die von ihr gewählten Worte seine Aufmerksamkeit und auch seine bewundernde Zustimmung, so empfand er die Wärme und Klarheit ihrer Stimme beinahe schon bezau-

„KENN‘N-LERN‘N?!“

… klatschte ihm unvermittelt irgendwer oder irgendwas, vermutlich einfach nur „das Leben“, dieses Chancenlos™ ins Gesicht. Schön ‘ne Backpfeife links, ‘ne Backpfeife rechts und…

Nööö… das war’s erstmal. Zwei Backpfeifen reichen ja auch für den Anfang.
Dachte er. Und irrte gewaltig, denn es gab noch eine dritte, und zwar in Form von Regeln:

1 Ort
1 Sekunde
1 Versuch

Und weil „drei“ eben nicht „aller guten Dinge“ sind, klebte die Terminplanung noch eine willkürliche Wartezeit von zwei Wochen (jetzt noch zwölf Tage) dran.

Er hatte sofort Fragen.

1) Warum?
2) Was?
3) Was?!
4) Aber… aber… wiesooo?!

Wie gut, dass er so ein selbstreflektierender Mensch ist. Blöd natürlich, dass er sich nicht als homogenes Ganzes sehen kann. So kommt bei all seiner Selbstreflektion eine aus tausenden und abertausenden Mosaiksteinchen bestehende Mehrfachreflexion heraus. Macht die Sache nicht unbedingt übersichtlicher. Allerdings erkannte er, geübt wie er ist, recht zügig „weil sie interessant ist“ als Antwort auf, vermutlich, die Frage nach dem „Was?“. Oder war es doch „Warum?“ oder gar „Was?!“, hm…
Jedenfalls, er wurde sofort von noch mehr Fragen gelöchert.

„Warum findest Du sie interessant? Du findest sie gut, oder? Findest Du sie schön? Willst Du was von ihr? Du willst sie heiraten und fünf Kinder?! WTF?!“

„Was zur Hölle…?“, dachte er, als versuchte einzuordnen, ob das wirklich seine Fragen waren oder er in vorrauseilendem und wohltrainiertem Selbstverteidigung-ohne-Angriff-Modus die von noch niemandem geäußerten Zweifel an der Ehrhaftigkeit seiner Motive zu entkräften suchte.

„Nicht daaa, Du Trottel! Das ist schließlich kein Speed-Dating-Abend! Einen anderen Ort gibt’s aber nicht. Sorry-not-sorry ¯\_()_/¯, heul‘ nicht, mehr als ‘ne Sekunde brauchste eh nich‘, um Dich bis aufs Hemd zu blamieren. Dafür brauchste also weder mehr Zeit noch mehr Gelegenheiten, savvy?“

Die nächste Gedankenwelle war nicht gerade ermutigend oder auch nur ansatzweise hilfreich bei dem Versuch, nun endlich herauszufinden, was da eigentlich mit ihm los war.

KENN‘N-LERN‘N?!

Auf gewisse Weise war ihm natürlich klar, dass er die ersten Symptome eines Crush zeigte. Oder es war einfach Neugier.

Was aber, wenn es doch ein Crush sein sollte? So ein Crush kann einen echt fertigmachen. Hence the name… Nun, noch kannte er sie zum Glück / leider / nicht überraschenderweise … nicht.

Ein Name schoss ihm durch den Kopf. Nicht ihrer, nein. Stattdessen:

„Adelinde!“

Wie gesagt, das war nicht ihr richtiger Name. Aber er dachte an „Adelinde“ und irgendwas mit „Rotwein zum Frühstück“ und auch wenn sie ganz anders hieß, „Vielleicht ist das Adeline?“, formte sich unvermittelt diese Frage in den Untiefen seiner Gedankenexplosion.

was macht sie froh / was macht sie traurig / mag sie regen / trinkt sie rotwein / isst sie eis / liebt sie tauben / hasst sie laubbläser / ah, sie hat ‘ne tochter / mütter sind die coolsten / können krasse sachen / oder mag sie lieber rum / wie steht sie zur frage der umverteilung von vermögen zum schutz von klima und zur herstellung von sozialem frieden

Gedankenexplosion (Auszug)

Sehr gut, noch knapp zwei Wochen (inzwischen nur noch elf Tage), dann wird ihn dieses Schwarze Loch an hypothetischen Gef- … realen Gedankenfetzen auf der anderen Seite ausspucken und dann darf er sich endlich entscheiden:

KENN‘N-LERN‘N?!

– Oder soll man es lassen?

Spricht er sie an oder… nicht?

Fangen / Ducken / Gehirnerschütterung

Wobei, der Vergleich mit dem Medizinball ist ein wenig unvollständig. Darts! Genau, es ist ein bisschen wie bei Darts. Er hat jetzt also knapp zwei Wochen (elf Tage), bis er ohne vorheriges Training einen Wurf auf die Dartscheibe hat und das Bulls-Eye treffen muss. Während ihm jemand einen Medizinball zugeworfen hat, der nur noch fünf Zentimeter von seiner Nase entfernt ist.

Er kann nur verlieren, das ist ihm klar. Schon allein deswegen, weil man mit einem Medizinball direkt vor der Nase die Dartscheibe nicht einmal unscharf sehen kann. Blind soll er also werfen. Toll. Genau diese Art von Herausforderung, die er so liebt. Dann fällt ihm ein, dass Schwarze Löcher nichts „auf der anderen Seite“ ausspucken. Sie haben keine „andere Seite“.

Cry your heart out, it’ll clean your face

Seine Handlungsoptionen scheinen… begrenzt. Was, wenn er einfach gar nichts macht?
Außer abwarten.

When you’re in doubt, go at your own-

Bum.

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(Gehirnerschütterung)


Alle Personen, Handlungen und Orte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind unbeabsichtigt und rein zufällig. Keine Tiere kamen im Zusammenhang mit der Produktion dieser Blockpost™ zu Schaden. Der Kaffee ist kalt. Die Jalousien sind unten.


© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™

Ja / Nein / Ich weiß nicht


Ich kann nicht schreiben. Nicht mal auf pseudo-witzige Selbstdissantworten á la „Ach, was du nicht sagst!“ oder „Sieht dein nicht vorhandenes Publikum ähnlich.“ habe ich Lust. Und dennoch sitze ich an diesem grauen Samstagmorgen an meinem Schreibtisch, habe das Schreibprogramm geöffnet und tippe äußerst unfröhlich drauf los. Es ist purer Selbstzweck, denn ich habe keinen Grund anzunehmen, dass was-auch-immer-das-hier-wird zu etwas anderem gut geworden sein gewesen werden würde als … zu sein.

Wenn ich wenigstens eine Vorstellung davon hätte, worum es hier und heute gehen soll… Dabei habe ich ganz klare Vorstellungen, und zwar davon, worum es nicht gehen soll. Das ist auch nur eine Art Selbstschutz. „Nur“ … Eigentlich ist das nicht „nur“, es ist wohl sogar sehr viel. Also, einerseits sehr viel Selbstschutz und anderer ist es sehr viel, dass es Selbstschutz ist. Immerhin bedeutet es, dass ich dazu (noch?) in der Lage bin, den Kampf gegen das immer mögliche Versinken in die nächste depressive Episode zumindest aufzunehmen. Ob diese schon droht … ich weiß es nicht. Aber es schadet nichts, wachsam zu bleiben.

Ach so, worum es nicht gehen soll? Nun ja, es soll nicht darum gehen, weshalb ich mich schon wieder mit Verlustängsten plage. Und wenn Du jetzt Sorge hast, dass meine neuerlich intensivierten Verlustängste an Deiner Suche nach Glück mit einem anderen Menschen lägen, so lass Dir versichern: Diese Sorge ist verständlich, aber unbegründet. Großes Kleinkünstler-Ehrenwort! 🙂

Ein wenig erinnert mich meine mentale und emotionale Verfassung an jenen Samstag vor knapp zwei Jahren, als ich den ersten dieser damals noch „Blogposts“ genannten Beiträge in die Tastatur klapperte. Seltsam, denn ich fühlte mich bereits durch eine der Antworten auf die Blockpost™ von letzter Woche an diesen und andere Beiträge erinnert.

Worum geht’s?

Ich habe in der letzten Blockpost™ anhand mir angezeigter Werbung scheinbar nachgewiesen, dass ich „zu fett“ bin. Obendrein hab‘ ich meine Leser:innen gebeten, mir einen Vorschlag für den nicht vorhandenen Titel zu schicken. Als erstes ging diese Antwort ein:

Ich habe es als „Ohte“ (Vertonung Arthur ok!) gelesen.

Gefällt mir. Nicht nur, weil ich dadurch den Titel nicht ändern muss. ¯\_(ツ)_/¯

Die Vorstellung, ich trüge BHs, ist natürlich nicht jedermanns Sache, belegt durch die zweite Antwort.

Der BH fürs Hirn oder wie man dem Hirn ‘nen doppelten Maulkorb verpasst. 🙈

Richtig ins Grübeln kam ich aber bei Antwort Nummer 3:

Ich gestehe, dieses Wort habe ich heute zum ersten Mal gelesen. Und beim Lesen deiner Blockpost sprang es mich geradezu an. Nicht aus deinem Text, sondern, genau, mein Hirn hat es mir zugeflüstert:
Hirn: „Du weißt schon, wie man das nennt, wovon er schreibt?“
Ich: „Was meinst du jetzt genau?“
Hirn: „BS natürlich, was sonst?“
Ich: „BS? Kannst du dich vielleicht mal klarer ausdrücken?“
Hirn: „Jetzt stellt sie sich wieder blöd. Hast doch heute erst davon gelesen.“
Ich: „Ach so BS? Warum sagst du das nicht gleich?“
Hirn: „Ich sag gar nichts mehr“
Ich: „Oh toll, abschalten gilt nicht. Muss doch noch einen Titel finden.“
Hirn: „………………………….“
Ich: „Na gut, brauch dich sowieso nicht dafür. Kann ich ganz alleine. So! Also… hier mein Titel (ohne Hirn): BS* – at his best *Bodyshaming“

“Bodyshaming” also… ein Wort, dass mehr Fragen aufwarf, als ich Antworten zu finden in der Lage war, bin, sein werde?

Beginnen wir mal mit der einfachsten: Was bedeutet „Bodyshaming“?

Wikipedia sagt hierzu:

„Als Bodyshaming bzw. Body-Shaming [ˈbɒdi ʃeɪmɪŋ] werden seit dem 21. Jahrhundert Formen von Diskriminierung, Beleidigung, Mobbing oder Demütigung von Menschen aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes bezeichnet; insbesondere im Hinblick auf ein Schönheitsideal. Diese Ideale können durch stereotypische Darstellungen in Medien und Werbung verstärkt oder vermindert werden.“

Mein Beitrag erwähnt explizit einen Aspekt, nämlich den des Gewichts und des daraus resultierenden Aussehens. Hierzu steht im selben Wikipedia-Eintrag:

„Eine Unterform des Bodyshaming ist die Diskriminierung aufgrund des Körpergewichts bzw. des Körperbaus, die auch als Fatshaming bei Übergewicht und allgemein als Sizeism bezeichnet wird.“

Habe ich mich also aufgrund meines nicht gängigen Schönheitsidealen entsprechenden Aussehens selbst diskriminiert, beleidigt, gemobbt oder gedemütigt? Habe ich mich tatsächlich selbst ge-fatshamed? Oder müsste es gar „fat-geshamed“ heißen?

Mein erster Impuls war, das zu verneinen. Ich fand und finde es nämlich in erster Linie WITZIG, dass irgendwelche Algorithmen, die personalisierte Werbung bereitstellen sollen, mir Anzeigen für BHs und Plus Size Lingerie aufs Display beamen. Einen eventuellen Fetisch, den ich mit entsprechenden Begriffen bei Google-Suchen impliziert haben könnte, habe ich in Ermangelung selbiger gar nicht mit entsprechenden Begriffen bei Google-Suchen impliziert. Die Suchhistorie wird mich freisprechen!
Und falls er dennoch da wäre, der Fetisch, ich gäbe es an dieser Stelle zu. Insofern ist mir die Handlungsweise der Werbealgorithmen erstmal ein Rätsel.

Bevor ich Euch aber die Frage, ob ich mir gegenüber Body- und/oder Fatshaming betreibe, ehrlich beantworten kann, muss ich mir eine andere unangenehme Frage stellen.

Schäme ich mich für meinen Körper?

Worauf es nicht nur eine Antwort geben kann, denn ich lüge* dann.

*) Laut Duden handelt es sich bei „ich lüge“ sowohl um den Indikativ (Präsens) als auch Konjunktiv I (Präsens) des starken Verbs „lügen“.
Hiermit sei eindeutig festgelegt, dass es Konjunktiv I ist.

Die Antwort könnte Ja / Nein / Ich weiß nicht heißen. Wenig erstaunlich wäre das ebenso die Antwort auf die Frage, ob ich meinen Körper mag. Und noch immer ist damit nicht geklärt, ob mich selbst ge-fatshamed/fat-geshamed habe.


Nun gibt es möglicherweise einige Leser:innen, die jetzt schon mehr über mich erfahren haben, als sie jemals wissen wollten. Für diese ist das wohl ein guter Zeitpunkt, um ihnen für das Lesen dieser Blockpost™ zu danken und sie für heute zu verabschieden.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal! 🙂


Für diejenigen, die sich noch etwas tiefer in die verschlungenen Gänge meiner Gedanken- und Gefühlswelt wagen wollen und sich noch eine Antwort auf die Frage nach dem Selbst-Bodyshaming erhoffen, geht es hier weiter:

Aber seid gewarnt, es gibt nicht nur Bilder im Kopf, sondern auch auf Euerm Display! Nur so, falls Ihr gerade in irgendwelchen Öffis oder bei Euern Eltern/Großeltern auf der Couch rumsitzt. Oder gar Kinder aufs Display gucken können! Keine Angst, there are no Pimmelbilders. 😬


© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™

o.T.


Was mach’men jetze?

Du wolltest unbedingt ‘ne Blockpost™ schreiben, jetzt sieh zu!

Joar, schon. Aber muss das JETZT sein?

Es gibt keinen anderen Zeitpunkt als „Jetzt“.

Uuuuuh, der feine Herr ist heute philosophisch aufgelegt.

Nur weil ich keine direkte Kontrolle über Deinen Bewegungsapparat habe, brauchst Du Dir jetzt nicht so affektiert Luft zu zufächeln.

Ach, reg Dich nicht so auf. Sag mir lieber, worüber ich schreiben soll.

Gar nichts. Hol Dir erst noch einen Kaffee, mir fallen die Augen zu.

Mir fallen die Augen zu!

MIR FALLEN DIE AUGEN ZU!!!

Drei Ausrufezeichen sind pein-lich! 😛

Selber peinlich! 😛

Du hast nicht mal Augen!



Touché.



Der Kaffee ist …

…kalt, ich weiß. Aber- Klappe, Hirn- nein, ich koche jetzt ganz bestimmt keinen neuen Kaffee. Du-

längst

…lenkst mich hier ab, der Kaffee wird in der Zwischenzeit kalt, und ja, ich weiß, dass Du das nicht magst, wenn ich kalten Kaffee trinke, und trotzdem musst Du das jetzt eben aushalten, weil hier kein Kaffee verschwendet wird!

Öy! Nicht einschlafen!

Why not? Ich bin müde, Du bist müde, was spricht dagegen?

Deine Selbstachtung?!

Selbstachtung?

Duh!

Von meiner Selbstachtung ist nur noch bedingt was übrig.

Wieso? Was ist passiert?

Werbung.

Werbung?

Wir müssen unbedingt damit aufhören, immer nur stumpf das, was der andere gesagt / gedacht hat, in Frageform zu wiederholen.

Müssen wir?

Yep, müssen wir.

Werbung!

Werbung?

(!)

Ach ja, Werbung… Die Werbung hat den Rest meiner Selbstachtung auf ein kaum mehr erkennbares Maß geradezu… eingedampft.

Welche Werbung?

Na, die im Internet!

Mir schon klar. Ich meinte „Werbung für welche Produkte“!

BHs.

BHs?

Hirn, really?

Was denn?

Du weißt nicht, was BHs sind?

Nein! Ich meine… doch. Also, nein, das ist nicht das Problem.
Doch, ich weiß, was BHs sind. Nein, das meine ich nicht!

Ha! Das ist wie das eine Mal aufm Festival. Hinter mir plötzlich: Ein Niesen! Ich so:

Wohl bekomm’s! Ne… Zum Wohl! Ne… Wohlsein!

Und?

Ich fand’s witzig.

Man muss wohl dabei gewesen sein…

Was?

Nichts, nichts…

So war das eben mit Deinem „Nein! Ich meine… doch“-Gestammel auch!

Nur ganz anders.

Yep. Eigentlich ganz anders. Aber so ähnlich…
Worum ging’s nochmal?

BHs.

BHs?

JA! BHs, Mann! Büstenhalter! Du hast davon angefangen!
„Werbung, BHs“, das waren Deine Informationen bisher! Mann, ey…

Ach so, das. Ja, ich krieg jetzt immer Werbung für BHs angezeigt und da frage ich mich natürlich:

Warum?

Warum?

„Warum frage ich mich ‚Warum?‘“-Warum oder „Warum krieg ich Werbung für BHs angezeigt?“-Warum?

Ja.

Gesichtspause™.

Puh, Humor ist wieder mal ein ganz zartes Pflänzchen…

Was jetzt?

Warum bekommst Du Werbung für BHs angezeigt?

Weil ich zu fett bin, duh?!

Ich sehe den Zusammenhang nicht.

Zu fett heißt zu große Brüste heißt potenziell an BHs interessiert.

Sagt wer?

Die Algorithmen.

Die Algorithmen?

Jahaaa! Die Algorithmen! Die haben doch Zugriff auf meine Fit-, nein… Fatness-Apps und wissen, dass ich die letzten beiden Hosen mit weiterem Bund als sonst kaufen musste und-

Oder aber
– jetzt halt Dich fest, denn ich stelle eine unfassbar gewagte These auf –
die BH-Werbung wird nach dem Gießkannenprinzip auf allen möglichen Geräten geschaltet und Du bist nur einer von vielen, bei denen der Algorithmus darauf setzt, dass … keine Ahnung … 5 von 50 Leuten schon da drauf klicken oder tippen?!

Nein.

Nein?

Nein, denn ich habe einen weiteren Beweis!

Ach ja, welchen?

Ich bekomme neuerdings auch Werbung für…

Für…?

Für…
für…
für Plus Size Lingerie Sets.

I stand corrected.


Mitmachanklickgedöns™

Wie Ihr bemerkt haben gekonnt sein wollen dürftet, erscheint diese Blockpost™ ohne Titel aka „o.T.“, was mir nur bedingt gefällt. Also, eigentlich gar nicht. Aber vielleicht habt Ihr ja eine Idee oder einen Vorschlag. Wenn Ihr mögt, dann schickt mir Eure Ideen! Der (für mich) passendste Vorschlag bekommt eine kleine Überraschung. Vielen Dank schonmal fürs Mitmachen! 🙂


P.S.:

Welches Festival eigentlich?

be.tween

Ah, das in Lärz, was eigentlich at.tension heißt?

Yep, das.

Warst Du da nicht irgendwie in die Rettung eines Frosches involviert?

Ja, war ich? Weshalb fragst Du?

Hö-hö, „Frösche retten in Lärz“, ‘n guter Titel für ‘n Arthouse-Film.

Klappe, Hirn!

Frosch in Lärz

© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™ was so passiert

Life goes on, mir ist kalt, ich habe Hunger


ÖöööhÖhjöööööhÖhjöööööh!

Das fasst, wie ich finde, alles ganz gut zusammen.
Auch mein Hirn dachte sich das und manifestierte diesen Gedanken just in dem Moment, als ich mich zu dieser inhaltlich NullKommaNull vorbereiteten Blockpost™ entschloss und das Schreibprogramm des Grauens startete.

Hm, die Zeitformen machen mir gerade Schwierigkeiten. Wegen Hollingtonsmum. Sie liest gerade ein Buch (oder ist schon fertig damit, oder liest es schief hö-hö, who knows) und findet wenig Gefallen am verwendeten Präsens. Schade eigentlich, ist es doch eine Zeitform, die ich eigentlich auch ganz gern benutze. Weil es dieser Typ mit dem Känguru auch so macht und ich mir davon über kurz oder lang (definitiv frühestens lang!) wenigstens ein bisschen Erfolg verspreche. Aber wenn Hollingtonsmum Präsens jetzt doof findet, ich meine… immerhin ist sie eine der wenigen mir wohlgesonnenen Mitmenschen, die von Zeit zu Zeit mal die Blockpost™ lesen.
Mir fällt zum Glück noch rechtzeitig ein, dass sie auch die kurzen Sätze nerven. Das beruhigt mich doch, denn eines sind die in den verschiedenen Blockpostsen™ offenbarten Gedanken, Emotions and… stuff garantiert nicht: In kurze, leicht verständliche Sätze gepackt, damit der Zugang für alle potentiellen* (oder „potenziellen“?) Leser:innen gewährleistet ist.

*Versuchen Sie, alte Schreibvarianten zu vermeiden.“ (Anm. d. Schreibprogramms)

Nun, ich werde dieses Buch auch lesen, und zwar fast gleich bald sofort. Vielleicht** Eventuell** Möglicherweise lerne ich dabei noch etwas über effizienten Satzbau.

**Echtzeitkorrektur


Die Bahn, ey… Ich musste (hm, kein Präsens, na gut) – ich musste also diese Woche mal von Stinkytown nach Ironpast. Auf dem Weg zum Bahnhof schaue ich aus purer Vorsicht noch mal in die Bahn-App und was steht da in dem Feld bei ICE 1650?

„Train repair – Journey cancelled“

You know what, Bahn? Leck mich doch!

Glücklicherdings erbarmt sich ein Freund und fährt mich nach Ironpast, denn da habe ich ja einen Termin, den ich möglichst pünktlich erreichen will/muss/soll/darf(?). Unterwegs erfreut mich die Bahn-App mit folgender erquicklichen Nachricht:

ICH BIN NICHT ON BOARD eures verkackten ICE 1650, because se JOURNEY WURDE GECANCELLED!

Rückfahrt. Umsteigen in Gotham. Der Zug, nein, Schienenbus (!) nach Bath Longensalt, wo ich dann erneut umsteigen darf, um endlich nach Stinkytown zu gelangen, steht bereit. Nach zehn Minuten in der Kälte warten, kommt dann auch mal Schienenbusfahrer D. Illgurke und öffnet das Gefährt. Schön.
Und dann fährt die Bude einfach mal 3 Minuten zu spät los, weil der feine Herr Schienenbusfahrer NOCH NE TÜTE SÜßKRAM KAUFEN MUSSTE?!

Weshalb mich das so aufregt? Nun ja, die Umsteigezeit in Bath Longensalt ist nicht gerade üppig bemessen und allein die Vorstellung, auf dem Weg von einem Kaff über zwei andere Käffer in das Kaff, in dem ich wohne, auch noch in einem dieser… Zwischenkäffer rumzuhängen und mindestens noch ‘ne Stunde auf den nächsten Schienenbus (!) warten zu müssen, und das ohne Frühstück, Kaffee, Kippen (denn ich rauche ja nicht mehr), das REGT. MICH. EIN. FACH. AAAAAAAUF!!!!!1!!!!!!!11!!


Life goes on, mir ist kalt, ich habe Hunger. Wäre ein guter Schluss, oder?

Sagte er, am Schreibtisch sitzend und sich fragend „Hätte ich nicht am Fenster stehen sollen? Das gäbe ein cineastischeres Bild…“

Und er entschwand in einem Anflug von… Chungelhose und Jacke, weil is‘ ja kalt und so.
In die Küche.
Schüss.


Barrierefreiheit: Keine Probleme (Anm. d. Schreibprogramms)


© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™ was so passiert

aus lauter verzweiflung


Wuuuäääh!

Ich bin üborhaupt noch gar nicht richtig wach, wie man unschwer am völlig unkorrigierten „übor“ in „üborhaupt“ erkennen kann. Wenn man will. Oder ist es Absicht? Who knows?

Who cares? ¯\_(ツ)_/¯

Exactly, no one.

Außerdem: Frost. FROST!!! Mal ganz ehrlich: Was soll der Unsinn? Auch wenn man ab heute schon beinahe von „Mitte Oktober“ sprechen kann, ich weigere mich, die Heizung zu aktivieren. Klimakrise und so. Obendrein: Heizkosten in einem finanzierbaren Rahmen halten.

Es war eine schwierige… ne, eine… anstrengende… ne, …
Es war eine Woche. Yep, das muss als Kurzbeschreibung reichen. Ha, Kurzbeschreibung! Politische Gags, you know? Nicht?! Dann googelt mal „Kurz“.
Meine Woche bestand aus… ja, auch aus Arbeit. Mal wieder am Schnittplatz. Leider bestand diese Woche aber auch aus Lärm.

LÄRRRRRRM!

Ich hasse Lärm. Ja, „hassen“ ist ein sehr extremes Wort, aber hier verwende ich es aus tiefster Überzeugung. Lärm lässt mich einfach … nichts tun. Gar nichts. Jede Faser meines Seins legt ihre Aufmerksamkeit auf die Quelle, nein, QuellEN des mich umgebenden Geräuschmülls und verhindert, dass in diesen Stunden, was sage ich, TAGEN der Agonie irgendetwas anderes stattfindet als das pure Sehnen nach…

Stille!

Endlich, mein inneres Flehen wurde von den Göttern der Grünanlagen-„Pflege“ erhört!
„Pflege“ deshalb in Anführungszeichen, weil die von Mittwoch bis Freitag das Haus belagernde Armee von Mähtraktoren, Rasentrimmern, Laubbläsern und Heckenscheren eigentlich nur einen Zustand des hiesigen Grüns akzeptiert: Weg. Also im Sinne von „ab“, „nicht mehr da“, eben… WEG.
Und nun schweigen diese Werkzeuge des Untergangs meines Seelenfriedens endlich. Ich kann förmlich zuschauen, wie sich mein Puls verlangsamt, der Blutdruck singt, äh… ne, sinkt und ein Gefühl von Sanftmut und Glückseligkeit meinen Körper zu durchströmen begin-

WRRRRR-WRRRRR-WRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR!

Ich hasse alles.
Ich hasse alles und jeden. Aber was bleibt mir anderes als die Flucht? Es ist ja nicht so, als würden da ein paar Leute auf die Fertigstellung eines Videoclips warten, aber ich kann mich bei dem LÄRM HIER EINFACH NICHT KONN.ZENN.TRIER.RENNN!

Wutentbrannt bewerfe ich mich solange mit meinen Sportklamotten, bis sie endlich so sitzen, als hätte ich sie ganz normal angezogen, und mit wohlgeübtem Ungeschick schwinge ich meinen Hintern aufs Rad und sause los. Natürlich hege ich die Hoffnung, dass die Rasenmähterroristen bei meiner Rückkehr wieder dahin verschwunden sind, wo sie herkamen.

Was weiß denn ich, wo sie herkamen?! Es ist mir scheiß egal, wo die herkamen! Sie sollen sich vom Acker machen, ich will meine RUHÄÄÄÄÄÄÄÄÄH!

Meine Fitness ist in den letzten Monaten wieder einer gewissen Fatness gewichen, weshalb ich bei der Rückkehr von meiner zweistündigen Radtour-zum-Zwecke-des-Stressabbaus feststellen muss: Es sind erst knapp vierzig Minuten vergangen, ich brauche eventuell ein Sauerstoffzelt und…

Die Rasenmähterroristen sind IMMER NOCH DA!

Alkohol. Das könnte die Lösung sein.

„Alkohol ist keine Lösung, sondern ein Destillat.“, höre ich den inneren Flachwitzmagier in mir zaubern. Gesichtspause™.

Also gut, besaufe ich mich eben nicht nachmittags um vier. Scheiß Vernunft. Es kommt noch schlimmer. Ich bin nicht nur nicht unvernünftig, nein, ich arbeite sogar (aus lauter Verzweiflung) weiter am Videogedöns!

Ich bin in dieser Woche mehrfach mit dem Rad durch die Gegend gesaust, nicht immer nur, um Stress abzubauen. Aber auch. Dann gab’s noch Essen. Hab’s mal wieder mit gesundem Gedöns versucht. War ganz nice. Was ist das überhaupt für ein komisches Schlusskapitel? Ok, was ist das für ein komischer Schlussabsatz? Hier, Bild vom Radfahren.

Da, noch eins vom Radfahren, aber im Dunkeln.

Außerdem wurden Kuscheltiere verstoßen. Aber nicht von mir.

Anschlag der Rasenmähterroristen.

Und hier, Essen.

Schönen Sonntach. Schüss.


© 2021 albert sadebeck

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Blockpost™ was so passiert

Irgendwie sexy…


Ich hätte sterben können.

Wow. Tag der Deutschen Einheit und das fällt mir als erstes dazu ein? War vielleicht doch keine gute Idee, in den Untiefen meiner Erinnerungen herumzukramen.

Wobei, gekramt habe ich gar nicht. Der Gedanke poppte einfach wie so ein unerwünschtes Werbebanner auf, als ich feststellte „Heute ist Tag der Erinnerungen Deutschen Einheit“.

Was für ein Freud’scher Vertipper!

„Heute ist Tag der Erinnerungen Deutschen Einheit“

Ok, jetzt über die deutsche Erinnerungskultur nachzudenken, übersteigt mein aktuelles Energielevel um ein Vielfaches. Also zurück zum Anfang. „Ich hätte sterben können.“

Müsste es aus heutiger Sicht nicht „Ich hätte gestorben sein können.“ heißen? Ganz sicher bin ich mir nicht und vielleicht ist dieser Gedanke auch nur eine dieser Nebelkerzen, die ich laut Frau Dr. Kopfdoktor™ immer mal wieder werfe, um mich nicht mit der eigentlich gerade wichtigen Frage beschäftigen zu müssen. Und wem das hier zu dark zu werden droht, der:die kann ja unten in der Kommentarspalte (ist es bei dieser Anordnung in untereinanderliegenden Zeilen eigentlich korrekt, von Kommentarspalte zu sprechen?) darüber diskutieren, was die semantischen Differenzen zwischen den Sätzen

„Ich hätte sterben können.“

und

„Ich hätte gestorben sein können.“

und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen sind. Der Rest…

folgt mir einfach weiter in die Darkness dieses Sonntagmorgens, deren Ausmaß auch ich noch lange nicht überblicken kann.

03/10/1990. Genauer gesagt die Nacht vom 02/10/1990 auf den 03/10/1990. Ich bin mit einigen Leuten aus meiner Schule und meiner ersten Freundin (❤) auf einer dieser Radio-Partys, die uns (in wenigen Stunden ehemalige werdende) DDR-Bürgerinnen und Bürger vor den Latz geknallt wurden, damit wir uns jetzt endlich mal freuen können. Zum Freuen war einigen von uns knapp ein Jahr nach der Wende nur bedingt zumute, zeichneten sich allmählich doch die hässlichen Umrisse des Kapitalismus ab, die das Bild hiesiger demokratischer Umwälzungen verzerren würden. Aber hey, Werner Reinke ist mit hr3 zur Feier des Tages in den Osten gekommen und moderiert gekonnt durch einen Diskoabend im hässlichsten Partyzelt der Welt.
Behauptet zumindest meine Erinnerung. Ihre Angaben sind aber mit Vorsicht zu genießen, denn auf die Frage nach gespielten Songs kommt nur: Schweigen.

Ich weiß aber noch ziemlich genau, dass wir uns in der letzten Bierbankreihe dieses 80 Millionen Quadratkilometer hohen, ne… breiten, ne… ach egal. Jedenfalls saßen wir dahinten irgendwo an Bierbänken und in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wurde einer aus der Gruppe nach vorne zum Bierstand geschickt, um uns mit Nachschub zu versorgen. Yep, einer. Die Damen in der Runde wurden selbstverständlich bedient, immerhin waren wir erst 16, zumindest einige von uns, und wir Jungs sahen entsprechend pubertär verpickelt (verpixelt wäre nicer gewesen) und/oder lala-ohrig aus, was wir wiederum mit „Ich lad Dich ein.“-Gesten zu kompensieren versuchten.

Und vorne auf der Bühne Werner Reinke! Leute, der war aus’m Westen! Und ‘ne richtige Berühmtheit. Der hat die ganzen Topacts im Radio angesagt und jetzt war der auf einmal hier, im Osten! Und wir waren auch da! Deutsche Einheit, Du kannst kommen, yaaay!

Hm, gerade wird mir bewusst, wie absurd das gesamte Szenario eigentlich war. Stellt Euch das doch mal in real (bitte „riehl“ aussprechen, danke) vor: Ich, bei sozialer-Interaktion-mit-mehr-als-drei-Leuten-gleichzeitig, dazu laute Musik und noch ein paar hundert andere Leute. Außerdem: Ich, bei sozialer-Interaktion-mit-mehr-als-drei-Leuten-gleichzeitig, die ich erst seit knapp vier Wochen aus der Schule (!) kannte! Außerdem außerdem, ich mit Freundin! (❤)

„Marrijscharunnor!“

Vermutlich ist es nicht unklug, dem verlallten Genuschel irgendeiner dahergelaufenen Dillgurke keine allzu intensive Beachtung zu schenken. Oder doch? Es gibt unter rumpöbelnden Suffköppen nach meiner Beobachtung zwei Typen.

Typ 1 ist so besoffen, dass er unabhängig von seinem mitgebrachten Aggressionspotential bei Nichtbeachtung seiner Pöbeleien relativ schnell das Interesse verliert. Einfach deshalb, weil er nach anderthalb Minuten schon wieder vergessen hat, was gerade los war.

Typ 2 ist genauso besoffen, aber fühlt sich bei Nichtbeachtung genauso getriggert, als würde man ihm widersprechen. Eine Konfrontation ist somit höchstens durch Flucht zu vermeiden.

Jetzt war ich doch aber mit Freundin (❤) und anderen Freundinnen und Freunden da. Da konnte ich aus mehreren Gründen nicht einfach fliehen. Obendrein hatte ich noch nicht verstanden, was das Problem von Mike war. Es könnte auch ein Ronny gewesen sein… Ja, ich denke es war ein Ronny.
Weil ich nicht sofort so reagierte, wie Ronny sich das wünschte, gab er mir immerhin noch eine zweite Chance. Vielleicht dachte er, ich hätte ihn aufgrund der lärmenden Party nicht richtig verstanden.

„Ischhasacht, Duuuh… sollsisch darunnormachn!“

Meine vom verantwortungsvoll mäßigen Alkoholkonsum nur minimal und auch nur in ihrem Tempo beeinträchtigten analytischen Skills erfassten nun vollends das Geschehen. Ronny störte sich daran, dass wir auf den Tischen saßen und unsere Füße auf den Sitzbänken aufstützten, um wenigstens ein bisschen was von dem sehen zu können, was vorne auf der Bühne und der davor gelegenen Tanzfläche passierte. Ronnys Bemühen um die Sauberkeit der Bierzeltgarnituren war in Anbetracht überall umgeworfener Aschenbecher, herumliegender Kippen und hektoliterweise verschütteter Getränke ein hoffnungsloses Unterfangen. Eventuell machte ihn gerade das so aggro. Oder halt die Tatsache, dass wir Spaß zu haben schienen und uns mochten. Ronny, Du alter Miesepeter!

Neben meinen jugendlich schnellen Analysefähigkeiten verfügte ich zum Glück (oder Unglück?) auch über sehr gute Antennen, um die Frage „Ist es Typ 2?“ unmittelbar mit „Ja!“ beantworten zu können. Ich hatte allerdings nicht auf dem Schirm, dass Ronny derart leicht zu triggern war. Während ich noch dachte, das ginge noch zwei Sätze hin und her und dann merken die anderen aus meiner Truppe, die wegen des Lärms drum rum noch nichts geschnallt hatten, dass es hier gerade brenzlig wird, und stünden mir zur Seite, natürlich mit dem Ziel einer gewaltfreien Lösung des Konfl-

Brrrsch!

Ronny, so geht das nicht! Man haut nicht einfach drauf los, es gibt Regeln. Bei einer richtigen Klopperei muss man mindestens drei Runden Beleidigungen austauschen und sich mit zwei-bis-vier albern aussehenden, weil besoffen ausgeführten Boxschritten in Position bringen. Tänzeln ist das Motto, Ronny, tänzeln!
Aber Ronny hatte einfach zugeschlagen. So richtig mit Faust eins aufs Maul.
Wollte er zumindest. Es kam aber ganz anders.

Meine Reaktion war doch schneller, als Ronny vermutet haben muss, weshalb Ronnys rechte Faust natürlich nicht mein Gesicht traf. Und eigentlich hätte mich Ronnys Faust nach meinem Ausfallschritt mit Drehung (boah, war ich damals noch sportlich!) überhaupt nicht treffen dürfen, wäre…

Ja, wäre Ronny nicht derart trullig aka besoffen gewesen, dass er über seine eigenen Beine stolpert und seine gottverdammte Faust statt auf ein Luftloch mit voller Wucht auf meinen Kehlkopf trifft!

Black

Eine Sekunde später öffne ich wieder die Augen. Der Lärm ist ungebrochen, aber irgendwie sieht alles komisch aus. Seltsam verbogene Körper spielen mit ihren Gesichtern Jo-Jo. Oder doch nicht? Nein, es sind Menschen, die sich zu mir herunterbeugen. Die Logik gebietet, dass ich mich auf dem Boden befinden muss. Ich möchte aufstehen, aber ich habe keine Kraft. Na klar, ich atme ja auch nicht. Warum atme ich nicht, warum? Atme doch mal! Geht nicht. Doch, probier’s! Ne, geht immer noch nicht. Warum denn nicht? Keine Ahnung. Könnte an dem Holzklotz liegen, der mir im Hals zu stecken scheint. Du musst atmen! Du musst atmen, sonst stirbst Du! Du stirbst! Du stirbst! DU STIRBST!!!

Ein Röcheln, als würde jemand seine Lunge auskotzen, ein Pfeifen und Rasseln, aber immerhin… ich bekomme wieder etwas Luft. Nicht viel, nur so viel, dass der Gedanke schwindet, ausgerechnet bei einer verkackten Party von Ronny den Larynx offline gestellt zu bekommen.

Meine Ärztin Frau Dr. Doktor (Genau, die, die mir sechs Jahre später meine Rückenschmerzen nicht geglaubt haben werden wird.) meinte lapidar „Schwellung, Glück gehabt, geht von alleine weg. In ein paar Wochen.“

Ich hätte sterben können, kein Witz. Bin ich aber nicht, auch wenn meine Stimme mehrere Wochen wie die eines Orks klang. Meine Freundin (❤) hatte da ‘ne andere Meinung.

„Ich finde, es klingt irgendwie sexy. ^^“


© 2021 albert sadebeck